# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S131 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. 131 vorgekommen, lieben Brüder, durch die aus Chloes Gesinde, von euch, daß Zank unter euch sei. Ich sage aber davon, daß unter euch einer spricht: Ich bin Paulisch; der andere: Ich bin Apollisch; der dritte: Ich bin Kephisch; der vierte: Ich bin Christisch.“ Denn damit hebt das Unglück gewöhnlich an, daß um der Gaben oder Mängel der Lehrer willen Zank und Partheiung entsteht, indem man vergißt, daß Gott es ist, der einem jeden die Gaben giebt, wie er will, und daß Er in Seiner Weisheit einen jeden Prediger dahin setzt, wo derselbe gerade mit seinen Gaben für das Reich Gottes am besten wirken kann, daß aber „weder der da pflanzet, noch der da begießet, etwas ist“, sondern allein Gott, „der das Gedeihen giebt“. Luther sagt (XVIII., 37): „Gott, wenn er die Welt will fromm machen, erwählet er Leute, denen legt er seinen Befehl in Mund, den sollen sie treiben. Neben diesem Predigtamt ist Gott dabei, und rührt durch das mündliche Wort heute dieses Herz, morgen das Herz. Es sind alle Prediger nicht mehr, denn das Wort treiben sie. Wenn nun Gott will rühren, das thut er mit dem Wort. Sie sind die Leute nicht, die da sollen Jemand fromm machen; Gott thut das alleine. Die Person soll man aus den Augen thun; aber die Lehre nicht. Darum heißt er sie fleischlich, daß sie die Prediger unterscheiden der Person halben.“ Kommt zu diesen innern Spaltungen nun auch noch der Freiheitsschwindel und geistliche Stolz Einzelner, die, weil sie das göttliche Band, das sie mit der Gemeinde und dem in derselben aufgerichteten Predigtamte verbindet, nicht erkennen, sich darum auch nicht in allen, in Gottes Wort freigelassenen, weder gebotenen, noch verbotenen Dingen, der ganzen Brüderschaft, d. i. der Majorität unterwerfen und gleichförmig machen wollen, also den Befehl Gottes 1 Pet. 5, 5.: „Allesammt seid unter einander unterthan, und haltet fest an der Demuth“ verachten: so ist das ganze Unwesen des Separatismus und schismatischer Gemeinschaften da. Fast unheilbar wird das Uebel aber dadurch, daß solche Separatisten oft ohne Weiteres in andere lutherische Gemeinden als Glieder aufgenommen werden, oder auch, indem sie selbst Oppositionsgemeinden bilden, von andern Synoden Prediger zugesandt erhalten, wodurch diese Sünde gleichsam sanctionirt, allem Eigensinn, Ungeduld und Frechheit Nahrung gegeben, und alle Gewissen auf das schrecklichste verwirrt werden. Gott will haben, daß jeder Prediger seinen „κλῆροσ“, seine ihm anvertraute Heerde, sein ihm „befohlenes“ Kirchspiel und eine Gemeinde haben soll, unter welche ihn „der heil. Geist gesetzt hat, dieselbe zu weiden“, „und über deren Seelen er wachen und Rechenschaft geben“, die er „öffentlich und sonderlich lehren“, und „in dessen Amt niemand eingreifen“ soll. 1 Pet. 5, 2. Apost. 20, 28. Ebr. 13, 17. Apost. 20, 20. 1 Pet. 4, 15. Was thun nun Prediger und Synoden, die hochmüthige und ungeduldige Separatisten in ihre Gemeinden aufnehmen, oder mit ihnen Oppositionsgemeinden aufrichten, anders, als daß sie „in ein fremdes Amt greifen“; eine von Gott einem andern Hirten anvertraute, Heerde zerstören helfen; solche Kirchspiele sind ihnen nicht von Gott befohlen, in eine solche Gemeinde hat