# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S118 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 118 Bayern. versöhnliche Geist beider Generalsynoden alle Widersacher verstummen machen und alle ängstlichen Gemüther beruhigen werde, zumal da sich das unerschütterliche Vertrauen der Protestantischen Landeskirche zu dem ihr vorgesetzten Kirchenregimente aufs neue bei allen unsern Verhandlungen herausgestellt hat, weshalb wir uns verpflichtet fühlen, Eurer Königlichen Majestät unsern Dank auch dafür auszusprechen, daß Allerhöchstdieselben eben so bekenntnißtreue als dem König und der Verfassung ergebene Männer zur obersten Leitung unserer kirchlichen Angelegenheiten berufen haben.“ Diese Adresse wurde von sämmtlichen Synodalen unterzeichnet; von Keinem mit einem Protest oder Vorbehalt wegen des auf das Oberconsistorium bezüglichen Passus. Es müssen also auch die wenigen Vereinzelten, welche beim Beginn der Synode noch als Opposition galten, im Laufe derselben gewonnen worden sein; denn sonst hätten sie ja diese Adresse nicht, oder wenigstens nicht pure unterzeichnen können. Das Zeugniß, das in dieser Adresse der Generalsynode enthalten ist, wiegt schwerer, als die Artikel loser Zeitungsschreiber. Denn in der Adresse hat das zur Vertretung der Landeskirche berufene, gesetzliche Organ Namens der Kirche gesprochen, dasjenige Organ, das aus den freien Wahlen der Gemeinden hervorgegangen ist, und zwar aus Wahlen, die nicht vor, sondern nach der jüngsten Bewegung und unter deren Einflusse vorgenommen worden sind. Lassen wir auf diese Mittheilung die Worte des Dirigenten der Generalsynode folgen, die gewiß überall da gern vernommen werden, wo der Name Harleß mit Achtung und Liebe genannt wird. Sie lauten: Hochwürdige, hochverehrte Herren! Vor Allem habe ich zum Schlusse Ihnen allen insgesammt und einem Jeglichen besonders den aufrichtigsten und tiefsten Dank zu sagen für die Würde und Ruhe wie für den Ernst und Eifer, mit welchen Sie Ihre Berathungen und Verhandlungen gepflogen und vollendet haben. Wenn eine gedeihliche Frucht, und sie ist nicht zu bezweifeln, diesen unsern Verhandlungen entsprießt, so lassen Sie mich auch den Geist bezeichnen, dem wir sie verdanken. Es ist der Geist der Selbstverleugnung, in welchem ein Jeder das, was das Seine ist, hintanstellt, und voranstellt, was des Ganzen, der uns allen gemeinsamen Mutter, unserer Kirche, ist. In diesem Geiste haben Sie die Verhandlungen begonnen und geschlossen. Ich danke Ihnen aber auch weiter für die Erklärung Ihres Vertrauens, die Sie in feierlicher Weise bezeugt und niedergelegt haben. Es hat diese Erklärung manche schlaflose Nacht, manch' bittern Schmerz meines Herzens aus meinem Gedächtniß getilgt. Doch danke ich Ihnen nicht um meinetwillen. Ich danke Ihnen um der guten Sache willen. Ja an den Dank selbst knüpfe ich sofort eine Bitte, die mir noch wichtiger als der Dank ist. Ich bitte, tragen Sie jetzt dieses Vertrauen hinaus in die Gemeinden. Wirken Sie, daß auch diese Vertrauen behalten oder neu gewinnen! Und wenn wieder einmal Bedenken und Zweifel auftauchen sollten, sagen Sie ihnen, sie sollten sich vertrauensvoll an uns wenden. Wahrlich, so lange diese zwei Augen offen stehen, sie sollen nie eine hinterhaltige Antwort bekommen. Erinnern Sie dieselben zugleich an die Feinde unserer Kirche, welche auf unsere Blößen lauern und über unsere Zerwürfnisse hohnlächeln. Lehren Sie vor allem dieselben des Herrn unserer Kirche zu gedenken und dafür zu sorgen, daß nicht um unserer Fehler, Uebereilungen und Sünden willen der Name dieses unseres gemeinsamen Herrn gelästert werde.