# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S186 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 186 Nassau in kirchlicher Hinsicht zu Anfang 1858. sie wirkt. (3, 290.) Was aber die geistlichen Gaben insonderheit (z. B. das Zungenreden) betrifft, so sei festzuhalten, daß nur ihre Wiedererweckung das nöthige Licht über ihre Erscheinung im Anfange und ihre volle Bedeutung für das Gedeihen der Gemeinde geben könne. (3, 130.) — Eine solche Prüfung werde ohne Zweifel zu der Anerkennung führen, daß hier das christliche Israel Gottes das Urim und Thummim wieder erhalten, daß ein neuer Josua werde erweckt und der zweite Tempel vollkommen erbaut werden. (2. 3. 1, 30 f.) Daher aber auch die große Verantwortlichkeit der Widerstrebenden; denn die Zukunft der Kirchen und Völker hänge von ihrem Verhalten zu dieser Gnade Gottes ab; die Verwerfung dieser. größten und leßten Hülfe Gottes müsse die gebührende Strafe in der Verführung und Tyrannei des Antichrists empfangen. (2, 87 ff.) Nassau in kirchlicher Hinsicht zu Anfang 1858. P-s. Sie haben wol auf Nachricht von mir bei dem Jahreswechsel gewartet; doch eben das, daß ich nicht eiliger schrieb, mag ihnen schon Andeutung genug sein, daß es noch immer nichts wichtigeres von hier zu berichten gibt. — Was die äußere Gestaltung unserer lutherisch⸗kirchlichen Verhältnisse betrifft, so hofften wir besonders in den letzten Monaten des vergangenen Jahres mit großer Sehnsucht, daß unsere nassauische Staatsregierung dem Vorgang der badischen folgen und unsere vielwiederholten Bitten um kirchliche Anerkennung und Duldung gewähren werde. Es schien auch einige Hoffnung auf Erfolg unserer Bitten; doch es geht Monat auf Monat hin, und wir bleiben auf dem alten Flecke. Vielleicht daß unsern Gegnern bei hoher Staatsregierung ihre alten Anschläge wider uns auch dieses Mal gelingen, nemlich mit offenbaren Lügen und Verdrehungen aller Verhältnisse uns und die Sache unserer Kirche in einem solchen Lichte bei unsern höchsten Staatsbehörden darzustellen, daß man in der That es denselben kaum verargen kann, wenn sie alle Anerkennung uns versagen. Irgendwelche höhere Gründe und Triebfedern in der lutherisch⸗kirchlichen Bewegung zu erkennen, ist man ganz außer Stande, man sieht dieselbe nur an als das Produkt der Umtriebe einiger überspannten Köpfe und bloßer ganz unberechtigter Proselytenmacherei. Da mögen wir es denn machen, wie wir wollen, wir haben das Wasser trübe gemacht; halten wir uns mehr stille, und geschehen keine Uebertritte zu unserer Kirche, dann heißt es, die Sache der Lutheraner sei im abnehmen und dem Untergang nahe; geht es umgekehrt, so sind wir die Ruhestörer ꝛc. Glaublichen Gerüchten zu Folge hat man an einem Orte wo wir nach gewissenhafter Zählung 214 Glieder unserer Kirche haben, die Zahl derselben als auf fünf Famillien herabgekommen ausgegeben. Doch was soll ich Sie und die Leser Freimunds langweilen mit Aufzählung aller solchen leicht denkbaren Vorwände und Gegengründe, mit denen uns Gegner