# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 5 — ſondern es ſetzt auch hinzu: „Daſelbſt verheißt der HErr Segen und Leben immer und ewiglich.“ — Doch, meine theuren Brüder, wohl haben wir einen Kampf hinter uns, der mit dem Siege einer ſeligen Eintracht gekrönt worden iſt, aber in die triumphirende Kirche ſind wir damit noch nicht eingetreten; vielmehr be⸗ finden wir uns noch immer in der ſtreitenden und leidenden. Auch uns gilt daher, was jener fromme Liederdichter ſingt: Und iſt Ein Kampf wohl ausgericht — Das macht's noch nicht! Fleiſch, Welt und Teufel ſind und bleiben hienieden unſere Feinde, und ſie werden verſuchen, nun auch das ſchöne Werk, welches Gott unter uns an⸗ gefangen hat, zu ſtören, ja, wieder völlig zu zerſtören. Schon heute gilt's daher, daß wir gegen dieſe mächtigen und furchtbaren Feinde uns rüſten. Was wird es nun aber vor allem ſein, was uns unbezwinglich machen wird? — Ich weiß nichts anderes, als was der heilige Apoſtel Paulus in dem verleſenen Texte mit den Worten ausſpricht: „Habe Acht auf dich ſelbſt, und auf die Lehre, beharre in dieſen Stücken. Denn, wo du ſolches thuſt, wirſt du dich ſelbſt ſelig machen, und die dich hören.“ In dieſen Worten ermahnt zwar der Apoſtel ſeinen lieben Timotheus zunächſt dazu, daß er auf ſich ſelbſt und auf die Lehre Acht haben und in dieſen Stücken beharren ſolle, und verheißt ihm, daß er dann ſich ſelbſt, und die ihn hören, ſelig machen werde; allein damit gibt der theure Apoſtel zugleich zu erkennen, daß alſo, wer bei ſeiner Arbeit in Chriſti Reich vor allem die Seligmachung der Seelen ſich zu ſeinem Ziele ſetze, da⸗ durch unabweislich gedrungen ſei, jenen drei apoſtoliſchen Ermahnungen Folge zu leiſten. Laßt uns denn darum heute die Worte unſeres Textes alſo anwenden, daß wir gemeinſchaftlich erwägen: Wie wichtig es ſei, daß wir vor allem die Seligmachung der Seelen zu dem Endzweck unſerer gemeinſamen Arbeit im Reiche Chriſti machen. Es iſt dies nemlich nach unſerem Texte vor allem aus drei Urſachen ſo wichtig; denn dann werden wir 1. Acht haben auf uus ſelbſt, und ſo davor bewahrt bleiben, bei unſerer Arbeit ſelbſtſüchtig zu handeln, dann werden wir 2. auch Acht haben auf die Lehre, und ſo davor be⸗ wahrt bleiben, die Treue gegen Gottes Wort zu ver⸗ letzen, und dann werden wir endlich 3. in dieſen Stücken auch beharren, und ſo davor be⸗ wahrt bleiben, in der Anfechtung zu ermatten.