# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 16 — der Einwand gelten. Nun aber ſehen wir, wie gerade ſie über der Arbeit an den Juden die übrige Welt nicht vergeſſen, ſondern, dem Befehl des HErrn treu, ausgehen in alle Lande. Wir dürfen nicht ſagen: Was wir haben, bedürfen wir ſelbſt; denn es iſt mit dem Schatz der reinen Lehre ſo bewandt, daß er nicht abnimmt, je weiter er verbreitet wird; wohl aber ſteht es alſo, daß, wenn man erſt engherzig wird und nur für ſich ſorgen will, der Segen auch denen entſchwindet, die ihn hatten. Der Einwand: Wir müſſen für die Unſern ſorgen, iſt weiter auch ganz unneuteſtamentlich. So lange frei⸗ lich die Synagoge noch nicht „mit Ehren begraben“ war, hieß es: „Wandelt nicht auf der Heiden Straße.“ Seit Chriſti Auferſtehung aber gilt der Be⸗ fehl: „Prediget das Evangelium aller Creatur.“ Es iſt deshalb Pflicht, nicht nur für uns, ſondern auch für alle die zu ſorgen, welche wir erreichen können. Laſſen wir die Quelle nur ja reichlich fließen; je mehr herausfließt, je reichlicher quillt ſie und je mehr Segen verbreiten wir nicht nur, ſondern um ſo mehr wird ſich auch auf uns ſelbſt wieder zurück ergießen. Zu Abtheilung b wurde bemerkt: Die lutheriſche Kirche iſt die Kirche des reinen Wortes und darum hat ſie nicht nur die Pflicht, den Heiden das Wort Gottes nahe zu bringen, ſondern auch denen, welche in den Secten von der reinen Lehre zwar einige Stücke, jedoch mit großen und gefährlichen Irr⸗ thümern vermengt, haben, wodurch ſie in der Gefahr ſtehen, verloren zu gehen. Es kommt dazu, daß in unſerer Zeit die Secten auch an den Stücken der Wahrheit, welche ſich in ihren Bekenntniſſen noch hie und da fanden, je länger je weniger feſt halten. Von Chriſto und dem Weg zur Seligkeit allein durch ihn ſchweigen ſie meiſt faſt ganz. Sie ſagen, es ſei jetzt eine andere Zeit angebrochen, die Zeit der Bekenntniſſe und Katechismen ſei vorüber. Die Folge iſt, daß Heiden um uns her aufwachſen unter chriſtlichem Namen. Doch, wenn es auch nicht ſo gar greulich unter den Secten ausſähe, ſo würde uns doch die Pflicht bleiben, ihnen wo möglich die volle Wahrheit nahe zu bringen. Wiſſen wir doch, daß kein Sectirer durch ſeine Lehre ſelig wird, ſondern nur durch das, was außer ſeiner Lehre noch von der reinen Wahr⸗ heit des göttlichen Wortes bei ihm gepredigt und von ihm geglaubt wird. Da aber die, welche der falſchen Lehre anhangen, durch dieſelbe ins Verderben geführt werden, wie dürfen wir zweifeln, daß es unſere heilige Pflicht ſei, dem ſeelenverderblichen Gift der Menſchenlehre mit allem Ernſt entgegen zu arbei⸗ ten? Wie kläglich es bei den Secten auch in Betreff jener Stücke der reinen Lehre beſtellt ſei, das ſieht man jetzt inſonderheit an den Methodiſten. Dieſe, weil ſie merken, daß ihr Volk mit den bisher angewandten Mitteln nicht mehr erregt werden kann, fallen nun auf die Lehre von der vollkommenen Heiligung und treiben ſie als Hauptſache. So treten ſie auch die wenigen Brocken des Brodes des Lebens, die noch übrig geblieben waren, mit Füßen und ſetzen ein das Evangelium völlig verleugnendes Menſchenfündlein an deſſen Stelle. Sie meinen wohl, damit Gott erſt recht ſeine Ehre zu geben, verunehren aber damit das Verdienſt Chriſti auf das ſchrecklichſte. Und angeſichts ſolcher