# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S134 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 134 Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. Aber der Teufel, der ein Feind aller feinen, guten Ordnung ist, hat es verhindert, vor Allem dadurch, daß sich Synoden den Namen „lutherisch“ angemaßt haben, die doch nicht lutherisch sind. Denn mit welchem Recht können sich die Synoden „lutherisch“ nennen, die einen andern Glauben und ein anderes Bekenntniß haben, als die lutherische Kirche je und je gehabt hat? Unsere lutherischen Väter bekannten sich ebenso entschieden zur Apologie, den Schmalkaldischen Artikeln und dem großen Katechismus Lutheri (um von der Concordienformel jetzt ganz zu schweigen), als zur Augsburgischen Confession und dem kleinen Katechismus. Diese einzelnen Theile zusammen bildeten den einen lutherischen Glauben. Die Synoden der Generalsynode zerstücken diesen einen Glauben, nehmen einzelne Theile nach Belieben heraus, nehmen diese wiederum nicht ganz, sondern behaupten selbst, diese sein nur "substantially correct" und nennen sich dennoch „lutherisch“ und versuchen es gar, sich und der Welt weiß zu machen, sie hätten dennoch denselben einen Glauben wie unsere Väter, ja wären die eigentlichen, wahren evangelischen Kern⸗Lutheraner, während sie die Lutheraner, die mit Aufrichtigkeit den ganzen Glauben der Kirche in allen seinen einzelnen Theilen als den ihrigen bekennen, für nicht ganz voll und ebenbürtig anerkennen und noch für etwas grün und in den zu belächelnden Kinderschuhen einer abgestorbenen Orthodoxie einhergehend halten. Warum werfen nun diese Synoden, die seit über 300 Jahre, seit 1537, von der lutherischen Kirche in der ganzen Welt bekannten Symbole aus ihrem Bekenntniß hinweg? Glauben sie nicht was in der Apologie, oder den Schmalkaldischen Artikeln, oder dem großen Katechismus steht? Und wenn sie es nicht glauben, wie können sie sich denn noch mit Ehrlichkeit vor Gottes Angesicht „Lutheraner“ nennen, da sie ja doch nun einmal den Glauben der lutherischen Kirche nicht haben. Und wenn sie es glauben, was in jenen Bekenntnißschriften niedergelegt ist, warum bekennen sie es denn nicht, warum haben sie denn mit leichtfertiger Hand das ehrwürdige Glaubensdocument zerstückelt, und wollen doch den Ehrennamen behalten!—Wie sollten nun Lutheraner, die aus dem Worte Gottes überzeugt sind, daß alle Bekenntnißschriften ihrer Kirche göttliche Lehre, göttliche Wahrheit enthalten, jenen Lutheranern, die das nicht glauben und darum auch nicht bekennen, die Bruderhand reichen können zur Bildung einer lutherischen Kirche? Das Wort Gottes verbietet es ihnen Röm. 16, 17.: „Ich ermahne aber euch, lieben Brüder, daß ihr aufsehet auf die, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten, neben der Lehre, die ihr gelernt habt, und weichet von denselbigen. Denn solche dienen nicht dem Herrn Jesu Christo, sondern ihrem Bauch, und durch süße Worte und prächtige Rede verführen sie die unschuldigen Herzen.“ Und als Lutheraner hören sie auch auf die warnende Stimme Luthers: „Wir sind wahrlich bereit und willig, Friede und Liebe ihnen zu erzeigen, doch so ferne sie uns die Lehre des Glaubens unverletzt und unverfälscht lassen. Wo wir solches bei ihnen nicht erhalten können, ist es