# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S122 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 122 Bayern. und an's Licht kommen, da liegt die Heilung viel näher, als wo das Auge scheinbar Nichts, denn Gesundheit gewahrt. Vor allem, meine würdigen und hochzuverehrenden Herren, setze ich mein ganzes unbedingtes Vertrauen auf Sie. Denn ganz anders gestaltet es sich, wenn die Besprechung kirchlicher Angelegenheiten von den Straßen hinweg in den Kreis derer verpflanzt ist, die zur Berathung der Interessen unserer Kirche ebenso äußerlich berufen, wie innerlich tüchtig und geschickt sind. Ich zweifle keinen Augenblick, daß Ihre hochwürdige Versammlung den thatsächlichen und sprechenden Beweis liefern wird, daß man zwar die Generalsynode unserer Landeskirche theilen, nun und nimmermehr aber innerlich spalten kann. — Sie sind hieher gekommen mit den reichen, wenn auch bittern Erfahrungen der letzten Vergangenheiten. Sie, meine theuern Herren, kennen die Mittel, die allein zum wahren Frieden führen. Sie sind berufen, zu erhalten, was damals als Grund im Jahre 1853 gelegt war. Sie sind auch berufen, Mißverständnisse zu heilen, und denen, die wider das gute Bekenntniß unserer Kirche streiten, mannhaft zu widerstehen, auf daß Gott der Herr sich zu unserm Werke bekenne und unserer Kirche hier noch auf Erden zu einem Siege verhelfe. Zu diesem Werke wünsche ich Ihnen aus dem Grunde meines Herzens den Beistand, der von oben kommt. Und wenn ich zuversichtlich zu Ihnen rede, so geschieht es, weil ich weiß, daß hinter mir Einer steht, vor dem sich alle Kniee beugen müssen und welcher die, so ihm widerstreiten, sie mögen wollen oder nicht, zum Schemel seiner Füße legen wird; die Sache Sein ja, mein nicht ist! — Denken Sie aber auch alle daran, daß Sie alle hier im Dienste des Herrn stehen und für sein Reich streiten. Der Friede des Herrn sei darum mit uns und erfülle Sie, wie mit Muth und Entschiedenheit, so mit Weisheit und Milde, auf daß von uns Alles fern bleibe, was fleischlicher Eifer heißt.“ Bei dem nun folgenden Eröffnungsgottesdienste predigte Consist.⸗Rath Dr. Kraußold über Psalm 93, 5: Dein Wort ist die rechte Lehre; Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich, und leitete daraus die Gedanken ab, daß der Grund der Kirche das Wort sei, der Bau der Kirche durch die rechte Lehre erfolge, und das Ziel der Kirche in der Heiligkeit als der wahren Zierde des Hauses erkannt werden müsse. Wenn nun Ref. die Verhandlungen der Bayr. Synode nicht so ausführlich glaubt behandeln zu müssen, wie die der Ansbacher, so hat das lediglich seinen Grund in der Vermeidung der sonst unausbleiblichen Wiederholungen. Für die Leser der Ev. K. Z. ist auch nicht sowohl das Detail, als vielmehr der Geist, der auch in der Bayreuther Versammlung herrschte, von Belang. Und Gott Lob! daß das, was über die Ansbacher Synode in dieser Hinsicht gesagt werden konnte, auch von der Bayreuther im vollsten Maße gilt, ja wenn möglich in noch höherem Maße, sofern hier (in Bayreuth) die Elemente der Opposition, welche in Ansbach, wenn auch nur vereinzelt und machtlos, sich vorfanden, fast gar nicht vorhanden waren, oder wenigstens nicht versuchten, sich irgendwie geltend zu machen. In Bezug auf die vom Kirchenregimente gemachten Vorlagen theilen wir hier den Wortlaut der über den Katechismus gefaßten Beschlüsse mit. Es wurde einstimmig nach dem Vorschlage des Ausschusses beschlossen: Die Hochwürdige Synode wolle erklären: 1. daß sie den vorgelegten Katechismus⸗Entwurf von Caspari als eine bedeutende Arbeit anerkenne und dem Verfasser ihren Dank dafür ausgesprochen haben wolle;