# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 11 — Nicht Friede und Ruhe, ſondern Kampf und Streit, nicht Ehre und Lob, ſondern Schmach und Läſterung wartet unſer von allen Seiten, nicht nur von Seiten der ungläubigen Welt, der irrgläubigen ſchwärmeriſchen Secten und des antichriſtiſchen Pabſtthums, ſondern ſelbſt von Seiten gar mancher welche mit uns Kinder Einer Mutter ſind, unſeren Namen tragen und unter gleicher Fahne des Bekenntniſſes mit uns ſtehen. Welches aber der Erfolg un⸗ ſerer gemeinſamen Arbeit ſein werde, das wiſſen wir nicht; das ſteht bei dem, welcher allein zum Pflanzen und Begießen ſeiner Diener das Gedeihen gibt nach ſeinem Wohlgefallen. Vielleicht iſt es in ſeinem Rath beſchloſſen, uns nicht nur in viel Kampf zu führen, ſondern uns auch wenig Siegesfreude zu beſcheren, uns nicht nur viel Arbeit und Mühe aufzulegen, ſondern uns auch wenig Frucht ſehen zu laſſen. — Was iſt es nun aber, was uns gewißlich bewahren kann und wird, in unſeren Anfechtungen nicht zu ermatten, ſondern uns ſtärken wird, getroſt und fröhlich in Reih und Glied zu bleiben, in der einen Hand die Kelle, in der anderen das Schwert? Dieſes ſichere Bewahrungsmittel iſt einzig und allein, daß wir vor allem das Seligmachen der Seelen den Endzweck unſerer gemeinſamen Arbeit ſein und bleiben laſſen. Denn würdigt uns Gott deſſen, ſeine Werkzeuge hierzu zu ſein, was wollen wir dann mehr? Spricht Chriſtus nicht: „Was hülfe es dem Menſchen, wenn er die ganze Welt gewönne, ſo er Schaden nähme an ſeiner Seele?“ Iſt alſo nicht Eine Seele mehr werth, als Himmel und Erde mit allen ihren Schätzen? Würde ein jeder von uns auch nur Eine Seele erretten, was können wir dann Größeres und Herr⸗ licheres uns auch nur wünſchen? Wohlan, meine Brüder, verbannen wir denn von heute an für immer jeden anderen Gedanken, bei unſerer Verbindung etwas für uns ſelbſt zu ſuchen, aus unſeren Herzen. „Wir wollen Seelen ſuchen und zu Chriſto führen, Seelen bei Chriſto erhalten, Seelen ſelig machen“, das ſei es, was unſere Synodalconferenz als Geſammtkörper beſeele; das ſei es, was jede unſerer Synoden und jede unſerer Gemeinden mit ihren Predigern mit brün⸗ ſtigem Eifer erfülle; das ſei es, was unſeren Verſammlungen ihren Geiſt und ihren Stoff, unſerer Gemeinſchaft ihr himmliſches unzerreißbares Band gebe: ſo wird der, der da will, daß allen Menſchen geholfen werde und ſie zur Er⸗ kenntniß der Wahrheit kommen, allezeit mit uns ſein und, ob wir auch mit Chriſto klagen müßten: „Ich dachte, ich arbeitete vergeblich und brächte meine Kraft umſonſt und unnützlich zu“, ſo wird ſich doch einſt dort Gottes Wort und Verheißung auch an uns herrlich über Bitten und Verſtehen er⸗ füllen: „Habe Acht auf dich ſelbſt, und auf die Lehre, beharre in dieſen Stücken. Denn, wo du ſolches thuſt, wirſt du dich ſelbſt ſelig machen, und die dich hören.“ Das helfe uns allen Gott der Vater durch den gnädigen Beiſtand ſeines werthen Heiligen Geiſtes um JEſu Chriſti, ſeines eingeborenen Sohnes, unſeres HErrn und Heilandes, willen. Amen.