# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 18 — denſelben nicht berufen haben, jene verkommenen Haufen, welche Niemanden angehören, die ſollen wir anſehen als Leute, an denen wir die Pflicht zu er⸗ füllen haben: „Nöthige ſie, herein zu kommen.“ Sind ſie doch alle auch erlöſ't. Liegt doch ihr Erbtheil an geiſtlichen und himmliſchen Gütern ſchon bereit und iſt nur erforderlich, daß ſie zum Glauben kommen, damit ſie es auch genießen. Gehen wir dieſen mit Ernſt und rettendem Eifer nach, ſo wer⸗ den wir laut göttlicher Verheißung ihrer viele retten zu ihrem ewigen Heile. Zu Abtheilung d wurde bemerkt: Wir reden hier gegen die General⸗ ſynode und das General Council. Namentlich erſterer ſind wir ſchuldig, daß wir ihr immer wieder ſagen: Ihr rühmt euch, daß ihr die Kirche des lebendigen und thätigen Chriſtenthums ſeid, und ſcheltet auf uns als todte Symboliſten, denen das lebendige und thätige Chriſtenthum fehle, und gerade ihr habt euch als ſo läſſige Leute im Werk des HErrn bewieſen. Eure un⸗ geheuern Kräfte habt ihr nicht, wie ihr ſolltet, angewendet, um der Maſſe des amerikaniſchen Volkes das ſeligmachende Evangelium nahe zu bringen. Es iſt wahr, wir haben ja freilich keine Urſache, uns zu rühmen, aber ſcheltet ihr uns todte Orthodoxiſten und Formaliſten, ſo fragen wir euch mit Recht: Was habt ihr denn gethan, um die Maſſen, welche den engliſchen Secten anheim fielen, aufzuhalten und in lutheriſche Gemeinden zu ſammeln? Wo ſind die Früchte eures lebendigen, thätigen Chriſtenthums in dieſer Bezie⸗ hung? Angeſichts der Thatſache, daß eure theologiſchen Anſtalten nur wenig junge Leute zum Predigtamt heranbilden, und daß ſelbſt dieſe wenigen viel⸗ fach offenkundig keine Opferwilligkeit für Chriſtum und ſeine Kirche kund geben, ſondern vor allem nach ſicherer guter Beſoldung und Stellung fragen, ſolltet ihr euch erſt ein wenig beſinnen, ehe ihr uns immer euer geiſtliches Leben vorhaltet. Wohl ſtand es in dieſer Beziehung auch in der General⸗ ſynode beſſer, aber das immer bitterer werdende Kämpfen gegen den Eifer für reine Lehre hat leider keinen anderen Einfluß auf kirchliche Thätigkeit haben können, als daß es dieſelbe mehr und mehr erſtickt hat. Wir ſagen dies übrigens nicht in Selbſtüberhebung, ſondern zu unſerer Warnung, daß wir uns nicht gleicher Vernachläſſigung ſchuldig machen. Theſis 3 lautet: „Es iſt daher Pflicht unſerer Synoden, Sorge zu tragen, theils daß zerſtreute Glaubensbrüder engliſcher Zunge geſammelt, theils beſtehende Gemeinden vermittelſt der engliſchen Sprache erbaut, theils auch noch draußen ſtehende durch engliſche Predigten herzugeführt werden.“ Theſis 4: „Es iſt ferner daher Pflicht unſerer Gemeinden, wo nur Ausſicht iſt, eine rechtgläubige lutheriſche Gemeinde zu gründen und zu pfle⸗ gen, zu dieſem Zwecke nach Kräften mitzuhelfen, theils durch Geldbeiträge, theils unter Umſtänden durch Freiſtellung ihrer Kirchen zum Abhalten eng⸗ liſcher Gottesdienſte, theils durch Abgeben von Gliedern an engliſche Gemein⸗ den, wenn nämlich ſolche Glieder entweder vorwiegend engliſch, oder doch ſo geſtellt ſind, daß ſie oder ihre Nachkommen vorausſichtlich nur vermittelſt der engliſchen Sprache bei der lutheriſchen Kirche erhalten werden könnten.“