# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1858_S108 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 108 Antwort auf eine Stimme aus der lutherischen Kirche Deutschlands ꝛc. Befehle ergehen läßt, die durch die Prediger, als die executive Gewalt an die Gemeinden gelangen, und durch die Autorität des Regiments, des Amts den Gewissen applicirt werden! Oder ich frage Sie selbst, was heißt es doch, und kann es, alles wohlerwogen, füglich anderes heißen, wenn im Gegensatz gegen unsere ächt lutherische und apostolische Weise, allein die Gewalt des Worts aufzurichten, behauptet wird: das thue es allein nicht, Amt, Kirchenregiment und Gemeinde in harmonische Ordnung verfaßt, müsse es thun, als daß durch die Autorität des Worts allein die Kirche nicht vermag regiert zu werden, sondern die Autorität des Kirchenregiments, des Amts müsse dem ohnmächtigen Wort helfen und es in die Gewissen treiben. Das aber ist eben der innerste Gegensatz zwischen uns und der falsch lutherischen Richtung unserer Tage, ein Gegensatz, der freilich auf nichts geringeres hinausläuft, als auf den Gegensatz von Evangelium und Gesetz, Christenthum und Widerchristenthum, Lutherthum und Papstthum in irgendwelcher Gestalt. Glauben Sie es uns, geliebter Bruder, der geheime Haß gegen die alleinige Geltung des Worts, dem man sich ja selbst auch unbedingt unterwerfen und somit die eignen hierarchisch⸗papistischen Gelüste und den ganzen Plunder veräußerlichter, materialisirender Anschauungen von Kirche und Amt fahren lassen müßte, der ist es, der unsere Gegner so auf uns erbittert und wider besser Wissen so schmähen läßt, als herrsche bei uns eitel Willkür, und regiere Herr Omnes und trete frech die Gerechtsame des h. Predigtamts mit Füßen. Leihen Sie solchen Verunglimpfungen nicht das Ohr, Sie würden uns ein himmelschreiendes Unrecht thun, als die wir zu Gottes Ehren wohl sagen können, daß wir in dieser letzten betrübten Zeit nicht müde werden, die göttliche Gewalt des Worts aufzurichten, und mit demselben fortwährend wider alle Bollwerke des Teufels anzukämpfen. Hüten Sie sich aber auch vor den falschen Principien der Gegner als vor einem schädlichen und tödtlichen Gift. Wohl schrecken Sie vor den meisten Consequenzen derselben zurück und können deshalb glauben, mit uns im Princip eins zu sein. Aber wir dächten wider die Liebe zu fehlen, wenn wir verschwiegen, daß Ihre Anschauungen noch meist in jenen Principien wurzeln, und Sie dieselben noch keineswegs völlig in sich überwunden haben. Die Consequenzen aber bleiben nicht aus, und sollten sie immerhin erst von dem kommenden Geschlecht völlig gezogen werden, was der barmherzige Gott in Gnaden um Christi willen verhüten wolle. Denken Sie nicht, wir urtheilen zu streng über Sie. Wir müßten Gewissenshalber so urtheilen allein schon um des Schlusses Ihrer Erörterungen willen. Sie sagen daselbst, daß auch drüben in Deutschland welche seien, die die lutherische Kirche geradezu für „die Kirche,“ für den Leib Christi erkläreten, weil sich aber dieselben gegen die daraus folgenden Consequenzen verwahrten, so scheine Ihnen die Sache auf dunkle, verworrene, sich innerlich widersprechende Redensarten hinauszulaufen, bei welchen nur betrübt sei, daß man damit abweiche von der Redeweise der alten Väter und Ursache zur Verwirrung gebe, übrigens sei es nicht der Mühe werth, viel Streitens darum