# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1880 11 15_S170 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 170 sehr selten die öffentlichen Schulen besuchen lassen. Nur zu oft sind diese ganz zuchtlos. Das rechte und alleroberste Mittel der christlichen Zucht, das Wort Gottes, ist gänzlich aus denselben verbannt. Die Mittel, die man dagegen als Zucht anwendet, sind meist ganz verkehrt. Alles ist darauf berechnet, den Ehrgeiz der Kinder anzustacheln, so daß dieser die Haupttriebfeder aller ihrer Handlungen wird. Mit einem Wort: Von christlicher Zucht und Erziehung ist auch nicht eine Spur in den öffentlichen Schulen zu finden; denn kein vernünftiger Mensch wird von denselben behaupten wollen, daß es christliche Erziehungsanstalten seien. Mag Jemand ihr Lob noch so hoch erklingen lassen, er wird höchstens von denselben behaupten können, daß dieselben Unterrichtsanstalten seien, in welchen die Kinder in allerlei nützlichen Kenntnissen unterwiesen werden. Sind das aber Anstalten für Kinder, die noch der christlichen Erziehung bedürftig sind? Und derartige Schulen sollten uns unsere lutherischen Gemeindeschulen ersetzen können? Nimmermehr! P. Du hast vorhin behauptet, daß unsere öffentlichen Schulen religionslose Schulen seien. Dem ist aber nicht so. Es kommt oft vor, daß in denselben gebetet wird, als z. B. das heilige Vater Unser und andere Gebete. Auch die Schulbücher enthalten öfter Dinge, welche die Religion betreffen. Ich frage dich getrost: kannst du das leugnen? Wenn du das aber nicht leugnen kannst, wie kannst du denn die öffentlichen Schulen religionslose Schulen nennen? H. Deine angeführten Beispiele sollen nicht in Abrede gestellt werden. Doch das widerlegt meine Behauptung nicht, wenn ich sage, daß unsere öffentlichen Schulen grundsätzlich religionslose Schulen seien. Wenn und wo dieses anders ist, so ist das eine Ausnahme von der Regel. Und da heißt es auch: „Wo kein Kläger ist, da ist kein Richter.“ Ich weiß wohl, daß die Sache so ist, wie du sagst, aber das verschlimmert die Sache nur, ausgenommen den Fall, wo einfach das Gebet des HErrn gesprochen wird; denn die Religion, welche in den öffentlichen Schulen gelehrt wird, ist fast ohne alle Ausnahme eine falsche Religion. Es ist nämlich die Religion der alten Pharisäer, wodurch der Mensch in seinem Tugendstolze und in seiner Selbstgerechtigkeit bestärkt wird. Es wird in den Schulbüchern wohl ein Heiland und Erlöser erwähnt, aber nicht in dem Verstande, daß er wirklich unser Seligmacher ist, sondern nur als ein Führer und Wegweiser. Es ist die Religion der Türken; denn wiewohl in den Schulbüchern von Gott die Rede ist, so geschieht das nie anders, als in dem Verstande, wie sich der Türke seinen Gott denkt; denn von dem Gotte der Christen, der sich als den Dreieinigen, als Vater, Sohn und Heiligen Geist geoffenbart hat, ist niemals die Rede. Die Religion der Schulbücher in den öffentlichen Schulen ist die Religion der Logenbrüder, und eine Art Allerweltsreligion, wodurch die Kinder für die Loge erzogen und vorbereitet werden. Die Religion der Logen besteht bekanntlich darin, daß die Menschen dadurch gelehrt werden, die Seligkeit außer Christo in ihrem eigenen Thun und Lassen oder in ihren guten Werken zu suchen, und in einer Verbrüderung von Christen, Juden, Türken und Heiden, mit Ausschluß des wahren Glaubens an JEsum Christum. Von christlicher Religion, welche den Glauben an den dreieinigen Gott zur Grundlage hat, ist in den Büchern, welche in den öffentlichen Schulen gebraucht werden, auch nicht eine Spur zu finden. Das Seelengift der falschen Religion aber gereicht den Kindern oft zu ihrem zeitlichen und ewigen Verderben. Wie ein Arzt oft große Noth hat, das natürliche Gift wieder aus dem Körper zu bringen, so ist auch oft das Seelengift der falschen Religion sehr schwer wieder aus den Herzen der Kinder zu entfernen. P. Da gehst du zu weit. Das wirst du schwerlich beweisen können. H. Wohlan, ich werde den Nachweis gleich führen, und zwar aus McGuffy's Lesebüchern, die in den öffentlichen Schulen viel gebraucht werden. Im 3. Lesebuch, Seite 22 wird der religionslosen Schule eine Lehre zugeschrieben, welche zur ewigen Ruhe führen soll. Ein Vater sagt zu seinem Sohne: „Seek the place with knowledge blest, It will guide to endless rest.“ (Suche den Platz, der mit Wissen gesegnet ist; das wird dich zur ewigen Ruhe führen.) Auf Seite 44 wird der allmächtige Gott nur eine Kraft genannt. Es heißt daselbst: „My Son, there is a Power That none of us can see, Takes care of every flower, Gives life to every tree.“ (Es gibt, mein Sohn, eine unsichtbare Kraft, welche für jede Blume sorgt und jedem Baume Leben gibt.) Im 5. Lesebuch wird auf Seite 306 von der wahren Religion gesagt, daß sie darin bestehe, daß man Gutes thue. Es heißt daselbst also: „Pure and undefiled Religion is to be good.“ (Gut sein — das ist reine und unverdorbene Religion.) Im 5. Lesebuch wird auf Seite 338 und an andern Stellen der Tod als ein seliger für Jedermann dargestellt; man braucht nach diesen Büchern nur zu sterben, um selig zu werden. Kurz, es ist die pharisäische, türkische und die Allerweltsreligion, die sich auf vielen, vielen Blättern in den Büchern, welche in den öffentlichen Schulen gebraucht werden, findet; denn man darf nicht denken, daß sich dergleichen nur allein in McGuffy's Lesebüchern finde. Die andern sind in diesem Stücke um kein Haar besser. P. Nun freilich, das sehe ich ein, daß es mit der Religion in den öffentlichen Schulen nicht weit her ist. Sie kann wenigstens die, welchen die reine Lehre lieb und theuer ist und die den wahren Christenglauben bekennen, nicht befriedigen. Du hast aber vorhin noch einen Punkt berührt, mit dem ich noch nicht einverstanden bin. Du redetest nämlich so, als ob die Schule die Erziehung der Kinder ganz allein in die Hand nehmen müßte. Dem ist aber nicht so. Ja, ich behaupte dagegen, daß man zur Erziehung der Kinder der Schule gar nicht bedarf; denn das können die Eltern ganz wohl zu Hause selbst besorgen. Wenn diese sich der Kinder recht annehmen, so ist das allermeist hinreichend. H. Es fällt mir nicht ein, zu sagen, daß die Erziehung der Kinder der Schule allein überlassen werden solle. Im Gegentheil, ich gehe sogar so weit, zu behaupten, daß in Hinsicht der christlichen Erziehung der Kinder den Eltern selbst die erste Stelle gebührt, und daß sie diese auch billig einnehmen und ausfüllen sollten. Aber jeder Sachverständige weiß auch, daß, wenn für unerzogene Kinder in Hinsicht ihrer Erziehung recht gesorgt werden soll, daß dann Schule und Haus sich gegenseitig unterstützen und ergänzen müssen. Geschieht dieses nicht, so findet sich da offenbar eine große, ja oft verhängnißvolle Lücke. Noch schlimmer ist die Sache, wenn sich diese beiden entgegen arbeiten: denn was der eine Theil da baut, das reißt der andere wieder nieder. Die gewöhnlichen Schuljahre der Kinder sind gerade für diese in Hinsicht ihrer Erziehung meist die wichtigsten. Die größte und wichtigste Zeit ihres Lebens, die sich besonders zu ihrer Erziehung eignet, bringen sie also bei regelmäßigem Schulbesuch gerade in der Schule zu. Wie soll diese Zeit da wieder ersetzt werden, wenn während derselben gar keine Rücksicht auf ihre Erziehung [Scan-Lücke: der rechte Rand dieser Spalte fehlt in der Vorlage; Zeilenenden nicht erhalten.] genommen wird? Ja, dieses […] noch der geringste Schade. […] Zuchtlosigkeit oder von verkehrter […] öffentlichen Schulen herrscht, so […] leugnen. Du bist ein Landm[…] sehr gut, wie es arbeitet, wenn […] vor und das andere hinter den […] So aber und nicht anders a[…] Schulen in Hinsicht der christl[…] Kinder sehen da von ihren […] Beispiele. Ein christlicher H[…] zu pünktlichem Gehorsam an, i[…] aber lernt es den Ungehorsam […] doch nicht in christlicher Weise g[…] tern ermahnen ihre Kinder zur […] lichen Schule aber wird ihnen […] und grundsätzlich eingeimpft. wohl aus einer solchen Erzi[…] Diese Verhältnisse und Zuständ[…] christliche Gemeindeschulen zu e[…] Das Haus gewährt in viele[…] gründlichen Ersatz; denn oft f[…] thige Gabe, die nöthige Wei[…] christliche Ernst, welche zur E[…] forderlich sind. Wird da in […] geholfen, so wird dieselbe, wenn […] so doch sehr mangelhaft bleiben. nisse, die ein Mensch für dieses […] Kinder auch nur sehr selten z[…] in vielen Fällen mangelt es […] nöthigen Gabe oder an den K[…] dern Fällen haben sie keine Z[…] dazu, ihre Kinder selbst in dieser […] Da kann also nur eine christli[…] helfen. P. Du hast manches gegen […] gesagt und vieles zu Gunsten v[…] schulen vorgebracht, dem ich […] Ganz aber hast du mir meine […] noch nicht genommen. Die B[…] betreffen die englische Sprache. Lande, in welchem die engli[…] die Landes⸗, Gerichts⸗ und fast […] gangssprache ist. Wer nicht […] als Dutchman verhöhnt. D[…] ganz ausgezeichnet Englisch ler[…] Fortkommen überall gehindert. niß der englischen Sprache könn[…] Beruf als Bürger erfüllen. als ehrliche Leute wohl zu […] Mitbürger verwalten könnten […] verschlossen bleiben, als sie […] können. Und wo sollen sie di[…] den öffentlichen Schulen? D[…] dazu meist keine genügende […] gegen Deutsch lernen oder ni[…] nicht an. Englisch, Englisch […] die Hauptsache! Die deutsch[…] so wie so auf die Dauer nicht […] her unsere Kinder das Deuts[…] des Englischen bedienen, desto […] H. Daß Eltern, so viel an […] gen sollen, daß ihre Kinder gut […] Wenn du aber meinst, daß die[…] Schulen geschehen könne, so b[…] vielen von unseren Gemeind[…] Gelegenheit gegeben und da[…] in der deutschen, als auch i[…] unterrichtet wird. Was das […] es ja hin und wieder in uns[…]