# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S158 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 158 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Richtung, die ihr Herz hat, kraft ihrer Liebe zur Wahrheit. So war der Hauptmann Cornelius, von dem uns das Buch der Apostelgeschichte erzählt. Die Hauptsache ist, aus der Wahrheit zu sein. Jesus Christus sagt: „So Jemand will Deß Willen thun, der mich gesandt hat, der wird inne werden, ob meine Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede.“ Sind wir aus der Wahrheit? sind wir bereit, sie zu bekennen, koste es, was es wolle, sobald sie sich uns kund gethan hat? wünschen wir, Gottes Willen zu kennen und zu thun? Das ist die Frage, die wir an uns richten müssen, wenn wir der Verdammniß entrinnen wollen. Und weil uns eine Gnadenzeit eingeräumt ist, so wollen wir aufmerken auf das Zeugniß des Evangeliums und im Aufblick zu Gott untersuchen, ob es von Gott oder von den Menschen ist. Mit Entsetzen sieht man hieraus, wie selbst Missionäre unserer Zeit den Namen Jesus verleugnen, nicht in ihn, sondern in eine Richtung und Qualität des Herzens das Heil setzen. Erbarme sich Gott der armen Heiden und Juden, wenn sie keine besseren Boten des Friedens haben! Wo findet sich Fanatismus und Leidenschaftlichkeit? Auf einen anonymen Angriff in Gelzer's Protestant. Monatsblättern, in welchem die „Parthei der Mitte“ in Sachsen hoch gerühmt und die „confessionelle“ des Fanatismus geziehen war, schreibt D. Kahnis unter Anderm Folgendes in dem Sächs. K.⸗ u. Sch.⸗Blatt vom 3. Decbr. v. J.: „Nicht zuerst mache ich die Bemerkung, daß in der mittlern Richtung die größte Animosität sich finde. Ich möchte wissen, ob unter den akademischen Theologen der Gegenwart Jemand in dieser Beziehung sich auch nur vergleichen ließe mit den Stimmführern des melanchthonischen Protestantismus Ebrard, Schenkel, Heppe, die es nun dahin gebracht haben, daß ihnen Niemand mehr antwortet. Und welche Leidenschaft hat die unirte Richtung auf dem letzten Kirchentage in Stuttgart entfaltet. Unter den Theologen der Mitte hat vielleicht keiner einen solchen weithindringenden Einfluß geübt wie der sel. Neander, jedenfalls der gelehrteste dieses Kreises. Und der milde Neander war der gereizteste Partheimann gegenüber den Theologen von speculativer Färbung und den Lutheranern. — Selbst Scheibel hat in seiner Geschichte der Union sich der Philosophie gegen Neander angenommen. Der Versicherung also, daß in der Theologie der Mitte die Partheilichkeit zu Hause sei, entspricht die Wirklichkeit nicht. Wie man auch über Harleß urtheilen mag: daß er confessionelle Festigkeit mit großer praktischer Milde vereint, muß der erbittertste Feind ihm zugestehen.“ Luthers Bildniß. Folgende Bekanntmachung enthält das „Kreisamtsblatt für Oberbayern“ unter dem 10. März: „Im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern. Der Kupferstecher Paul Barfuß in München, welcher die Erlaubniß erhalten hat, das im Besitze des königl. protestantischen Oberconsistoriums befindliche Originalgemälde des Malers Lukas Kranach, das Bildniß des Dr. Martin Luther darstellend, zu copiren, in Kupfer zu stechen und durch den Druck zu vervielfältigen, hat die Bitte gestellt, daß denjenigen protestantischen Kirchen⸗ und Schulverwaltungen, welche ein Bildniß von Dr. Martin Luther anzuschaffen gedenken, das von ihm gefertigte Blatt empfohlen werden möchte. Der Preis eines Exemplares dieses Stiches ist für Schulen und Geistliche zu 1 fl. 12 kr. festgesetzt worden und der Bezug durch alle Kunst⸗ und Buchhandlungen des Inlandes eröffnet. Da das Bildniß des Dr. Martin Luther für protestantische Schulen, namentlich aber für protestantische Kirchen und Sakristeien vielfach angeschafft wird, und zu wünschen ist, daß diese Anschaffung sich allenthalben nur auf wirkliche Kunsterzeugnisse erstrecke, da der obenbezeichnete Stich als ein solches Kunsterzeugniß erklärt werden kann, und der festgesetzte Preis als sehr mäßig erscheint, so werden zufolge höchster Entschließung des königl. Staatsministeriums des Innern für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten vom 6. d. die betreffenden protestantischen Kirchenverwaltungen und Localschulinspektionen hierauf mit dem Anhange aufmerksam gemacht, daß die Anschaffung,