# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1911 06 27_S201 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheraner. Gottes Wort und Luthers Lehr vergehet nun und nimmermehr. Und ich sahe einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewig Evangelium, zu verkündigen denen, die auf Erden sitzen und wohnen, und allen Heiden, und Geschlechtern, und Sprachen, und Völkern, und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott, und gebet ihm die Ehre; denn die Zeit seines Gerichts ist kommen, und betet an den, der gemacht hat Himmel, und Erde, und Meer, und die Wasserbrunnen. Offb. Joh. 14, 6. 7. Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten. Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis. 67. Jahrgang. St. Louis, Mo., den 27. Juni 1911. No. 13. An die Gemeinden der Missourisynode. Liebe Brüder und Schwestern! Apost. 15 wird uns erzählt, daß die erste Synode, die in der Christenheit abgehalten wurde, dafür sorgte, daß die Verhandlungen in allen Gemeinden bekannt gemacht wurden. Nicht nur die Delegaten wurden beauftragt, nach ihrer Heimkehr mündlich über alles zu berichten, sondern es wurde von der ersten Synode auch ein Protokoll verabfaßt und den Gemeinden zugeschickt. — Auch wir haben kürzlich wieder unsere große Synode in St. Louis abgehalten. Ihr alle zusammen, liebe Brüder und Schwestern, wart dabei durch eure Delegaten vertreten, und die Synode hat auch — ähnlich wie die Synode in Jerusalem — Sorge getragen, daß ihr mit allem, was verhandelt worden ist, genau bekannt werdet. Mündlich und schriftlich soll an euch berichtet werden. Alle Deputierten haben den Auftrag, die einzelnen Gemeinden ihres Wahlkreises zu besuchen und ihnen von der Synode zu erzählen. Außerdem soll euch durch unsere Zeitschriften und den Synodalbericht über alles Aufschluß gegeben werden. Die Synode hat ferner den Unterzeichneten ernannt, euch einen Brief zu schreiben und euch mitzuteilen, was wir inbezug auf unsere Synodalbaukasse beschlossen haben, und euch zu bitten, wenn euch unsere Beschlüsse gut dünken, mitzuhelfen, daß sie ausgeführt werden können. Welchem Zwecke unsere Synodalbaukasse dient, ist euch allen bekannt. Daraus fließen die Gelder zur Erbauung, Erweiterung und Erhaltung unserer Prophetenschulen, in denen unsere zukünftigen Prediger und Lehrer ausgebildet werden. Gegenwärtig haben wir 14 Colleges, auf denen sich 1796 Studenten und Schüler befinden, die von 76 Professoren und 15 Hilfslehrern unterrichtet werden. Ihr habt bereits im „Lutheraner" vom 30. Mai gelesen, daß die Ansprüche an diese Kasse für die nächsten drei Jahre sich auf $200,000 belaufen, und zwar in der Weise, daß die Hälfte dieser Summe für das neu zu errichtende Lehrerseminar in Chicago verwendet werden soll. — Über die Verlegung unsers ältesten Schullehrerseminars von Addison nach Chicago entspann sich auf der Synode eine lange und lebhafte Debatte, die sich über mehrere Tage hinzog. Ein Teil war der Meinung, die Anstalt solle in Addison bleiben und gründlich aufgebessert werden, während der andere Teil der Verlegung der Anstalt nach Chicago das Wort redete. Als dann aber, wenn auch nur mit geringer Majorität, die Verlegung beschlossen war, wurden nun die Vorschläge, die inbezug auf den Aufbau in Chicago gemacht wurden, mit großer Einmütigkeit, ohne viel Debatte angenommen. Die Besprechung dieser Angelegenheit zeigte, daß, so verschiedener Meinung man auch war über die äußere Einrichtung und Gestaltung unserer Lehrerseminare, doch alle Synodalen durchdrungen waren von der hohen Wichtigkeit und dem herrlichen Nutzen der christlichen Gemeindeschule. So viele Reden auch in langer Reihenfolge gehalten wurden, alle ohne Ausnahme waren getragen und durchglüht von Eifer für unser Gemeindeschulwesen. Möge der liebe Gott diese Gesinnung unter uns erhalten und fort und fort mehren, daß die von unsern Vätern gepflanzten Gemeindeschulen trotz aller sich auftürmenden Schwierigkeiten bestehen bleiben, und von uns unermüdlich neue Gärten angelegt werden, damit die zarte Jugend von Knäblein und Mägdlein unter uns daherwächst mit dem Katechismus und der Schrift wohl zugerichtet als ein schönes Paradies, desgleichen in der Welt sonst nicht ist, und wir die Ehre haben, daß wir darin Gärtner und Pfleger sind. Gerade auf der letzten Versammlung in St. Louis hat es sich deutlich gezeigt, daß unsere Synode mehr und mehr zweisprachig wird, und wir in Zukunft das Evangelium in englischer Zunge fleißiger verkündigen sollen. Laßt uns da nicht vergessen, daß wir, wollen wir diese Aufgabe recht erfüllen und unserm Lande ein Segen sein, christliche Schullehrer haben müssen, die unsere Kinder in Gottes Wort unterrichten. Gewaltig zeigt dieses D. Luther in seiner Schrift: „An die Ratsherren aller Städte Deutschlands, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen." Er schreibt: „Wenn der Teufel den jungen Haufen hat, so wächst er unter ihm auf und bleibet sein; wer will ihm etwas nehmen? Er behält die Welt dann wohl mit Frieden inne. Denn wo ihm soll ein Schade ge-