# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 4 — Text: 1 Tim. 4, 16. Hab Acht auf dich ſelbſt, und auf die Lehre, beharre in dieſen Stücken. Denn, wo du ſolches thuſt, wirſt du dich ſelbſt ſelig machen, und die dich hören. Ehrwürdige und geliebte Väter und Brüder in dem HErrn! Als Chriſtus einſt unmittelbar vor ſeinem letzten Leiden für ſeine Apoſtel zu ſeinem Vater gefleht hatte: „Heiliger Vater, erhalte ſie in Dei⸗ nem Namen, die Du mir gegeben haſt, daß ſie eins ſein, gleichwie wir“, da ſetzte er alsbald hinzu: „Ich bitte aber nicht allein für ſie, ſondern auch für die, ſo durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß ſie alle eins ſein, gleichwie Du, Vater, in mir und Ich in Dir; daß auch ſie in uns eins ſein, auf daß die Welt glaube, Du habeſt mich geſandt.“ Dieſes Gebet unſeres barmherzigen ewigen Hohenprieſters um das Eins⸗ ſein der Seinen in Ihm, das ſchon durch alle Jahrhunderte des Beſtehens ſeiner Kirche ſo herrlich erhört worden iſt, ſehen wir auch heute wieder wunder⸗ bar erfüllt vor unſeren Augen. Sehet da eine Schaar Vertreter von ſechs kirchlichen Körperſchaften, welche noch vor wenigen Jahren ſich gegenüber ſtanden, ja, als Feinde ſich gegenſeitig bekämpften — ſie loben heute in dieſen ihren Vertretern einmüthig⸗ lich mit Einem Munde Gott und den Vater unſeres HErrn JEſu Chriſti, um, nachdem ſie ſich gemeinſam durch Wort und Gebet geſtärkt und erquickt haben werden, hierauf als Genoſſen Eines Glaubens, als Söhne Einer Kirche und als Pfleger Eines Werkes in brüderlicher Eintracht ſich über die Mittel zu berathen, das Eine Ziel zu erreichen, das ihnen allen als Dienern und Kindern Einer Kirche vorgeſteckt iſt und vorſchwebt. O geſegneter, ſeliger Tag! Von ihm werden einſt noch unſere Kinder und Kindes⸗Kinder ſich mit Freuden erzählen. War unſere vormalige Uneinigkeit ein gar betrübtes Schauſpiel für alle Freunde Zions und ein Luſtſpiel des böſen Feindes und aller, die ſeines Theils ſind, ſo iſt unſere gegenwärtige brüderliche Eintracht ohne Zweifel ein Luſtſpiel Gottes, aller ſeiner heiligen Engel und aller ſeiner wahren Kinder, hingegen ein entmuthigender Anblick für den argen böſen Feind, und für alle Feinde Gottes und ſeines Reiches, dieſes Reiches der Wahrheit und des Frie⸗ dens. Wohl bereuen wir den Kampf nicht, den wir vormals wider einander gekämpft haben; vielmehr freuen wir uns dieſes Kampfes; war er doch das einzig rechte und geſegnete Mittel des wahren Friedens, der uns nun beſchert iſt: aber war ſchon der Kampf geſegnet, wie viel geſegneter wird nun der durch denſelben errungene Friede ſein! Mit freudiger Hoffnung blicken wir daher heute in die Zukunft. Denn Gottes Wort ſagt nicht nur: „Wie fein und lieblich iſt es, daß Brüder einträchtig bei einander wohnen“,