# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S172 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 172 Ueber Krankenbesuche. des Vaterunsers finden. Hierher gehören auch einzelne Auslegungen von Psalmen, namentlich des 23. 25. 118. 130. ꝛc., sowie die Predigten über Evangelien, wie am Tage Mariä Reinigung von Simeons seliger Sterbenskunst, am Sonntage Jud. über den Spruch: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen ewiglich, am 16. Sonntag nach Trin. von der Wittwe zu Nain Thränen⸗ und Trostquelle. Endlich findet sich in den Tischreden ein reicher, den meisten aber unbekannter Vorrath von allerlei Lehre und Trost für Kranke und Sterbende, z. B. Cap. 26. von Anfechtungen, namentlich § 61—67 und Cap. 47 von Krankheiten, worin § 18 einen kurzen Bericht enthält, wie Dr. Luther hat pflegen Kranke zu besuchen und zu trösten. Es ist aber nicht genug, solches und ähnliches wiederholt durchzulesen, sondern es soll dieß auch schreibend geschehen, so daß man einzelne Sätze oder kürzere Abschnitte in eine Summa bringe und diese mit einer Ueberschrift versehe. Ferner notire man sich kurze Gebete und Seufzer, die kräftigsten Bibelstellen, Lieder und Liederverse, sowie kurze Aussprüche Luthers und ordne dieß alles nach gewissen Rubriken oder nach dem Alphabete. — Kurz, man lege sich ein Noth⸗ und Hülfsbüchlein an zur Vorbereitung auf die Krankenbesuche, als Vorrathskammer von allerlei geistlicher Gabe, die man besonders dann bedarf, wenn man Stundenlang bei gefährlich Kranken verweilen soll. Nachher notire sich der Seelsorger die gemachten Erfahrungen, die Mängel, die er bei seinem Verfahren wahrgenommen, die Schwierigkeiten in einzelnen Fällen und dergleichen, wobei es rathsam ist, dieselbe Weise und Ordnung wie bei den eben genannten Collectaneen zu beobachten. Endlich vervollständige man dieß Büchlein durch das, was man Bemerkenswerthes liest oder hört, wie denn namentlich die Pastoralconferenzen zum Austausch alles darauf Bezüglichen und besonders zu Mittheilungen über einzelne merkwürdige Fälle benutzt werden sollten. Die lieben Alten waren im Aufzeichnen solcher Fälle weit fleißiger als wir, wie davon die 24 Bände von Fresenius Pastoralsammlungen Zeugniß geben, die mehrere sehr ausführliche und oft recht lehrreiche Tagebücher, namentlich auch von dem ehrwürdigen Mühlenberg enthalten. Soviel davon, was wir thun sollen, um auch in diesem wichtigen Theile unseres Amtes immer tüchtiger zu werden. Wir sollen aber auch öfter in Predigten die Gemeinde über eines Christen Verhalten bei seiner und der Seinigen Krankheit unterrichten. Darauf machten die lutherischen Kirchenordnungen, unter andern die Pommersche, mit folgenden Worten aufmerksam: „Die Pfarrer sollen die Gemeinden fleißig und oft ermahnen, daß sie ihre Buße und Empfahung des hochwürdigen Sacramentes nicht sparen, bis sie krank werden, sondern bei gesundem Leibe die angenehme Gnadenzeit nicht verachten, sich als Christen erzeigen und zur Buße kommen. Gleichermaßen sollen sie oft vermahnen, daß die kranken Leute mit Beichte, Absolution und Sacrament nicht verziehen bis in die letzte Noth, sondern vor allen Dingen der Seelen Arznei suchen.“ Solche Ermah⸗