# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S115 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. 115 chen Weisheit, eine Stiftung Gottes selbst. Die ordentlich berufenen Prediger sind, obwohl mittelbar durch die Gemeinden, dennoch als von Gott Berufene anzusehen. — Apost. 20, 28: „So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Heerde, unter welche euch der heil. Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigenes Blut erworben hat.“ Die Bischöfe zu Ephesus waren nicht unmittelbar vom Herrn Jesu, sondern mittelbar durch Menschen erwählt und berufen, dennoch sagt der hl. Apostel „der heilige Geist“ habe sie gesetzt. — Ephes. 4, 11: „Und Er (Christus) hat etliche zu Aposteln gesetzt (unmittelbar), etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, (mittelbar).“ Augsb. Confession: „Solchen Glauben zu erlangen hat Gott das Predigtamt eingesetzt.“ Luther (XI., 2553): „Zum ersten sind etliche Apostel, die nicht vom Menschen, noch durch einen Menschen, sondern durch Jesum Christum und Gott den Vater erwählt sind, als etwan die Propheten und alle Apostel. Zum andern sind wohl etliche von Gott erwählt, aber durch Menschen; als die Jünger der Apostel und alle, so bis ans Ende der Welt anstatt der Apostel rechtschaffen in das Predigtamt treten, als Bischöfe und Priester.“ „Ist daher, (heißt es in der „Stimme unserer Kirche in der Frage von Kirche und Amt,“) einer Person durch die Gemeinde die Amtsbefugniß vermittelst ordentlichen rechtmäßigen Berufs übertragen, so ist dieselbe von Gott selbst der Gemeinde, obwohl durch sie vorgesetzt (1 Cor. 12, 28, Ephes. 4, 11. Apost. 20, 28). Der Eingesetzte ist nun nicht nur ein Diener der Gemeinde, sondern zugleich ein Diener Gottes, ein Botschafter an Christus statt, durch welchen Gott die Gemeinde vermahnt (1 Cor. 4, 1. 2 Cor. 5, 18—20). Wenn daher ein Prediger in seiner Gemeinde Gottes Wort führt, sei es lehrend, oder ermahnend, strafend oder tröstend, sei es öffentlich oder sonderlich, so hört die Gemeinde aus seinem Munde Jesum Christum selbst; so ist sie ihm unbedingten Gehorsam schuldig, als dem, durch welchen Gott ihr seinen Willen kund thun und sie zum ewigen Leben leiten will; und je treuer der Prediger sein Amt verwaltet, je größerer Ehre soll die Gemeinde ihn werth halten. Sie hat auch kein Recht, einem solchen treuen Diener Jesu Christi sein Amt wieder zu nehmen, thut sie dieß, so stößt sie damit Jesum Christum selbst, in dessen Namen er ihr vorstand, von sich. Erst dann kann die Gemeinde einen Träger des Amts aus seinem Amte entfernen, wenn es aus Gottes Wort offenbar ist, daß der HErr selbst ihn als einen Wolf oder Miethling entsetzt habe.“ Luther (XIII., 1191): „Kurz, wir sein, wie wir wollen, so müssen sie das Evangelium, Absolution und Sacrament von ihren Pfarrherrn und berufenen Predigern empfahen, und solche göttliche Ordnung nicht verachten, so lieb ihnen ihre Seligkeit ist.... Ein frommer Christ thut nicht also, sondern, ob er gleich höret etwas Unrechtes predigen, fährt er mit Demuth und vermahnet den Prediger freundlich und brüderlich, trotzet und starret nicht also.“