# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S171 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber Krankenbesuche. 171 Ausführung des Sermons Dr. Luthers ist. Ferner Felix Bidembachs Manuale, worin ein kurzer Bericht für die jüngeren Kirchendiener ist, wie mit Kranken und Sterbenden zu handeln sei. Dieser Bericht, der nur hundert Seiten umfaßt, wäre wohl werth, durch einen neuen Abdruck der Vergessenheit entrissen zu werden. Phil. Hahns Kirchenbuch enthält keinen zusammenhängenden Unterricht, sondern nur einzelne Rathschläge und theologische Bedenken von Luther, Melanchthon u. A. Dieß sind ohngefähr die Schriften, deren Studium die lutherischen Kirchenordnungen besonders anrathen, zu geschweige der unzähligen andern Anweisungen, die bald einzeln, bald in den Lehrbüchern der Pastoraltheologie, bald in Zeitschriften und sonst erschienen sind. So viel Brauchbares nun auch in vielen derselben zu finden ist, so sind doch im Ganzen die früheren Schriften kürzer, faßlicher und practischer, auch unter sich und mit Luthers Lehre und Praxis mehr übereinstimmend; darauf berufen sie sich fort und fort mit häufiger Anführung und mit dringender Empfehlung seiner Schriften, was bei den neuern Schriftstellern gewöhnlich fehlt, so daß es scheint, sie wären alle gescheuter als Dr. Luther und bedürften seiner nicht. Von seinen Schriften ist besonders der erwähnte Sermon zum fleißigen Studium zu empfehlen, dessen Summa diese ist: Es sind drei Bilder, welche Kranke und Sterbende schrecken, das Bild der Sünde, des Todes und der Verdammniß. Keines derselben sollen sie im Gewissen haften lassen, sondern ihre Augen herumreißen und unverwandt Christum anschauen, wie er das Bild der Gnade, des Lebens und der Seligkeit ist, so werden sie endlich überwinden und den Sieg behalten. Von alle dem redet Dr. Luther wie einer, der bereits wirklich vom Tode zum Leben hindurchgedrungen ist. Als ich diesen Sermon vor 17 Jahren mit mehr Bedacht las, weil mich die Anfechtung auf das Wort merken lehrte, da war ich hocherfreut, als über einen großen Schatz und meine damalige Ueberzeugung hat sich seitdem immer mehr befestigt, daß diese Schrift an Kürze, Saft und Kraft ihres Gleichen nicht habe. Das bewies sich bald darauf an einer gläubigen aber oft hart angefochtenen Dulderin, die mit freudestrahlendem Blicke ausrief: o Luther, du machst einem rechte Lust zum Sterben und ich selbst hätte da wollen sogleich auf solchen Trost fröhlich und selig sterben. Unzählig sind die Erfahrungen, die ich seitdem von dem großen Segen dieser kleinen Schrift gemacht habe. Sie steht bei Walch. 10, 2292. in der Erlanger Ausgabe. Nächstdem verdient hier die kleine Schrift Luthers Erwähnung: „Christlicher Unterricht, wie man in Leibesschwachheit der Kleinmüthigkeit und anderen Anfechtungen des Teufels begegnen und steuern möge.“ Mit diesem Troste hat Dr. Luther selbst einen Kranken getröstet und wir haben auch diese Ueberlieferung der fleißigen Feder V. Dietrichs zu verdanken. (Walch. 10, 2086. Erl. Ausg.) Viele tröstliche Seelenarznei ist ferner in seinen Trostbriefen enthalten, die sich in seinen katechetischen Schriften bei der sechsten und siebenten Bitte