# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1858_S166 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 166 Martin Chemnitz über die letzte Oelung. Tod ist Christus, unser Leben. Dieser bietet sich uns aber in dem Wort des Evangeliums an und theilt sich uns mit mit allen seinen Gütern und er wird nicht nur durch den Glauben angenommen, sondern wohnt auch in unserm Herzen, Eph. 3, 17. Das Evangelium ist aber nicht nur in der bloßen Ver- heißung, sondern auch in jenen Sacramenten, denen durch göttliche Stimme und Einsetzung die Gnadenverheißung beigefügt ist. Und in den Schrecken des Todes ist zur Stärkung des Glaubens jene Zueignung und Versiegelung der Gnade überaus nöthig, die bei dem Gebrauch des Sacramentes jedem einzelnen Gläubigen dargereicht wird. So giebt die einmal empfangene Taufe Trost im Tode selbst. Denn darum sind einst manche über den Todten getauft worden, 1 Cor. 15, 29. und 1 Petr. 1, 3. 4. 5.: Er hat uns wieder- geboren zu einer lebendigen Hoffnung, zu einem unvergänglichen Erbe, das behalten wird im Himmel, die wir aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werden zur Seligkeit. Paulus beschreibt Eph. 6, 14. ff. den allge- meinen Harnisch Gottes, damit wir gegen die listigen Anläufe des Teufels an jedem bösen Tage Widerstand thun können, nämlich die Wahrheit, die Gerechtigkeit, das Evangelium, den Glauben, das Heil, das Wort Gottes, das Bitten und Flehen. Und 1 Thess. 5, 8—10. sagt er, der Nutzen jener Waffenrüstung sei, daß wir, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben. Phil. 1, 19. 20. verbindet er damit das gemeine Gebet der Kirche. Hierzu kommt noch die Gewohnheit der alten Kirche, welche die Kran- ken der Sünde und des Zornes Gottes erinnerte und mit dem Wort des Evangeliums tröstete und für ihre Seligkeit betete; sie legte auch jenen die Absolution durch die Stimme des Evangeliums vor und vollzog sie an ihnen, sowie die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi; denn auf diese Weise wird laut der Schrift die Verheißung der Gnade, die Vergebung der Sün- den, der Seligkeit und des ewigen Lebens durch die Wirksamkeit des Sohnes Gottes jedem einzelnen Gläubigen zugeeignet und versiegelt, zur Unterstützung und Stärkung des Glaubens wider alle Anfechtungen. So sagt Dionysius von Corinth bei Eusebius Buch 6. Cap. 44., daß er geboten habe, daß auch bei den Gefallenen, wenn sie darum bäten, im Ster- ben diejenigen Mittel angewandt werden sollten, durch welche sie mit guter Hoffnung aus diesem Leben gehen könnten. Er nennt aber die Vergebung oder Absolution und die Communion des Leibes und Blutes Christi. Der Nicänische Canon spricht: „Was diejenigen betrifft, welche dahin- scheiden, so ist die alte vorgeschriebene Regel zu beobachten, daß, wenn Je- mand dahinscheidet, er der nothwendigen und letzten Wegzehrung nicht beraubt werde. Dies erklärt aber das 4. carthaginensische Concilium, indem es sagt: Wenn man dafür hält, daß Jemand eben sterben werde, so versöhne man ihn durch Handauflegung und flöße ihm die Eucharistie ein. Der arausicanische Canon sagt, daß die Communion passend Wegzehrung (viati- cum) genannt worden sei bei denen, welche die Welt verlassen. Diese Mittel im Augenblick des Todes haben Gottes Befehl und Ver-