# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 15 — der Erfolg ein ſehr geringer ſein kann, und darum ja nicht glauben, daß die Zukunft unſerer Kirche an dieſer Arbeit hänge; es muß uns eben zur Er⸗ füllung dieſer Aufgabe nichts anders treiben, als die Liebe zu Gott und dem Nächſten und der Gehorſam gegen ſein Gebot. Theſis 2 lautet: „Solcher Pflicht iſt die Kirche innerhalb der Synodal⸗ Conferenz weder deshalb überhoben, a. daß ſie für die deutſchen und ſcandinaviſchen Glaubensgenoſſen zu ſorgen hat, denn ſie ſoll das Eine thun und das Andere nicht laſſen; noch deswegen b. daß andere Kirchengemeinſchaften genugſam für die engliſch redende Bevölkerung ſorgen; denn nimmer kann die Kirche des reinen Wortes ſich damit begnügen, daß doch von andern ſeligmachende Stücke der Wahrheit gepredigt werden, während ſie den ganzen Rath Gottes zur Seligkeit bieten kann; noch deswegen, c. daß Falſchgläubige das Feld ſchon eingenommen haben und ſie daher in ein fremdes Amt griffe mit ihrer Thätigkeit im Engliſchen; denn obwohl ſie die kirchlichen Rechte der beſtehenden Gemeinden trotz ihrer Falſch⸗ gläubigkeit anerkennt, ſo erſtrecken ſich die Rechte der von ihnen berufenen Prediger eben doch nicht über den Kreis der Berufenden hinaus, während Alles noch außer ihrem Verband ſtehende als das uns offene Gebiet betrachtet werden muß; noch endlich deswegen, d. daß gewiſſe andere Verbindungen von lutheriſch ſich nennenden Chriſten beſtehen, denen es näher läge, das Werk der Kirche in engliſcher Sprache zu betreiben; denn ihnen dürfen wir es nicht überlaſſen, weil ſie theils falſche Lehre unter das Volk bringen, theils die reine Lehre gerinſchätzig behandeln, theils das Werk höchſt läſſig treiben.“ Abtheilung a dieſer Theſis iſt gegen den Einwand gerichtet, daß wir Deutſche und Scandinavier genug mit uns ſelbſt zu thun haben, darum möchten die Engliſchen auch für ſich ſelbſt ſorgen. Dagegen gilt: Man ſoll das Eine thun und das Andere nicht laſſen. Die Geſchichte der Ausbreitung der Kirche kann auch hierin uns lehren, wie es Gott immer gefallen hat, ein Volk, das im Finſtern ſaß, durch ein anderes mit anderer Sprache zum Licht des Evangeliums zu führen. Den Griechen hat er das Evangelium geſchickt durch die Juden, den Deutſchen durch die Engländer, den Norwegern durch die Deutſchen. Immer brauchte er eben die, welche den Schatz durch ſein Erbarmen ſchon hatten, um ihn durch ſie denen zu vermitteln, die ihn noch nicht hatten. So haben nun in Amerika die Deutſchen und Scandinavier, welche den Schatz der reinen Lehre haben, die Pflicht, ihn ihren engliſch redenden Mitbewohnern desſelben Landes zu bringen. Daß der Einwand: Man habe in ſeinem eigenen Hauſe noch genug zu thun, und könne ſich darum um die engliſchen Nachbarn nicht bekümmern, nichts gelte, ſieht man auch recht deutlich an dem Verhalten der heiligen Apoſtel. Wenn irgend jemand, ſo hätten ſie ſo ſagen und allein an den Juden arbeiten müſſen, ſollte