# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S183 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Irvingismus. 183 1, 25 ff., das Formgebende in der ganzen christlichen Oekonomie war; der Gebetsgeist habe, die da seufzeten nach Errettung der Kirche, nach Wiederherstellung des Hauses Gottes, gesammelt, und diesem Geiste sei die Erhörung geworden. So wende man sich denn ab von den Weisen und Klugen, an das christliche Volk. (3. Vorr.) Das sei aber zuvörderst allerwege anzuerkennen (die unmittelbare Erfahrung gebe es selbst an die Hand), daß der Zustand der Christenheit nicht nur jetzt, sondern seit Jahrhunderten ein solcher sei, beides in großen und kleinen Kreisen, in den mächtigen Weltkirchen, wie in den sich verbergenden Secessionen, daß die Erneuerung der Kirche nicht auf dem Wege der Entfernung, Heilung dieses oder jenes Gebrechens, der Einführung einer Restauration dieses oder jenes Einzelnen, sondern eben nur da zu suchen sei, wo sie offenbar liege, nämlich in der Wiedererweckung der ursprünglichen Gaben, Aemter und Kräfte, welche Gott selbst als Hauptorgane seiner Thätigkeit in der Kirche bezeichnet hat. (3. 42.) Denn zwar sei diese Hoffnung auf die zweite Zukunft des Herrn das eine Mittel, der eine Hebel zur Instauration der Kirche, nothwendig aber müsse dieser zweite Haupthebel hinzutreten, ja sei recht eigentlich in dem ersten begriffen, indem nur die so geschmückte Gemeine den Herrn vom Himmel erwarten, ihm in seiner Wiederkunft entgegengehen könne. (3. 59.) Und zwar das um so mehr, weil eines Theils dieses (zumal nach Eph. 4, 11. 1 Cor. 12, 28.) das eigentlich Normale sei, die Grundveste der Kirche, anderntheils aber die Deteriorirung und Ausweichung von diesem Grunde nicht blos vom Tode der Apostel angefangen habe, womit die Kette gebrochen sei — denn die Bischöfe vermochten nicht das Maaß ursprünglicher Geistesfülle zu erhalten, so müsse auch die Einsetzung ins Amt durch einen Bischof als eine solche erkannt werden, der die volle Kraft und die Weihe apostolischer Verordnung fehle (3, 135. f.) —, sondern selbst in den Aposteltagen habe es sich gezeigt, daß das apostolische Amt sein Ziel nicht erreichen konnte; es sei mithin ein unaufhaltsamer Verfall eingetreten. (3, 14. 25.) Der große Incidenzpunkt der völligen Entartung der Kirche (obwohl anerkannt werden könne, daß der Fall nicht mit vollständigem Bewußtsein der Kirche geschah) sei in der Erhebung des Christenthums zur Staatsreligion durch Constantin den Großen anzuerkennen; die Theorie und Praxis der römischen Kirche, wonach die ursprüngliche Ordnung durch ein selbstgeschaffnes Organ ersetzt werden sollte, sei an sich nichtig und habe den Verfall der Kirche nicht aufgehalten, sondern vielmehr bis zum Extrem gesteigert 3, 141—69); überhaupt sei die ganze Kirchenverfassungsgeschichte nicht anders zu fassen, als ebenso viele in aufsteigender Linie fortgehende (Concilien und Synoden, Metropolitanverfassung, Papalsystem) eigenwillige und eigenmächtige Versuche, die allein lebenskräftigen Organe zu supplantiren. (1. 18.) Die medicina aber, welche die Reformation aus dem Schatze des Evangeliums darbot, sei ebenfalls ganz unzulänglich gewesen, habe die Christenheit nicht heilen können, schon darum nicht. weil die Reformation selbst ein Uebergriff gewesen, hervorgegangen aus