# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S185 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Irvingismus. 185 der besondern Gaben und der Aemter, welche Gott als Hauptorgane seiner Thätigkeit bezeichnet habe, wobei zu bevorworten, daß es sich ja nicht um das unmittelbare Wirken und Wehen des Geistes, sondern um das Wirken Christi in seinen Aemtern und Ordnungen handle. (3, 42. 44.) Die Aemter⸗Restitution und die vierfache Form derselben könne aber Jedermann fassen und erkennen nicht nur aus der klaren Beschreibung in der heil. Schrift und aus den Zuständen in der ersten apostolischen Kirche, sondern auch daraus, daß dieselben theils dem Charakter der in unserem Herrn selbst wurzelnden Aemter, theils den Grundvermögen im Menschen (Verstand und Gewissen; Herz und Gefühl; Phantasie; Wille) entsprechen. (3, 125. 129.) Andererseits sei dieser Bußact und diese grundhafte Restitution als eine Vorbereitung auf die zweite Zukunft Christi anzuerkennen, und daß der Herr eine solche seinem Volk in Gnaden vorbehalten habe, läßt sich aus der vorbereitenden Thätigkeit Johannes des Täufers, zusammengehalten mit den prophetischen Stellen über ihn (Mal. 3, 4. Jes. 40.), abnehmen. Eine sowohl theoretische Erleuchtung als praktische Zurechtbringung sei damit zugleich gegeben; jene werde sich zunächst auf diejenigen Lehrpunkte erstrecken, welche jetzt in den Vordergrund geschoben sind, die eschatalogischen; diese werde vor Allem den Mittelpunkt des Cultus umfassen, nämlich die Darbringung, Oblation des Leibes und Blutes Christi im heil. Abendmahle; denn aus Hebr. 8, 1. 2. trete es klar hervor, daß in der „wahrhaftigen Hütte“, nämlich dem Leibe Christi, seiner heiligen Kirche, welche der Schauplatz seiner Thaten ist, alles dasjenige, was jetzt im Himmel durch den Hohenpriester und König geschieht, abbildlich und ebenbildlich erscheinen müsse. (3, 241—243.) Aber auch die letzten praktischen Endpunkte werden nicht unberührt bleiben, namentlich werden die Zehnten als eine ursprünglich apostolische Einrichtung, hervorgegangen aus dem Verständniß und der gläubigen Aneignung des Melchisedekischen Priesterthums unseres Herrn, anerkannt werden. (3, 255—261. 2, 82.) — So sei nun dieses Restitutions⸗ und Instaurationswerk allwege durch sich selbst charakterisirt als ein von Gott unternommenes, die ganze Kirche umfassendes Werk, als der ächte Anfang einer wahren Kirchenreformation. (1, 28. 3, 278.) Wir seien mithin zu einer Gott vertrauenden Prüfung dieses Werkes, wobei sowohl aller Leichtsinn abzuschütteln, als alle Furcht vor Gefahr, wo Gott mit seiner Offenbarung selbst dabei sei, dringend, gebieterisch aufgefordert; denn einmal lasse sich die Möglichkeit der Erweckung von Aposteln und Propheten nicht bestreiten, und grade daß die Apostel die Fortdauer dieser und aller andern Ordnungen voraussetzen, leite uns mit Nothwendigkeit darauf. (3, 281 ff.) Keineswegs aber dürfe diese Prüfung auf Zeichen und Wunder provociren, die rechte Heiligung sei die einzig wahre Antwort auf die Wunderforderung (3, Vorr. XIV.); nicht in der Sendung der neuen Apostel und Propheten liege der Beweis für diese, sondern in dem, was sie thun, oder vielmehr was Gott durch