# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S114 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 114 (Eingesandt.) Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. (Fortsetzung.) A. Die Quelle, der eigentliche Ursprung dieser schweren Sünde und großen Uebels ist der Unglaube. Man glaubt nicht, daß das hl. Predigtamt eine göttliche Stiftung, eine göttliche Ordnung ist. Das Wort: „der HErr giebt das Wort mit großen Schaaren Evangelisten,“ Ps. 68, 12. und: „Ihr Kinder Zions freuet euch, und seid fröhlich in dem HErrn, eurem Gott, der euch Lehrer zur Gerechtigkeit giebt,“ ist vielen Gemeinden noch nicht zur Erkenntniß gekommen. Sie meinen, es sei eine kirchliche, menschliche Einrichtung, Prediger habe man nöthig, damit das Wort Gottes verkündigt und die hl. Sacramente verwaltet würden; aber von ihrem Willen und Belieben hänge es ab, das Predigtamt unter sich aufzurichten oder nicht, den erwählten Prediger zu behalten, oder nach Ablauf einer gewissen Kündigungsfrist gehen zu heißen. Daß Gott es ist, der ihnen durch eine rechtmäßig vollzogene Macht, ihren Prediger gibt, das Band daher, welches sie mit ihrem Seelsorger verbindet, auch ein heiliges, göttliches ist, das, wie es von Gott geknüpft, auch nur allein von Ihm wieder gelöst werden kann; davon wissen viele lutherische Gemeinden noch nichts. Und woher sollen es auch die armen Leute gelernt haben? Wie gräulich liegt in den meisten Gegenden Deutschlands die Besetzung der Pfarrerstellen im Argen, wo es nicht der lebendige und allein weise Gott, sondern die Anciennetät der Prediger, und die Größe des Pfarreinkommens ist, welches gewöhnlich die Besetzung bedingt; so daß man hier, auch in schon etwas geförderten Gemeinden bei Berufssachen, dennoch zuweilen die Aeußerung hört: wenn sich unser Prediger verbessert auf der Stelle zu der er berufen, so können wir ihn nicht halten. Dazu kommt, daß leider auch hier viele lutherische Prediger in völliger Unkenntniß der Lehre vom Beruf auf das willkürlichste und oft aus puren weltlichen Motiven ihren göttlichen Beruf selbst aufgeben und die Gemeinden wechseln, so oft sie sich einen Vortheil davon versprechen. Ist es denn da zu verwundern, wenn auch einzelne Glieder in den Gemeinden, so bald es ihnen nicht nach ihrem Kopf und Wunsch geht, Schritte thun, das Band, das sie mit ihren Gemeinden verbindet, zu lösen, und weil sie nicht leicht, wie die Prediger, beliebig in andere Gemeinden fortziehen können, nun in der eigenen Partheien zu bilden suchen, Spaltungen machen, und, wenn es zu wirklichen Trennungen kommt, mit ihrem Anhang eine Oppositionsgemeinde zu bilden? Hier thut es vor allem Noth, daß bei Predigern wie Gemeinden das Gewissen geweckt wird, daß in diese traurige Finsterniß göttliches Licht hineinleuchtet. Das Predigtamt ist eine göttliche Ordnung, ein Werk der göttli⸗