# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S179 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 179 interlinearen, fortlaufenden, vollständigen Erklärung mit dem großen s. g. Weimarischen Bibelwerk ausgeführt hatte,*) beschäftigte diesen lutherischen David der Gedanke, alles anzuwenden, der Kirche auch eine vollständige biblische Verbal⸗Concordanz dazu zu schenken. Der gottselige Fürst erfuhr, daß der berühmte, gelehrte und fromme Leipziger Buchhändler M. Lanckisch ein derartiges Werk auszuarbeiten unternommen habe. Sogleich setzte er sich daher mit demselben in Verbindung, freute sich innigst über den dazu entworfenen Plan und unterstützte nun den Fortgang des Werkes auf alle Weise, ließ dasselbe durch den damaligen chursächsischen Hofprediger Dr. Martin Geyer in Dresden, einen berühmten Orientalisten, sowie durch seinen eigenen Hofprediger Jer. Balth. Ludwig durchsehen, und sorgte dafür, daß das bewunderungswürdige Werk (nach dessen Vollendung zwar, aber vor dessen Erscheinung im Druck sowohl der unermüdliche Verfasser, als Herzog Ernst zur ewigen Ruhe heimgerufen worden waren) in würdigster Ausstattung herausgegeben würde. Das Eigenthümliche dieser Concordanz besteht darin, daß in alphabetischer Ordnung an der Spitze jedes Artikels ein Wort der deutschen lutherischen Bibel steht und daneben die damit von Luther wiedergegebenen hebräischen des alttestamentlichen Codex und die betreffenden griechischen der Septuaginta, sowie die des Urtextes der alttestamentlichen Apokryphen und des Neuen Testamentes. Hierauf folgen dann alle Bibelsprüche, in welchen das an der Spitze stehende Wort der deutschen Bibel vorkommt, nach der Reihenfolge der biblischen Bücher. Zugleich sind die verschiedenen hebräischen und griechischen Wörter mit verschiedenen Buchstaben bezeichnet, welchen die den Sprüchen beigefügten Buchstaben so entsprechen, daß man sogleich übersehen kann, welches hebräische oder griechische Wort in den verschiedenen Stellen mit dem an der Spitze stehenden deutschen von Luther wiedergegeben worden ist. Die Stellen, in welchen das deutsche Wort kein entsprechendes im Originaltext hat, sind mit einem Asterisk bezeichnet. Folgendes Beispiel möge die Sache veranschaulichen: Gemüth. Naephesch a Ruach β a. διάνοια. d. προθυμία. g. φρήν. b. σύνεσις. e. στέρνον. h. πνεῦμα. c. νοῦς. f. Ψυχή. i. πραΰθυμος. 2 Sam. 17, 8 daß sie zorniges Gemüths sind. a f. 2 Reg. 9, 15 Jehu sprach: ists euer Gemüth a f. 1 Par. 29, 12 was bei ihm in seinem Gemüth war. β h. (Heb. c. 28.) Psal. 34, 19 die zuschlagen Gemüth haben. β h. Prov. 16, 19 es ist besser niedriges Gemüths sein. β i. Eccles. 7, 10 sei nicht schnelles Gemüths zu zürnen. β h. *) Siehe: „Lehre und Wehre“, 1. Band, Juli⸗Heft, S. 202 ff.