# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S130 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 130 Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. liche Kirche (Gal. 4, 26.); werden wir doch alle aus einem geistlichen Samen, aus Gottes Wort, erzeugt und wiedergeboren, durch einerlei Bad, durch die heil. Taufe, von Sünden abgewaschen, mit einerlei Speise und Trank, mit Christi Leib und Blut, gespeist und getränkt, streiten unter einer Fahne wider die geistlichen und leiblichen Feinde, und hat ja doch der treue Heiland Jesus Christus so inniglich und sehnlich gebeten, daß alle so durch der Apostel Wort an Ihn glauben werden, „eins, gleich wie der Vater in Ihm, und Er im Vater, daß auch sie in Ihnen eins sein.“ (Joh. 17, 21.)—Ist es nun nicht eine schreckliche Sünde, wenn einzelne Glieder in den Gemeinden, durch den Teufel und ihr böses Fleisch verführt, die brüderliche Liebe, die auch der Sünden Menge deckt, von sich stoßen, in schändlicher Hoffahrt die Vermahnung des hl. Apostels, Phil. 2,3.: „Thut nichts durch Zank und eitele Ehre, sondern durch Demuth achtet euch unter einander, einer den andern höher, denn sich selbst. Und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, das des Andern ist,“ verachten, in Ungeduld nichts leiden können noch wollen, noch dem Nächsten irgend ein Gebrechen zu gute halten; sondern in Zank⸗ und Hadersucht, Zorn und Halsstarrigkeit, Neid und Verleumdung den Frieden in der Gemeinde stören, das hohepriesterliche Gebet Jesu mit Füßen treten, ihren heiligen Beruf brechen, das Reich Jesu hindern und zerstören. Wenn der Apostel Paulus die größten Sünden der blinden Heiden erzählt, so gedenkt er auch dessen, daß sie gewesen sein „voll Bosheit, Hasses, Haders“, um anzuzeigen, daß die so in Hader und Haß leben, keine Christen, sondern ruchlose, blinde Heiden sind. Er bezeugt, daß sie nicht geistliche, durch den Geist wiedergeborne Menschen sind, sondern fleischliche, die entweder noch nicht wiedergeboren, oder die Gnade der Wiedergeburt wieder verloren haben, daher er Gal. 5, 20. Zank und Zwietracht unter die Werke des Fleisches zählt, durch welche der Mensch aus dem Reiche Gottes und der Gemeinschaft der Kirche und Gläubigen ausgeschlossen wird; darum spricht er auch 1 Cor. 11, 16.: „Ist Jemand unter euch, der Lust zu zanken hat, der wisse, daß wir solche Weise nicht haben, die Gemeinde Gottes auch nicht,“ und Röm. 2, 8. wird denen, die „zänkisch“ sind, „Ungemach und Zorn, Trübsal und Angst“ in Gottes Gericht gedräut und angekündigt.— Daß der Segen und die Wirksamkeit des hl. Predigtamtes ganz besonders unter Zank, Spaltung und Trennung leiden muß, erkennen wir schon aus dem Ernst und Eifer, mit dem der Apostel Paulus dieses fleischliche Wesen in seiner Gemeinde zu Corinth straft, und ihnen zuruft 1 Cor. 3, 16. 17.: „Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnet? So Jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben!“ Wodurch dieses Verderben des Tempels Gottes geschieht, lernen wir aus der Ermahnung Pauli 1 Cor. 1, 10.: „Ich ermahne euch aber, lieben Brüder, durch den Namen unsers HErrn Jesu Christi, daß ihr allzumal einerlei Rede führet, und lasset nicht Spaltungen unter euch sein, sondern haltet fest an einander, in einem Sinn und in einerlei Meinung. Denn mir ist