# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1911 06 27_S211 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 211 Andererseits sind viele wohlhabende Leute zu träge, um sich selbst damit Mühe zu machen, sondern glauben sehr viel zu tun, wenn sie einen Teil ihres Überflusses wahllos und oft nicht einmal sehr gutwillig an irgendwelche Vereine oder Anstalten übergeben. Das ist ganz falsch. . . . Jeder sollte seine Einkünfte nach Gottes Willen verwenden oder, wenn er das nicht genügend versteht, Personen seines Vertrauens suchen, die es an seiner Stelle tun. Dann würde, wenn alle Reichen dies mehr oder weniger tun wollten, viel mehr ausgerichtet als bisher, und sie selbst würden dabei glücklicher sein, als sie sind.“ Kannst du auch in Trübsal danken? Zu unserm Gesangbuche steht das schöne Lob- und Danklied: „O daß ich tausend Zungen hätte!“ Es ist eine Perle der Lieder und ein jubelvoller Lobgesang. Jeder Pulsschlag des Leibes und jedes Gräslein auf dem Felde wird aufgerufen, Gott die Ehre zu geben. Ihr werdet darum meinen, der Mann, der das gedichtet hat, müsse ein überaus glücklicher Mann gewesen sein, und es werde gewiß ein ganz erhebender, fröhlicher Augenblick seines Lebens gewesen sein, in dem er das niederschrieb. Aber nein! Zu einer Gesangbuchausgabe finden wir unter diesem Liede die kurze, aber vielsagende Anmerkung: „Gedichtet im Jahre 1704, als dem Verfasser sein Haus bis auf den Grund niedergebrannt war.“ Aus rauchenden Trümmern ist solch Lob und Dank gestiegen. Nimmt uns Gott an einer Stelle etwas, so gibt er uns auf der andern reichen Ersatz. Und was er einem Christen auch nimmt, vom Aussatz der Sünde heilt er ihn doch und spricht immer wieder in der Absolution zu ihm: „Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen!“ Gottes Wort. Es ist mit dem lieben Gotteswort wie mit dem blanken Goldstück. Solange es im Kasten liegt, hat es gewiß seinen Wert. Aber erst wenn es herauskommt und beim Kaufmann in allerhand nützliche Ware umgesetzt wird, entdeckt man, wie groß es ist. Erst wenn die schönen Sprüche und Lieder in lebendigen Menschen Gestalt und Wirklichkeit gewonnen haben, kann man ihre Bedeutung und Wahrheit richtig erkennen; denn nur zum Leben sind sie gesagt. In der Not kommt das Gold aus dem Kasten heraus, und in der Trübsal verwandelt sich Gottes Wort in nährendes Brot. Neue Drucksachen. Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder ec. können durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den beigefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig. Lebensbilder aus der Geschichte der christlichen Kirche. Für lutherische Leser Nordamerikas ausgewählt und bearbeitet von E. A. Wilh. Krauß, Professor am Concordia-Seminar zu St. Louis, Mo. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 1911. 800 Seiten 7X10, in Leinwand mit Rotschnitt, Goldtitel und Deckel- und Rückenverzierung gebunden. Preis: $2.50. Wir können dieses treffliche Buch nicht besser einführen als so, daß wir den verehrten Verfasser zunächst selbst zu Worte kommen lassen. Professor Krauß sagt in dem Vorwort über Plan und Ausführung seines Werkes unter anderm: „Bei der Herausgabe dieser ‚Lebensbilder aus der Geschichte der christlichen Kirche' war es mir weder um Vollständigkeit noch um gleich eingehende Berücksichtigung der verschiedenen Perioden der Kirchengeschichte zu tun. Meine vornehmste Absicht war, lutherischen Lesern, zumal unsers Landes, ein Buch in die Hand zu geben, in welchem ihnen die wichtigsten Begebenheiten der Kirchengeschichte so mitgeteilt werden, daß sie ein richtiges Urteil darüber gewinnen können. Ein Christ soll lernen, an alle Geschehnisse den Maßstab des Wortes Gottes anzulegen; nicht nach dem Erfolg, sondern nach der Schrift soll er urteilen. Dieses Buch will nicht auf Grund neuer Forschungen historisch dunkle Gebiete aufhellen; aber es sucht da, wo römische und sonst tendenzlöse Geschichtschreibung wichtige Tatsachen leugnen, entstellen, verschleiern oder das Urteil irreleiten will, den Leser zu befähigen, den Trug zu erkennen. Oft habe ich aus diesem Grunde die Quellen reden lassen. Öfters auch ist dies darum geschehen, weil ihre lebhaste Sprache und Schilderung ein farbenkräftigeres Bild in dem Leser erzeugt, als meine eigenen Worte es hätten tun können. Wenn ich bei irgendeinem zuverlässigen Zeugen ein Ereignis so zutreffend geschildert und beurteilt fand, daß ich es nicht besser sagen konnte, habe ich ihm das Wort gelassen und mich auf ihn berufen. Ein der kirchengeschichtlichen Literatur kundiger Leser wird indessen wahrnehmen, daß keine kritiklose Übernahme weder des Quellenmaterials noch fremder Darstellung obwaltet. — Die Geschichte der christlichen Kirche vom Pfingstfest an bis jetzt und fortan bis zum Ende der Tage ist nichts anderes als der Siegesgang des HErrn JEsu und seines Reiches inmitten seiner Feinde. Unter diesen Feinden Christi aber ist der gefährlichste der Antichrist zu Rom, darum der gefährlichste, weil er sich gesetzt hat ‚in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt vor, er sei Gott', 2 Thess. 2. Ich habe es mit für meine Aufgabe gehalten, überall da, wo der Beweis für diese Wahrheit zutage tritt, den Finger darauf zu legen, und das Bewußtsein dieser Aufgabe hat mich auch mit geleitet bei der Auswahl der in diese ‚Lebensbilder' aufzunehmenden Stoffe. Wer in dem Kampf zwischen Christo und dem Antichristen den Sieg und das Feld behält und behalten muß, das wissen wir. Darum läuft auch bei uns Lutheranern wie bei dem Psalmisten (Ps. 119, 52) unsere Geschichtsbetrachtung aus in das lobpreisende Bekenntnis: ‚HErr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet.'“ — Das ganze Werk zerfällt in 42 größere Abschnitte, und überall hält es, was es verspricht. Es ist eine anschauliche, lebendige Darstellung der Hauptpersonen und Ereignisse der Kirchengeschichte, in allgemeinverständlicher Sprache von bekenntnistreuem lutherischen Standpunkt aus geschrieben. Es ist ein Buch, aus dem ganz besonders auch unsere Gemeindeglieder Belehrung und Unterhaltung schöpfen sollten, und wir wüßten kein geschichtliches Werk, das wir lieber in ihren Händen sähen. Es erzählt ihnen unter anderm von der apostolischen Zeit und von den ersten Christenverfolgungen, von dem gottesdienstlichen Leben der alten Kirche und von Antonius dem Einsiedler, dem Vorläufer des Mönchtums, von Winfried Bonifazius und von dem Ordenswesen der römischen Kirche. Es schildert die Kreuzzüge und die Päpste des Mittelalters, vor allem das gesegnete Werk der Kirchenreformation D. Luthers, aber auch die Wirksamkeit Zwinglis und Calvins. Es berichtet über den Jesuitenorden, den Dreißigjährigen Krieg, über den Protestantismus in England und Frankreich, über das evangelische Kirchenlied, über die evangelischen Salzburger ec. Am Schluß des ganzen Werkes finden sich drei Lebensbilder aus der lutherischen Kirche Amerikas: Mühlenberg, Wyneken und Walther. Ein trefflicher, reicher Inhalt! Und endlich rühmen wir noch eins: das sind die vielen, schönen Illustrationen: 148 Bilder im Text, 43 große Vollbilder und unter diesen 5 Farbendrucktafeln, zum Beispiel ein Blatt aus der ersten gedruckten Bibel, von der kürzlich ein Exemplar für $50,000 verkauft worden ist, ein Blatt aus einem Neuen Testament vom Jahre 1523 und ein solches aus Luthers Katechismus vom Jahre 1529. Summa: Nimm und lies! L. F. Zweiter Synodalbericht des Süd-Illinois-Distrikts der Deutschen Ev.-Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. St. Louis, Mo. Concordia Publishing House. 1910. 72 Seiten. Preis: 15 Cts. Dreiundvierzigster Synodalbericht des Westlichen Distrikts der Deutschen Ev.-Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. St. Louis, Mo. Concordia Publishing House. 1910. 52 Seiten. Preis: 10 Cts. Es ist die Geschichte Samuels, des „Reformators des Volkes des Alten Bundes“, welche der Referent, P. J. Andreä, dem Süd-Illinois-Distrikt bis dahin vorgeführt hat, wo die Geschichte Sauls beginnt. Samuels Elternhaus, seine Schulung durch Eli, seine Berufung, seine Amtstreue als Prophet, Priester und Richter werden uns anschaulich vor die Seele geführt. — Im Synodalbericht des Westlichen Distrikts finden wir Seite 11—31, wie P. M. Kretzschmar die Aufgabe der Kirche darlegt, für die konfirmierte Jugend in jeglicher Weise und auf das kräftigste Sorge zu tragen. — Beide Berichte geben außerdem auch einen Überblick über das Werk der Inneren lutherischen Mission in den betreffenden Distrikten. K. Homiletisches Reallexikon nebst Index Rerum von E. Eckhardt, Blair, Nebr. 4. Band: H—L. Preis in Heften: $1.95 und 23 Cts. Porto; in Leinwand, mit Goldtitel gebunden: $2.35 und 21 Cts. Porto. Unermüdlich ist der Bearbeiter dieses wertvollen Nachschlagewerks, und er hat nun schon über die Hälfte seiner Arbeit vollendet. In zwei Jahren