# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1858_S96 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 96 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. wunderungswürdige Armuth zu erkennen, in welcher namentlich so viele eingeborne Prediger solche Sachen betreffend stecken. Tennessee⸗Synode. Aus dem „Luth. Standard'' ersehen wir, daß in dieser Synode die Bekenntnißfrage noch immer nicht zum Abschluß gekommen ist, daß aber die Lösung derselben immer unüberwindlicher wird. Ein diese Sache betreffender Aufsatz Herrn Pastor Wetzels vom 2. Febr. in genanntem Blatte schließt mit den Worten: „Darum, Brüder von der Tennessee⸗Synode, Ein Wort an Euch. Ihr nähert Euch vielleicht dem wichtigsten und entscheidungsvollsten Stand der Dinge, der je in der ganzen Geschichte Eurer Synode sich dargestellt hat. Ihr nähert euch der Entscheidung der Frage die Constitution eurer Synode zu verändern oder zu verbessern oder vielleicht eine ganz neue zu machen. Wichtige gute oder üble Folgen können das Resultat eures Verfahrens sein, da die Bekenntnißfrage ohne Zweifel die wichtigste ist, die mit der Veränderung der Constitution verbunden ist, so hoffe ich, daß sie zu einer Testfrage gemacht werden wird. Dies ist ein Gegenstand, der der Synode als einem lutherischen Körper zum Grunde liegt, und wenn Ihr Euch nicht zuvor dessen vergewissern könnt, daß die gesammten symbolischen Bücher zur Bekenntnißgrundlage der Synode in der neuen oder verbesserten Constitution gemacht werden, so ist's ebenso gut, wenn Ihr Eure Constitution laßt, wie sie ist, in Betreff der anderen Gegenstände, die Ihr zu verändern wünscht. Denn wenn Ihr diesen Punkt nicht wohl sichern könnt, so hat's keinen Nutzen, die anderen zu verbessern.“ Wir wünschen und hoffen, daß die Tennessee⸗ Synode, die in der Zeit eines allgemeinen Abfalls treu war, nun, nachdem sichs wieder allenthalben geregt hat und so viele zu dem Bekenntniß der Väter reuig zurückkehren, nicht plötzlich stehen bleiben (-zurückgehen) und daß sich nicht an ihr bewahrheiten werde das Wort des HErrn: „Die Letzten werden die Ersten, und die Ersten die Letzten sein.“ Matth. 20, 16. Die Amerikanische Bibelgesellschaft war seit mehreren Jahren damit beschäftigt, die englische Bibel⸗Uebersetzung zu verbessern. Nach jahrelanger Arbeit gelang es, wie die Reform. K. Z. meldet, einer dazu angestellten Committee dieses Werk zu beschließen und eine Auflage in Octavformat zu drucken. Aber nun ließen sich so viele ungünstige Stimmen gegen dieses Verfahren vernehmen, daß die Verwalter der Gesellschaft es für rathsam hielten, eine Zusammenkunft der Glieder zu berufen, um die Frage zu entscheiden: Ob man vorwärts oder rückwärts schreiten solle? — Fast einstimmig wurde beschlossen, beim Alten zu bleiben und den neuen Abdruck auf die Seite zu setzen. Man meinte, ein solches Unternehmen sollte durch officielle Repräsentanten der Kirche und nicht durch die Verwalter einer unabhängigen Gesellschaft stattfinden. Unter den Verwaltern sind 21 Presbyterianer, 7 Bischöfliche, 4 Methodisten, 2 Niederdeutsch⸗Ref., 1 Quäker und 1 Baptist. II. Ausland. Die Kirchenvisitationen in Sachsen. Ein Urtheil über die Bedeutung derselben und wie ohne stehende Visitatoren (dergleichen unsere Synode durch Gottes Gnade hat) jenes Institut seinen Zweck nicht erreicht, dies lesen wir in dem Vorwort zum gegenwärtigen Jahrgang des Sächs. Kirchen⸗ und Schulblattes. Da heißt es: „Man würde übler Täuschung sich hingeben, wenn man meinte, daß von dieser Visitation eine neue Aera für unsere Kirche dadurch werde erneuert werden. Es ist ihre Abhaltung und Wirkung, wie wir wissen, gar manchmal hinter den Erwartungen und Wünschen bedeutend zurückgeblieben, und das innere geistliche Leben der Gemeinden hat allzuwenig davon gehabt. Aber das ist in diesen Fällen nicht Schuld der Visitation selbst, sondern durch die betreffenden Persönlichkeiten veranlaßt. Eine reiche Anregung konnte wenigstens von ihr auf die Gemeinden ausgehn. Und wir haben von manchen Fällen gehört, in welchen dies auch stattgefunden. Und schon das ist etwas werth, daß die einzelne Gemeinde sich als Glied des Ganzen sah und fühlte. Die Hauptsache ist freilich immer das treue Wirken der einzelnen Pastoren. Fehlt es an diesem, so kann auch die vorübergehende Erregung, welche die Visitation bringt, nicht viel Frucht schaffen. Um so nöthiger ist es, darauf zu denken, den Segen derselben wenigstens theilweise durch ein bleibendes Institut zu fixiren. Das Nächstliegende und Angemessenste ist, daß den einzelnen Ephoren regelmäßige Visitation ihrer Diöcesen, ohne welche wiederkehrende persönliche Kenntnißnahme der einzelnen Gemeinden, ihrer Zustände und ihrer Pastorirung eine gedeihliche, über die bloße äußere Verwaltung hinausgehende Leitung der Diöcesen auch gar nicht möglich ist, zur Aufgabe gemacht werde — aber ohne Kirchenrechnungsabnahme!“ Dr. Baumgarten ist, nachdem er bereits vorher aus der theologischen Prüfungscommission entlassen war, wie aus Rostock den 11. Jan. gemeldet wird, nunmehr auch „wegen seiner Lehrabweichungen von dem Bekenntnisse der ev.-luth. Kirche“ auf Grundlage eines Erachtens des großherzoglichen Consistoriums auch von seinem academischen Lehramt entfernt worden.