# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S132 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 132 Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. sie nicht der heil. Geist gesetzt; sondern vom Teufel ist es ihnen befohlen, der Teufel hat es ihnen geheißen, Altar gegen Altar aufzurichten. Mag man das Ding auch noch so sehr mit schönen Namen zudecken und schmücken, der Teufel hat sich immer geschmückt, mag man es nennen: Erbarmen über die armen vertriebenen Seelen, die es unmöglich länger in ihrer Gemeinde hätten aushalten können, da ihre „heiligen Gefühle“ (nämlich die schändliche Selbstgerechtigkeit) in der Kirche und ihre Friedensliebe in den Gemeindeversammlungen (verstehe eigensinniges Besserwissenwollen und Herrschsucht) zu sehr verletzt sei; oder Eifer im heiligen, inneren Missionswerk, oder mag man gar sagen: es sei eines jeden Pflicht, Alles zu thun, damit doch die liebe eigene Synode sich ausbreite und einen großen Namen bekomme, oder wohl gar: Amerika sei ein freies Land, da habe ein jeder Recht zu thun, was er wolle, und sei es der amerikanisch⸗lutherischen Kirche in ihren neuen großartigen Verhältnissen durchaus angemessen, nicht sich dem Worte Gottes, sondern dieses den amerikanischen Verhältnissen anzupassen und zu accommodiren. Mag man nun sagen und vertheidigen und heucheln und lügen, wie man will, das bleibt unwidersprechliche Wahrheit, daß, wie es ein göttliches Werk ist, die Gemeinschaft zu brechen mit denen, die falsche Lehre führen, so ist es hingegen ein gottloses, sündliches Treiben, Spaltungen zu machen und sich eigenwillig loszureißen von rechtgläubigen Gemeinschaften um Schwächen und Gebrechen und Sünden des Lebens willen bei Predigern oder Gemeindegliedern, und wehe den Predigern und Synoden, die dieser Sünde Vorschub leisten, das Blut derer, die dadurch verloren gehen, wird der gerechte Gott von ihren Händen fordern.— C. Wie ist diesem Uebel zu begegnen, wie dieser Sünde abzuhelfen? Vor allem natürlich erst dadurch, daß es den Gemeinden zum Bewußtsein gebracht wird, daß Spaltungen, Partheiungen, Trennungen in den Gemeinden überhaupt Sünde ist. Die Verbindung der einzelnen Gemeindeglieder mit dem in der Gemeinde aufgerichteten Predigtamte also keine menschliche, sondern von Gott gewollte, durch Gott bewerkstelligte, eine göttliche Ordnung, göttliche Verbindung ist. Daß wer sich trennt auf eine sündliche Weise von seiner Gemeinde und seinem Prediger, sich nicht allein von Menschen, sondern von Gott selbst losreißt, denn „wer euch verachtet,“ sagt Christus, „der verachtet mich,“ und daß mithin ein solcher angesehen werden muß als einer, der sich selbst in den Bann gethan hat. Dann muß in den Gemeinden nach gehöriger Belehrung entschieden dahin gewirkt werden, daß sie die miserabele Ordnung, oder vielmehr Unordnung des Miethens ihrer Prediger auf eine gewisse Zeit oder auf dreimonatliche Kündigung abthun, denn das ist eine sündliche Herabwürdigung des heiligen Predigtamtes zu einem elenden menschlichen Con⸗