# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 04 20_S92 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Ja, ohne Scheu ſprachen ſie es aus, daß ſie ſo lange in der Kirche bleiben wollten, bis ſie ſie ganz nach Rom geführt hätten, welches ſeine Emiſſäre, Jeſuiten aus Belgien und Frank-— reich, fleißig genug zu ihnen ſandte. Auch mich ſuchten ſie am Köder der Nationalität, die ſich bei mir ziemlich derb ausſprach, zu angeln. Mit heuchleriſchem Mitleiden bedauerten ſie, daß noch ſo viele wackere Deutſche in unſeliger Zerriſſenheit und Verblendung dem Namen des gemeinen Luther anhingen, welchem ſie jede Schändlichkeit anzudichten ſich dreiſt erkühnten. Als ich ihnen die Frage vorlegte, ob ſie denn glauben könnten, daß z. B. auf dem Reichstag zu Worms und ſonſt der heil. Geiſt mit den Römlingen gegen die Schrift und nicht vielmehr mit Luther für die Schrift ge⸗ weſen ſei, antworteten ſie keck, mit Luther ſei der Teufel geweſen, als der ja von der wahren Kirche abgefallen ſei. So meinten ſie ferner, wenn man nur den König von Preußen zum Uebertritt bringen könnte, ſo würden doch wohl die Proteſtanten in Deutſchland bald ausgetilgt ſein, wie ja auch ſie von Herzen wünſchten, ihre Ketzer und Secten in's Meer jagen zu können. Ich eilte, ſo ſchnell als möglich aus der Nähe dieſer heiligen Männer zu kommen, und ob— wohl damals noch von geringer Erkenntniß, ließ mich doch der gnädige, barmherzige Gott das erkennen, daß Lüge, Falſchheit, Betrug, Abgötterei, Mordſucht die Mittel nicht ſein können, das Reich des Friedens auszubreiten. Noch zuletzt mußte ich von einem Betheiligten erfahren, daß unter den vielen belgiſchen Jeſui⸗ ten, die dahin kommen, um in den dortigen franzöſiſchen Kirchen ihre wälſchen Rede- und Verführungskünſte zu zeigen, auch einer der höchſten Familien des engliſchen Adels ein glänzendes Programm für Errichtung eines Erziehungsinſtitutes vorgelegt habe. Als es nun zum Abſchluß eines Contractes kommen ſollte, ſei ein anderes Programm untergeſcho— ben geweſen, nach welchem ſich die Familien— häupter verbindlich machten, dem Inſtitut auch die uubedingte Leitung des re⸗ ligiöſen Unterrichtes der Jünglinge in die Hände zu geben. Der Betrug ſei entdeckt worven und der heil. Pater ſei verſchwunden. Seitdem hat mich's zwar oft bekümmert, daß die Römiſche Kirche ihre finſtre Macht gerade zu einer Zeit ſo ſtolz wieder erhebt, die theils vernünftelnd, theils gefühlig ſchwärmeriſch ſo tief und krank darniederliegt, aber wir haben ja einen feſten Troſt in den Worten des HErrn, da er ſpricht: Himmel und Erde werden ver⸗ gehen, aber meine Worte werden nicht verge— hen — gewiß auch nicht — trotz Teufel, Pabſt, Puſey und Antichriſt — Seine heilige Kirche, denn wo das Wort iſt, da iſt die Kirche, aber vom Wort habe ich bei den Puſeyiten nichts gehört. Dar um geſtehen wir ihnen nicht, daß ſie die Kirche ſeien und ſind's auch nicht. — A. C. „Wahrheitsfreund“ ſo oft als „proteſtantiſche“ Zeugen für das Pabſtthum anführt, es ſind keine Proteſtanten, ſondern verkappte Jeſuiten, die nach ihrem verfluchten Grundſatze ſelbſt in proteſtantiſchen Gemeinden bleiben und darin das Amt verwalten können, wenn ſie nur durch das Mittel der infamſten Heuchelei den „heiligen“ Zweck der Ausbreitung des Pabſtthums befördern. D. H. 92 Beabſichtigte Miſſion der Episcopalen unter den deutſchen Lutheranern. Nach einem Bericht im diesjährigen März⸗hefte des „Spirit of Missions' hat die Miſ⸗ ſionsgeſellſchaft der proteſtantiſchen Episcopal— kirche durch die Committee für einheimiſche Miſſionen, auf Antrag des Biſchofs B. B. Smith von Kentucky, beſchloſſen, letzteren zur Errichtung einer Miſſion unter den Deutſchen mit den nöthigen Mitteln zu verſehen. In einem Briefe an den Secretair jener Commit-— tee vom 23. Jan. d. J. berichtet der genannte Biſchof von Kentucky, wie er von einem gewiſ⸗ ſen Hrn. Sträter, der vormals evangeliſcher Prediger in Cincinnati war und nun zu der biſchöflichen Kirche übergetreten iſt, erfahren habe, daß es an gebildeten Predigern für die deutſchen Lutheraner mangle, und daß ſich die weniger gebildeten unter denſelben zu den Aus⸗ ſchweifungen der Methodiſten hinneigten, es ſei daher offenbar zu fürchten, daß die deutſch⸗ lutheriſche Jugend endlich ganz in die Hände der Schwärmer fallen werde, wenn nicht die (biſchöfliche) Kirche ſich der Verlaſſenen an⸗ nehmen würde. Hier habt ihr einen neuen Beweis, theure Amts⸗ und Glaubensbrüder, von dem großen Nothſtand unſerer Kirche in dieſem Lande. Laſſet uns nicht nur auch hieraus erkennen, wie hohe Urſache wir haben, uns vor dem HErrn der Kirche zu demüthigen, ſondern auch die hiermit an uns ergehende laute Mahnung nicht überhören, alles zu thun, was wir vermögen, daß die Kinder unſerer Kirche hier nicht vor fremde Thüren nach Brod gehen müſſen. „Der Miſſionsbote.“ Die erſte Nummer einer neuen Zeitſchrift unter dieſem Titel liegt uns vor. Das Blatt iſt, wie es in der Probenummer heißt, „be— ſtimmt, die neueſten Nachrichten über die Rei— ſen, Arbeiten, Kämpfe und Siege der Boten Chriſti unter den Heiden, Juden und Muha⸗ medanern zu erzählen,“ er wird auch insbeſon— dere der von der ev. luth. Synode von Michi— gan „ausgegangenen Miſſion unter den In⸗ dianern Michigans Erwähnung thun. Nur, heißt es weiter, der wichtigſten Begeben⸗ heiten derechriſtlichen Kirche dieſes ſowohl, als des alten Vaterlandes wird der Bote in mög— lichſter Kürze gedenken.“ Das Blatt wird im Auftrag der genannten Synode von den Paſto⸗ ren F. Schmidt in Ann Arbor, Mich., und F. A. Hoffmann, in Addiſon, Ill., redigirt und monatlich zweimal für den jährlichen Sub— ſcriptionspreis von 50 Cents ausgegeben wer⸗ den. Beſtellt kann das Blatt werden unter der Adreſſe: Der Miſſionsbote. Addiſon, Ill. Da der Miſſionsbote im Namen eines kirch— lichen Körpers, der den lutheriſchen Na⸗ men an der Stirn trägt, ausgehen wird, ſo iſt unſer herzlichſter Wunſch, daß er Luthern nach⸗ folgend, nichts als das reine ewige Evangelium ſeine Botſchaft ſein laſſe (Offbg. 14, 6.). Leid hat es uns gethan, daß er erklärt, ein Friedens⸗ bote ſein zu wollen, und doch ſogleich „kampf— luſtig und bitter“ genug einen Seitenhieb nach denen thut, die er als diejenigen brandmarkt, welche „Zänkereien lieben.“ Das iſt nach un⸗ ſerem wenigen Ermeſſen wohl nicht der Weg, auf welchem man Frieden ſucht und fördert. (Eingeſandt.) Bekanntmachung. Hamilton, O., 31. März 1847. Da wegen der in öffentlichen Blättern viel⸗ fach beſprochenen Controverſe zwiſchen den bei⸗ den deutſchen Gemeinden in Hamilton, O., noch größere Uebel, als bereits vorgekommen, zu befürchten ſein möchten, hält es der Unterzeich— nete für ſich und ſeine ev.⸗luth. Zionsgemeinde zweckmäßiger, die Stadt zu verlaſſen. Eines-— theils geht er von der Ueberzeugung aus, daß, während ſolche Streitigkeiten zwiſchen zwei Ge— meinden ſich vorfinden (bereits ſeit drei Jah— ren), er nicht mit ſegensreichem Erfolg wirken könne—anderntheils ſieht er ſich aber auch ver— pflichtet, ſein Leben und Eigenthum der fre— velnden Wuth ſeiner Feinde nicht blindlings zum Opfer hinzugeben, ſondern, ſo lange es ſein kann, zu erhalten. Es war am 20. d. M., Abends 9¾ Uhr, als man ihm ſeine Fenſter ein⸗ warf und durch einen Steinwurf ſeinen rechten Arm lähmte, den er ſofort in der Binde tragen mußte; ſein Kind, das ſchlafend in der Wiege lag, wäre in Folge eines vor ſeinem Geſicht vorbeifliegenden ſchweren Steines beinahe ge— tödtet worden, auch wurde ihm, wie er zu glau— ben Grund hat, den darauf folgenden Montag Abend ſein Pferd vergiftet, ſo daß es nicht lange mehr leben konnte. — Um nun ſolchen Feinden nicht zu noch größeren Criminalver⸗ brechen Veranlaſſung zu geben, zieht er aus Liebe zu ihnen und mit Wehmuth von ſeiner mit ihm im Glauben und Frieden verbundenen ev.⸗luth. Zionsgemeinde von dannen. Alle ſeine Correſpondenten ſind erſucht, ſich vom 9. Mai an unter folgender Adreſſe an ihn zu wenden: Ad. Conradi, ev.⸗luth. Prediger an der St. Peters— kirche zu New-Bremen, Mercer Co., O. — —— (Eingeſandt.) Woodville, Ohio, März 6. 1847. Ehrw. Herr Walther! Nachſtehendes iſt die Abſchrift eines Briefes, welcher einſt an den Ehrw. Herrn Schmidt, Herausgeber der luth. Kirchenzeitung, abge⸗ ſandt wurde, in der Abſicht, daß die darinnen gemachte Anzeige in der luth. Kirchenzeitung öffentlich kund gethan werden möchte, was je⸗ doch nicht geſchah. Ob der Brief ſeinen Be— ſtimmungsort nicht erreichte oder ob die weite Entfernung des Herrn Herausgebers von der Preſſe, oder das gänzliche Aufhören der Kir— chenzeitung ein Hinderniß in den Weg legte, weiß ich nicht. Es ſcheint mir jedoch, die Ver⸗ öffentlichung deſſelben möchte noch jetzt noth— wendig ſein. Sie werden daher gebeten, das Ganze im „Lutheraner“ gefälligſt erſcheinen zu laſſen ꝛc. ꝛc. G. Cronenwett.