# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1880 11 15_S174 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 174 stellung in Englisch, Tableaux und a good time in general in der Turnhalle dem Publikum vorführen. Zu wünschen ist es, daß das letztere sich in großer Zahl einfindet." Noch besonders wird bemerkt, daß das englische Stück als Attraction für das amerikanische Publikum zur Aufführung kommt. Ist dies wohl auch eine Art Mission? — Schande über eine Gemeinde, die das „amerikanische Publikum" auf keine bessere Weise mit unsrer Kirche bekannt macht! Der Pastor dieser Gemeinde gehört zur Texas-Synode. — G. Birkmann. Episcopalkirche. In New York fand kürzlich eine allgemeine Versammlung der protestantischen Episcopalkirche statt. Auch die Episcopalen sehen immer mehr ein, daß zum Gedeihen der Kirche kirchliche Schulen durchaus nothwendig sind. So wurde denn allen Gliedern der Gemeinschaft es dringend an's Herz gelegt, mit allem Eifer für die Gründung und Erhaltung von Gemeindeschulen einzutreten. Um die Eltern leichter zu bewegen, ihre Kinder in die Gemeindeschulen zu schicken, solle darauf gesehen werden, daß die letzteren in den weltlichen Zweigen des Unterrichts mindestens eben so viel leisteten als die Staatsschulen. — Bisher war es bei den Episcopalen allgemeine Sitte, die Stühle und Sitze in den Kirchen an die Meistbietenden zu vermiethen. Gegen diese Sitte oder vielmehr greuliche Unsitte wurde bei dieser Versammlung Einspruch erhoben. Ein gewisser Dr. Hill sagte: „Eine Gefahr, in der wir stehen, ist die, daß wir die Kirche der vornehmen Welt werden." Es war eine Eingabe gemacht worden dahin lautend, die Versammlung wolle beschließen, daß von jetzt ab keine Kirche eingeweiht werden solle, in welcher Sitze vermiethet werden, und daß überhaupt das Vermiethen der Sitze von jetzt ab untersagt sein solle. Die Committee, welche in Bezug auf diesen Punkt Bericht zu erstatten hatte, erklärte sich dahin, daß das Vermiethen von Sitzen in einem Gotteshause unziemlich sei. Jedoch sei man noch nicht so weit, in Bezug auf diesen Punkt bestimmte Gesetze zu erlassen. Auf den Vorschlag der Committee stand man vorläufig von einer weiteren Erörterung der Frage ab. Ebenso wurde die Besprechung über die Zulässigkeit der Ehe mit der verstorbenen Frau Schwester bis zur nächsten Versammlung verschoben. Die Committee, welche mit der Berichterstattung über diesen Gegenstand beauftragt war, hatte sich nicht einigen können. Der größere Theil derselben war für Beibehaltung der bisherigen Bestimmungen, nach welchen die „Schwagerehe" verboten ist. Eine Minorität befürwortete eine Aenderung. F. P. Methodismus. Bekanntlich ist es nichts Seltenes, daß Methodistenprediger sich dazu hergeben, bei den politischen Wahlen als Redner aufzutreten. Ein methodistisches Blatt, „Methodist", findet nichts Anstößiges darin, sondern nur das bedenklich, daß bei denen, die zur entgegengesetzten Parthei gehören, das Vertrauen zu den betreffenden Predigern, als zu wahrheitsliebenden Personen, erschüttert werde, da die politischen Redner in der Regel ganz partheiisch auftreten und es in Absicht auf die Parthei, die sie angreifen, mit der Wahrheit nicht eben genau nehmen. Auch in dem eben beendeten politischen Kampf haben sich Methodistenprediger als politische Redner hervorgethan und nach der Einsichtnahme des Methodistenblattes sind sie sehr stark partheiisch gewesen. — Eine Methodistenconferenz beschloß, daß der Umzug der Prediger erst nach der Wahl stattfinde, damit jeder Prediger seine Stimme noch abgeben könne. Wie ein papistischer Bischof die „Kirchenzucht" handhabt. Die „Lutherische Kirchenzeitung" vom 1. November berichtet: „Der römische Bischof Elder von Cincinnati, der dem bankerotten Erzbischof als Coadjutor beigegeben ist, hat eine Verordnung erlassen, daß die Namen aller Mädchen, die bei Nacht auf den Straßen oder an B.lustigungsorten ohne genügende Begleitung angetroffen worden, am Sonntag öffentlich von dem Priester, zu dessen Gemeinde sie gehören, von der Kanzel verlesen werden sollen." Das ist wirklich alles Mögliche von einem Manne, der die christliche Kirchenzucht mit den von Gott gebotenen Stufen der Ermahnung (Matth. 18, 15—17.) nicht kennt und sich damit zufrieden gibt, wenn die Sünden nur aus Furcht vor Menschen unterlassen werden. F. P. II. Ausland. Sächsische Freikirche. Aus einem Briefe aus Sachsen vom 19. Oct. erfahren wir, daß die Gemeinde in Niederplanitz endlich nach längerem Harren wieder einen Lehrer für ihre Schule erhalten hat in der Person eines Sohnes Hrn. Sterzel's, welcher einst im Jahre 1838 mit uns sächsischen Lutheranern nach Amerika auswanderte, aber genöthigt war, nach Deutschland zurückzukehren. Laut desselben Briefes sollte Hr. Candidat Hempfing am 20. Sonntage nach Trinitatis als Pastor zu Allendorf und Ulm ordinirt und eingeführt werden. Das sind ja freilich nur Gnadentröpflein, mit denen der HErr das kleine Häuflein unserer theuren Mitbekenner jenseit des Oceans beträufelt. Aber mögen dieselben nicht vergessen, daß auch das Kleinste in Christi Reich etwas Großes ist, denn es handelt sich da um Rettung unsterblicher, theuer erkaufter Seelen. Eine einzige Seele aber ist mehr werth, als die ganze Welt; wie denn der HErr selbst ausruft: „Was hülfe es den Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Matth. 16, 26.) Mögen denn die Brüder in ihren geringen Verhältnissen sich gesagt sein lassen, was der HErr durch den Propheten Sacharja sagt zur Zeit des zweiten Tempelbaues in Armuth, Schmach und Kampf: „Wer ist, der diese geringen Tage verachte?" (Sach. 4, 10.) W. Sonntagsfeier. Während hier in America die früher so strenge äußerliche Sonntagsfeier laxer zu werden anfängt, findet in Deutschland das Gegentheil statt. So schreibt der „Ev.-Luth. Friedensbote aus Elsaß-Lothringen" vom 26. September: „Unsere hohen Behörden fahren fort, dem Sonntag zu seinem Recht zu verhelfen. Für den Umfang des ganzen preußischen Staates hat von nun an an Sonn- und Festtagen die Jagd zu ruhen. Zuwiderhandelnde werden in Geldstrafe von 20 bis zu 100 Mark genommen oder mit Haft bis zu vier Wochen bestraft. — Eisenbahnbeamte, deren Wohnort keine Kirche ihrer Confession aufweis't, erhalten einen Freifahrtschein bis zum nächsten Kirchort ihrer Confession." Ordination und Einführungen. Im Auftrage des Ehrw. Präses des Illinois-Districts wurde Herr Candidat C. Koch am 23sten Sonntag nach Trin. inmitten seiner Gemeinde in Wheaton, Ill., von Herrn Prof. A. Selle und Unterzeichnetem ordinirt und eingeführt. Th. Brohm, jun. Adresse: Rev. C. Koch. Box 621. Wheaton, Du Page Co., Ill. Herr Pastor H. A. E. Schäfer wurde am 24sten Sonntag nach Trin. erhaltenem Auftrag gemäß innerhalb seiner Gemeinde in Glasgow, Ill., vom Unterzeichneten eingeführt. J. Nachtigall. Adresse: Rev. H. A. E. Schaefer, Renault, Monroe Co., Ills. Im Auftrag des hochw. Herrn Präses westlichen Districts wurde am 21sten Sonntag nach Trin. Herr Pastor C. Wünsch an der Clatonia Creek vom Unterzeichneten in sein neues Amt eingeführt. L. Huber. Adresse: Rev. C. Wuensch, De Witte, Saline Co., Nebr. Herr Pastor C. Dreyer, früher in Vallonia, Ind., berufen von der Gemeinde in Lancaster, O., wurde vom Unterzeichneten im Auftrag des hochwürdigen Präsidiums des mittleren Districts am 24sten Sonntag nach Trin. unter Assistenz Herrn P. C. Spielmanns in sein neues Amt eingeführt. C. Sallmann. Adresse: Rev. C. Dreyer, Lancaster, Ohio. Herr Pastor G. Wangerin wurde erhaltenem Auftrag gemäß am 22sten Sonntag nach Trin. in seiner neuen Gemeinde zu Portage, Wis., eingeführt. J. Strasen. Adresse: Rev. G. Wangerin, Portage City, Wis. Am 17. October, dem 21sten Sonntag nach Trin., wurde Pastor G. Rademacher im Auftrag des Hrn. Präses Beyer in Cambria und Wilson, Niagara Co., N. Y., vom Unterzeichneten in sein neues Amt eingeführt. J. W. Weinbach. Adresse: Rev. G. Rademacher, Pekin, Niagara Co., N. Y. Kircheinweihungen. Am 17ten Sonntag nach Trin. weihte die ev.-lutherische Zions-Gemeinde in Town Benton, Carver Co., Minn., ihre neue, im gothischen Style erbaute Kirche (ein Frame-Gebäude, ohne Altarnische 36 × 60 Fuß groß mit 90 Fuß hohem Thurm) dem Dienste des dreieinigen Gottes. Festprediger waren die Herren Pastoren W. Friedrich, H. Rädeke und J. Streckfuß. Th. Krumsieg. Am 24sten Sonntag nach Trin. wurde die neuerbaute Kirche der ev.-luth. St. Pauls-Gemeinde in Amherst, Portage Co., Wis., 24 × 36, dem Dienste des dreieinigen Gottes geweiht. Vormittags predigte Pastor E. G. C. Markworth, Nachmittags (in englischer Sprache) Unterzeichneter. Pastor W. C. Schilling sprach das Weihgebet und hielt die Beichtrede. Zwei Collecten deckten die noch auf der Kirche lastenden Schulden bis auf $10.00. J. Schütte. Am 21sten Sonntag nach Trin. wurde die neue Kirche der ev.-lutherischen Salems-Gemeinde an Spring Creek, Harris Co., Texas, unter zahlreicher Betheiligung der Nachbargemeinden feierlich eingeweiht. Das auch im Innern freundlich und kirchlich ausgestattete Gotteshaus ist 60 Fuß lang und 36 Fuß breit, hat einen 80 Fuß hohen Thurm nebst Glocke, sowie eine geräumige Sacristei. Es waren bei der Festlichkeit thätig die Pastoren A. Wilder, C. Geyer, J. Maisch, Th. Stiemke und G. Birkmann. P. Rösener. Missionsfeste. (Verspätet.) Am 18ten Sonntag nach Trin. feierten die Gemeinden in Fort Wayne und Umgegend ihr jährliches Missionsfest. Vormittags predigte Unterzeichneter, Nachmittags hielten Herr Dr. Sihler und Herr Pastor Stock Vorträge über innere und äußere Mission. Trotz des eingetretenen Regenwetters war die Theilnahme eine große. Die Collecte betrug $200.00. H. G. Sauer. Am 27. October feierte die Gemeinde bei Waterloo, Ill., ihr zweites Missionsfest. Festprediger waren die Herren PP. Schieferdecker und Bergen. Die Collecte betrug $30.00. J. Nachtigall. Am 22sten Sonntag nach Trin. (24. Oct.) feierte die Gemeinde in South Litchfield, Ill., ihr zweites Missionsfest. Glieder der Gemeinden der Herren PP. Weisbrodt, B. Mießler und Eisenbach betheiligten sich daran. Festprediger waren Herr P. B. Mießler und Herr P. H. Eisenbach. Die Collecte betrug $107.00, wovon $80.00 für unsere 4 Anstalten, der Rest für Innere und Emigranten-Mission bestimmt wurden. C. Schröder. Am 23. und 24. October feierte die luth. Gemeinde zu Red Bud, Ill., ihr Ernte- und Missionsfest, wobei auch ihr neuerbautes Schulhaus eingeweiht wurde. Festprediger waren die Pastoren F. Erdmann, Nachtigall, Ottmann und Schrader. Die Collecte betrug $82.90. F. Schaller. Am 24sten Sonntag nach Trinitatis feierte die St. Johannis-Gemeinde in und bei Ruma, Randolph Co., Ill., ihr zweites Missionsfest und Tags vorher Erntedankfest. Den Schluß bildete die Weihe des neuerbauten Pfarrhauses. Festprediger waren die PP. C. C. E. Brandt und F. Erdmann. Collectirt wurden $21.00. Am 18ten Sonntag nach Trin. feierten die Gemeinden in und bei Cape Girardeau, Mo., ein Missionsfest, bei welchem die Herren Pastoren H. F. Grupe und C. F. W. Sapper als Festprediger fungirten. Die Collecte ergab nach Abzug der Kosten $36.55. B. Sievers. Die Gemeinden Bethlehem, Altamont und Blue Point, Ill., feierten am 22sten Sonntag nach Trin. ihr jährliches Missionsfest in Blue Point. Die Herren Pastoren Kowert und G. Kühn predigten. Herr P. Dunsing hielt einen geschichtlichen Vortrag. Collecte: $49.20. D. Gräf. Am 22sten Sonntag nach Trin., den 17. October, feierte die Erste ev.-luth. St. Johannisgemeinde zu Beardstown, Ill., ihr diesjähriges Missionsfest. Festprediger waren die Herren Pastoren J. Lochner, Th. Buszin und J. Drögemüller. Die erhobene Collecte ergab $80.17. F. P. Merbitz. Berichtigung. Nicht die Gemeinde in Mayville, Wis., sondern die Gemeinde in Town Theresa, Wis., veranstaltete das in Nr. 20 berichtete Missionsfest. Bitte um Unterstützung. Es wird den lieben Lesern des „Lutheraner" wohl erinnerlich sein, daß im Verlauf des letzten Jahres mehrmals Bitten um Unterstützung aus dem westlichen Kansas ergingen. Diese Bitten waren, Gott sei Dank, auch nicht erfolglos; der Glaube, der in der Liebe thätig ist, hat sich auch hier als solcher erwiesen. Noch aber