# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S187 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Literatur. 187 widerstehen, denen beides sowol alle Fähigkeit, als aller Wille gänzlich fehlt unsern Glauben und unser Thun irgendwie zu verstehen und zu würdigen. — So bleiben wir denn bis heute nach wie vor miskannt, verachtet, geschmäht und mit Füßen getreten, und werden es auch bleiben so lange, als es Gott gefällt und die Stunde kommt, da er ins Gericht geht mit seinen und unsern Widersprechern. Bis dahin sind wir, wie bisher, wie vogelfrei; wo man uns gehen läßt, halten wir in Frieden unsere Gottesdienste, und wo es den Polizeibehörden gefällt, da ist jede Unbill erlaubt und recht, die man uns thut, und wir müssen heimlich und in nächtlicher Stunde gehen, um die Kindlein in unsern Gemeinden zu taufen, die Kranken zu besuchen, oder in abgelegene Hinterstübchen und im einsamen Walde (wie noch kürzlich geschah) uns versammeln, um unsere Gottesdienste zu feiern. Doch dürfen wir dem HErrn zum Preise rühmen, daß wir von keinerlei Ermattung oder einreißender Kälte bis zur Stunde in unsern Gemeinden etwas spüren oder nur die geringste Aussicht sich zeigte, daß die Hoffnung unserer Gegner in Erfüllung ginge, durch das fortgesetzte System des Druks am Ende uns auszudrüken. Im Gegentheil hat uns der HErr zu Anfang des neuen Kirchenjahrs eine besondere Adventsfreude bescheret, nemlich den Uebertritt einiger Personen zur lutherischen Kirche, hoch oben auf unserm Westerwalde, in einem bisher uns noch ganz fern stehenden Theil unseres Landes, der überdies in alten Zeiten rein reformirt war, und wo jetzt, so weit im Volk noch Christen sind nur die pietistische Richtung herrscht. So kämen wir denn mit Anhängern der letztern Richtung jetzt zum ersten Mal in unserm Nassauischen in nähere Berührung, während wir früher immer nur mit der blinden und unbekehrten Welt zu thun hatten, aus der unsere Kirchglieder durch unsere Predigt erweckt, gewonnen und zu lutherischen Gemeinden gesammelt worden sind. Schon früher berichtete ich Ihnen, daß man in unserer nassauisch⸗ unirten Landeskirche einen neuen Unionskatechismus einzuführen beabsichtigt, eine Zusammensetzung des reformirten Heidelberger und unseres kleinen lutherischen. Doch wie man hört, dürfte es kaum dazu kommen, da den Pfarrern auch ein solcher Unionskatechismus noch viel zu orthodox und bekenntnißmäßig ist und sich ein fast allgemeiner Widerspruch gegen denselben von Seiten des Rationalismus erhoben haben soll. Ob man nun ruhig im alten behaglichen Frieden, den man im Unionsjahr 1817 geschlossen, bleiben oder auf sonstige Pläne sinnen wird, wird sich zeigen müssen. Sonst wüßte ich Ihnen aus dem Gebiet unserer Landeskirche nichts mitzutheilen. (Freimund.) Literatur. Folgende Recension einer neueren wichtigen Erscheinung auf dem Gebiete der Homiletik, welche Hrn. Prof. Dr. Guericke zum Verfasser hat und die wir