# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S109 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Antwort auf eine Stimme aus der lutherischen Kirche Deutschlands ꝛc. 109 zu machen. Wir müssen gestehen, daß uns diese Aeußerungen sehr betroffen machen und uns in der innersten Seele betrüben. Denn gesetzt auch, es wäre wirklich weiter nichts, als daß man von der Redeweise der alten Väter abwiche und Ursache zur Verwirrung gebe: so ist ja die Redeweise der Väter dem Vorbild der heilsamen Worte gemäß und somit eine gegentheilige diesem Vorbild zuwider; Ursache aber zur Verwirrung geben, heißt doch in der That Ursache geben zu Irrthum, Sünde und tödtlicher Gefahr der Seelen. Sollte das nicht einer ernsten Bekämpfung werth sein und wollen nicht wir Lutheraner wie in rebus so auch in phrasibus nimmermehr abweichen „von der einmal von unsern gottseligen Vorfahren und uns erkannten und bekannten göttlichen Wahrheit, wie die in prophetischer und apostolischer Schrift gegründet, und in dreien Symbolis, auch der Augsb. Confession, Anno 1530 Kaiser Carolo V. hochmilder Gedächtnis übergeben, der darauf erfolgten Apologie, in den Schmalkaldischen Artikeln und dem großen und kleinen Katechismo des hocherleuchteten Mannes Dr. Luther ferner begriffen ist?“ Aber hier ist ja mehr, hier ist nicht bloß abweichende Redeweise, sondern Irrthum und falsche Lehre. Und wir Lutheraner, Söhne der Kirche, die Gott einst berufen hatte, den Widerchrist zu entdecken und das ewige Evangelium aus dem Schutt der Menschensatzungen wieder ans Licht zu bringen, die in ihren edelsten Gliedern je und je von heiligem Haß wider alle auch die kleinste Lüge und Irrthum erfüllt war, die offenbar den Beruf hat als treue Bekennerin in dem Wirrwarr dieser letzten betrübten Zeit das göttliche Zeugenamt zu üben, wir sollten da stille schweigen können? wir sollten es nicht der Mühe werth achten, viel Streitens darum zu machen? Ach gewiß, so könnten Sie nicht geredet haben, wenn Sie die falschen Principien der Gegner als solche klar erkannt, innerlich überwunden und als seelengefährliches Gift ausgestoßen hätten. O darum, so lassen Sie doch mit der Willigkeit, die Ihnen der freundliche HErr und Gott gegeben hat, nicht ab, der Sache weiter nachzuforschen, und ruhen Sie nicht eher, als bis Sie sich aus der unsäglichen Verwirrung unserer Zeit auf den Felsengrund der heilsamen lutherischen Lehre ganz und völlig zurückgeflüchtet haben. Dann werden Sie uns mit eins verstehen, dann werden alle Ihre ängstlichen Bedenken dahinfallen, dann werden auch Sie im Gewissen gedrungen sein, mit uns bis in den Tod den Kampf zu kämpfen, den uns der HErr verordnet hat, und werden unsern Streit mit Grabau einer größern Aufmerksamkeit würdigen als bisher. Möchten dazu durch Seine freundliche Gnade diese in großer Schwachheit aber aufrichtiger Liebe und herzlichem Wohlwollen geschriebenen Zeilen gesegnet sein und von Ihm gewürdigt werden, Ihnen und durch Sie auch andern zu der Ueberzeugung zu verhelfen, daß wir weder in Lehre noch Praxis eigene Wege gehen, sondern durch Seine unverdiente Gnade einfältig zu der lauteren Lehre unserer Väter zurückgekehrt sind, und für dieses Kleinod wider alle Fälschungen unserer seuchtigen Zeit aus großer Noth unserer Gewissen kämpfen.