# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S152 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 152 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. viele es nun dergleichen Schriften giebt, so ist es doch für den, welcher sich auf dem Felde dieses Theiles der theologischen Litteratur umgesehen hat, außer Frage, welches derartige Werk vor allen andern den Preis hat. Es ist folgendes: „M. Gottfried Büchner's biblische Real- und Verbal-Concordanz oder exegetisch-homiletisches Lexicon.“ Der Verfasser wurde zu Riedersdorf im Amte Eisenberg (Sachsen⸗Altenburg] im Jahre 1701 geboren, studirte zu Jena und wurde hier seit 1746 akademischer Docent und später Rector der Schule zu Querfurt, wo er 1780 starb. Die erste Ausgabe der angezeigten Concordanz erschien im Jahre 1740, die zweite 1746, die dritte 1756, die vierte 1765, die fünfte 1776. Letztere ist jedoch nicht von dem nun in hohem Alter stehenden Verfasser selbst, aber mit Genehmigung und unter Aufsicht desselben von August Wichmann redigirt worden. Im Jahre 1837 ist das Werk von Dr. Heinrich Leonhard Heubner, Superintendenten und erstem Director des königlichen Predigerseminars zu Wittenberg, mit einigen Vermehrungen zum sechsten Male herausgegeben worden, verlegt von der Buchhandlung von C. A. Schwetschke und Sohn in Braunschweig. Dieser sechsten folgte 1844 die siebente, 1849 die achte, 1853 die neunte und 1858 die elfte Auflage. Schon diese Geschichte des Buches läßt schließen, daß dasselbe seinem Zweck in hohem Grade entspricht. Eine große Menge Schriften gleicher Tendenz sind neben unserem Büchner aufgetaucht und haben denselben auch wirklich auf einige Zeit verdrängt;*] sie sind aber sämmtlich bald wieder verschwunden, während Büchners Schrift, selbst nachdem dieselbe fünfzig Jahre lang [zur Zeit der Herrschaft der Neologie] in Tausenden von Exemplaren der fünften Auflage im Buchladen unangetastet verblieben war, wieder soviel Anerkennung gefunden hat, daß nun neben derselben keine Arbeit dieser Art Glück machen will. Das Vorzügliche der Büchner'schen Concordanz besteht darin, daß unter jedem in der Bibel vorkommenden Worte die verschiedenen Bedeutungen, in welchen dasselbe in der Bibel gebraucht ist, genau angegeben und diejenigen Bibelstellen, in welchen das Wort in derselben Bedeutung gebraucht wird, systematisch zusammengeordnet sind. Der so befolgte Zweck, alle Bibelworte nach ihrer verschiedenen Bedeutung und Beziehung zu classificiren, hat dieser Concordanz die Gestalt einer „biblischen Theologie,“ Dogmatik und Moral, im guten Sinne des Wortes in nuce und zwar in lexikalischer Form gegeben. Es dürfte wohl kein anderes Buch geben, welches in gedrängtester Kürze so viel Aufschlüsse giebt zum rechten Verständniß der ganzen heiligen Schrift in allen Beziehungen. Das Buch ersetzt eine ganze Bibliothek. Der Styl ist eben so körnig, als lebendig. Alles athmet einen brünstigen Eifer für lebendigen Glauben und wahre Gottseligkeit. Auf den Gebrauch zur Vorbereitung auf die Predigt ist in allem die erste Rücksicht genommen. Wer das Buch eine Zeitlang gebraucht hat, kann *) Wohl namentlich durch die elende rationalistische Concordanz von M. G. F. Wichmann, Superintendent zu Grimma, Leipzig, 1783 und 1796. 4.