# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1858_S83 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber Laienälteste oder Gemeindevorsteher. 83 Caspar Erasmus Brochmand (Bischof von Seeland in Copenhagen, † 1652) rettet die Stelle 1 Tim. 5, 17. gegen diejenigen in ausführlichem Nachweis, welche leugnen, daß darin von Laien⸗ oder, wie er redet, von politischen Aeltesten die Rede sei, indem er schreibt: „Adrian Saravia und Erastus (beiderseits Reformirte) disputiren eifrig, ein Presbyterium, welches aus kirchlichen und politischen Personen bestehe, sei nicht göttlich, sondern ein menschliches Fündlein. Grund und Bestätigung der Behauptung ist, die Schrift erkenne keine anderen Presbyter an und lasse keine anderen zu, als solche, welche das Amt haben, die Schrift zu lehren und auszulegen. Wir setzen den Ausspruch Pauli 1 Tim. 5, 17. ihnen entgegen, wo der Apostel ausdrücklich lehrt, daß es Presbyter gibt zweier Gattungen. Die einen waren damit beschäftigt, die Kirche öffentlich zu lehren; den anderen aber war die Sorge für die Kirchenzucht übergeben. Diese Erklärung wird aus Paulo selbst erhärtet, welcher 1 Cor. 12, 28. der Regierer gedenkt, das heißt, solcher Personen, welche nicht sowohl lehrten, als die Kirche regierten. Denn sie werden von den Aposteln, Propheten und Lehrern unterschieden. Aber Saravia und Erastus mühen sich sehr ab, den aus der Paulinischen Stelle 1 Tim. 5, 17, geführten Beweis, wenn nicht umzustoßen, so doch verdächtig machen zu können. Die Summa ihrer Beweisführung ist: „„Der Apostel erwähne nicht zwei Gattungen von Presbytern, sondern lehre, daß zwar alle Presbyter, nehmlich Diener des göttlichen Wortes, doppelter Ehre werth sein, aber sonderlich die, welche mit unermüdlichem Fleiß und innigster Sorge die ihrer Treue anvertrauten Schafe weiden.““ Diese Auslegung suchen sie mit zwei Argumenten annehmbar zu machen. Das erste Argument nehmen sie von den Worten, welche im Text vom Lohne folgen. „„Denn es ist nicht wahrscheinlich, sagt Erastus, daß zu irgend einer Zeit für die Kirchendiener und nicht lehrenden Presbyter in der Kirche derselbe Lohn festgesetzt gewesen sei.““ Denn jene hätten einen doppelten, diese einen einfachen Gehalt bekommen, und nichts desto weniger sagt der Apostel, daß beide doppelter Ehre werth seien. Das andere Argument nehmen sie von dem Wort κοπιᾶν, dessen sich der heilige Paulus bedient.““ Denn κοπιάω oder κοπιάζω bedeutet nicht nur arbeiten, sondern mit Arbeiten sich abmühen oder mit großem Fleiß, Sorge und Arbeit etwas verrichten .. Diese Einwendungen lassen sich leicht auflösen. Erstlich, ist die Auslegung der Gegner allzu unnatürlich, nehmlich, daß der Apostel dieses wolle, daß alle Presbyter, das heißt, Diener des Worts, doppelter Ehre werth seien, aber sonderlich die κοπιῶντες im Wort und in der Lehre. Denn die Verbindung der Worte selbst widerlegt diese Auslegung klar. Denn wenn der Apostel nicht von anderen Presbytern geredet hätte, als von denen, welche Gottes Wort verkündigen, wozu wäre es nöthig gewesen, hinzuzusetzen: sonderlich die da arbeiten am Wort und an der Lehre? Von den Presbytern, welche nicht also vorstehen, wie es sich gehört, handelt ja der Apostel erst im folgenden Verse. Und es sage mir doch der Gegenpart, ob er diejenigen doppelter Ehre werth gehalten wissen wolle, welche Gottes