# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1858_S129 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang IV. Mai 1858. No. 5. (Eingesandt.) Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. (Schluß.) B. Wie groß die Sünde der eigenwilligen Spaltungen und Trennungen sei, als deren schmutzige Quelle der Unglaube an die Göttlichkeit des hl. Predigtamtes, an die göttliche Verbindung zwischen Prediger und Gemeinde angesehen werden muß, ergiebt sich theils im Allgemeinen daraus, daß durch dieselbe der Beruf der Christen und das Reich Jesu Christi überhaupt gefährdet, theils aber besonders das heilige Predigtamt, und Gottes Wille und Ordnung in demselben geschändet wird. — Das Gnadenreich des HErrn Christi auf Erden ist ein Friedensreich, denn er ist der Fürst des Friedens, er hat unsere Füße auf den Weg des Friedens gerichtet (Luc. 1, 79). Bei Seiner Geburt singen die Engel: Friede auf Erden, nicht allein darum, weil er uns mit seinem himmlischen Vater versöhnt, sondern auch weil er unter uns selbst Friede gestiftet, daß auch die Glieder seines geistlichen Leibes, die Bürger seines Reiches in Friede und Einigkeit unter einander leben sollen. Er hat den Frieden und die Einigkeit der Seinen gleichsam im Testament hinterlassen, denn er spricht Joh. 14, 27.: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich Euch.“ (13, 14.) „Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet.“ Wer daher einst Christi Miterbe sein will, der darf dieses Testament der Liebe und des Friedens nicht umstoßen.— Gott der HErr hat die Christen aus Gnaden in sein Reich und zu seinen Kindern berufen, nicht daß sie in Unfrieden und Uneinigkeit leben sollen, sondern einmüthig als Genossen eines Hauses, Kinder eines Vaters, Knechte eines Herrn, 1 Cor. 7, 15.: „Im Frieden hat uns Gott berufen“; Ephes. 4, 1.: „Wandelt wie sich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid“; V. 3.: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“; Coloss. 3, 15.: „Der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe“; 1 Pet. 3, 8.: „Seid allesammt gleich gesinnt, und wisset, daß ihr dazu berufen seid.“ Haben wir doch alle wie einen Vater im Himmel, so auch nun eine Mutter auf Erden, die christ⸗ 9