# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S125 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Worte über Philipp Melanchthon. 125 nicht überwältigen sollen. In diesem Sinne treten Sie, meine theuern Herren, hinaus als die verkörperten Zeugen des Geistes, der unter uns lebte und herrschte. Dieser Geist ist der, der uns Alle in dem uns gemeinsamen Bande des geistlichen Priesterthums einigt. Aber von diesem Priesterthum lassen Sie uns nicht unnütze Worte reden, sondern wir wollen es in Fleisch und Blut wandeln und einen Ernst daraus machen, damit wir als lebendige Bausteine bauen an dem Reiche des HErrn. Und was des Priesterthums Art ist, das wissen Sie Alle. Priesterdienst ist Opferdienst. Und wenn wir fragen, was wir zu opfern schuldig sind, so ist die Antwort: Uns selbst mit Leib und Seele zur Ehre des HErrn und zum selbstverleugnenden Dienst an Seinem Reiche. Die Heiden wußten in einer Sage den Geist dieser Selbstverleugnung zu verherrlichen, indem sie von jenem Manne erzählen, der, als der Abgrund sich aufthat, ihn schloß, indem er sich, Mann und Roß, hineinstürzte. Dies darf auch ein Bild dessen sein, was Sie als Zeugen Christi, wenn es gilt, zu thun haben. Darum sei mein letztes Wort an Sie: Hinein mit Mann und Roß! und der Abgrund wird sich schließen. — Mit diesen Worten schließe ich die Generalsynode vom Jahre 1857, und der HErr, der treue Heiland, gebe seinen Segen zu unserem Werke und führe uns Alle aus zu seinem ewigen, himmlischen Reiche! Amen.“ Das Abschiedswort, das Namens der Synode Kirchenrath und Decan Fabri von Würzburg an den Königl. Commissär und an den Dirigenten richtete, war ein warmer, tiefgefühlter Ausdruck des Dankes und Vertrauens, wovon die Synode gegen den Dirigenten wie gegen das ganze Kirchenregiment erfüllt war. Beim Schlußgottesdienst predigte Decan Maier von Steben über Luc. 12, 32., indem er das Texteswort „als ermunternden Zuruf an die Seinen in ernster Zeit“ in lebendiger Weise den Hörern an's Herz legte. So schloß die Generalsynode des Consistorial-Bezirks Bayreuth am 17. November. Unter allen treuen Gliedern der Evang.⸗Luther. Kirche Bayerns aber ist Freude darüber, daß der HErr auf unsern Synoden so freudig und kräftig und einstimmig bekannt und Seinem Namen die Ehre gegeben worden ist. Wir freuen uns aber auch für unser Kirchenregiment und seinen Präsidenten, welche ja doch um keines andern Grundes willen, als wegen ihres treuen Zeugnisses von Christo die Schmähungen des Unglaubens und der Halbbildung auf sich gezogen haben. Was einst Elias auf Karmel betete: Laß heute kund werden in Israel, daß Du, HErr, Gott bist und ich Dein Knecht, das war gewiß der Inhalt vieler Fürbitten für unser Kirchenregiment bei Zusammenberufung der Synoden. Und der HErr hat solches Gebet erhört und über Bitten und Verstehen an uns gethan; Er hat auf unsern Synoden und durch dieselben kund werden lassen, daß Er Gott ist und unser Kirchenregiment treu in Seinem Dienste. Und deß freuet sich unser Herz und ist fröhlich in unserm Gott. Einige Worte über Philipp Melanchthon. Der berühmte Theologe Polykarp Leyser urtheilt so vor ich nun davon sprechen will, wie ehrenvoll ich von Philipp Schriften denke, so weiß ich, daß ich einigen doch nicht genug sie mich nach sich selbst beurtheilen, meinen, daß ich nur ge⸗