# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S146 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 146 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. node bereits empfangen haben. Denn unmöglich kann Jemand Gott und seine geoffenbarte, eine und reine, seligmachende Lehre in seinem geschriebenen Worte von ganzem Herzen lieben, der nicht zugleich von ganzem Herzen sonderlich die gefährlicheren Fälschungen und Verderbungen dieser Lehre hasset, und christliche und kirchliche Gemeinschaft mit solchen anknüpft oder fortsetzt, welche wider bessern Unterricht und Ueberweisung diese Verderbnisse hegen und pflegen. Zum Andern streitet es auch wider die wahre gottgefällige Liebe zu sich selber, wenn Jemand wider besser Wissen und Gewissen mit überwiesenen Irrgläubigen Brüderschaft pflegt, indem er dadurch in einer fortlaufenden Selbstverwundung, der Seele nach, begriffen ist. Zum Dritten ist es wider die Liebe gegen den bekenntnißtreuen Theil der lutherischen Kirche, die man dadurch ärgert und betrübt, wenn man fort und fort mit den Bekenntnißwidrigen zusammenhält, welche die Bestrafung aus Gottes Wort nicht annehmen, sondern in ihren Irrthümern beharren. Hier ist es auch der Liebe gemäß, zu zeugen und nicht zu schweigen, von den Falschgläubigen auszugehen und sich den Rechtgläubigen anzuschließen; denn „die Liebe freut sich nicht der Ungerechtigkeit; sie freut sich aber der Wahrheit.“ 1 Cor. 13, 6. Zum Vierten endlich ist es wider die wahre Liebe zu den Irrgläubigen selber, denen die Erkennenden durch Fortsetzung der kirchlichen Gemeinschaft mit ihnen behülflich sind, ihr Gewissen für die Wahrheit noch mehr abzustumpfen und sie im Hasse wider die Wahrheit zu stärken. Von der falschgläubigen Generalsynode aber der Ehre zu gewarten, um des fortgesetzten Zeugnisses der Wahrheit willen wider ihre Irrthümer, endlich von ihr ausgestoßen zu werden, wie etwa, unter gleichen Umständen, die römische Kirche handeln würde, das hieße eine zu große Energie des verkehrten Willens der fanatischen Verblendung für ihre Irrthümer von ihr erwarten, die sie bei ihrer unionistischen Lehrgleichgültigkeit und ihrer herkömmlichen Menschelei, kirchlichen Politik und landesüblichen expediency unmöglich besitzen kann. Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. (Fortsetzung.) V. Indem wir in unsrer Pfarrers⸗Bibliothek weiter gehen, treten wir nun an das fünfte Fach heran, in welches wir diejenigen Werke gestellt finden, welche die praktischen theologischen Disciplinen im engern Sinne (denn eine nicht praktische theologische Disciplin ist, da die Theologie ein habitus practicus ist, ein Unding) behandeln. 1. In einer lutherisch⸗theologischen Bibliothek steht hier selbstverständlich was zur Disciplin der Homiletik gehört, obenan. a. Kaum sind wir jedoch,