# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1858_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 76 Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. durch den Teufel betrogen, über dem Sacrament oder anderer Irrung: man solle nicht über Einen Artikel so fort streiten, und darüber die christliche Liebe zertrennen, noch einander darüber dem Teufel geben; sondern, ob man gleich in einem geringen Stücke irrete, da man sonst in andern eins ist, möge man wohl etwas weichen und gehen lassen, und gleichwohl brüderliche und christliche Einigkeit oder Gemeinschaft halten. Nein, lieber Mann, mir nicht des Friedens und Einigkeit, darüber man Gottes Wort verleurt; denn damit wäre schon das ewige Leben und alles verloren. Es gilt hier nicht weichen, noch etwas einräumen, dir oder einigem Menschen zu Liebe. Sondern dem Worte sollen alle Dinge weichen, es heiße Feind oder Freund. Denn es ist nicht um äußerlicher oder weltlicher Einigkeit und Friedens willen, sondern um des ewigen Lebens willen gegeben. Das Wort und die Lehre soll christliche Einigkeit oder Gemeinschaft machen; wo die gleich und einig ist, da wird das andre wohl folgen; wo nicht, so bleibet doch keine Einigkeit. Darum sage mir nur von keiner Liebe noch Freundschaft, wo man dem Wort oder Glauben will abbrechen; denn es heißt nicht: Die Liebe, sondern: das Wort bringet ewiges Leben, Gottes Gnade und alle himmlischen Schätze. Das wollen wir gerne thun, daß wir äußerlichen Frieden mit ihnen halten, als wir in der Welt thun müssen mit Jedermann, auch mit den ärgsten Feinden; das gehet seinen Weg, in dieses Leben und weltliche Wesen, darüber wir nichts zu kämpfen haben; aber der Lehre und falschen Gemeinschaft halben wollen wir nichts mit ihnen zu thun haben, noch für Brüder, sondern für Feinde halten.“ Ferner: Galater 5, 9: „Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.“ Wenn diese ernste Mahnung des heil. Apostels erst mehr für Wahrheit, göttliche Wahrheit anerkannt wird, die nicht blos den Galatern, sondern auch den Lutheranern, auch den Lutheranern in Amerika gilt; so muß vor allen Dingen zuerst jene Gott mißfällige, sündliche brüderliche Vereinigung mit den Männern und Synoden der bekannten Plattform aufhören. Oder sind deren öffentlich ausgesprochene Abweichungen von den Lehren der heil. Schrift und den symbolischen Büchern kein Sauerteig? Oder ist der ganze Teig der Generalsynode so kerngesund, klar und fest und über alle Versuchung und Versäuerung erhaben, daß sie sich vor dem Sauerteig nicht zu fürchten, und die Vermahnung des Apostels als auf sie nicht anwendbar betrachten und darum abweisen dürfte? Es möge mir vergönnt sein, auch über diese Stelle, Gal. 5, 9. die inhaltsschweren Worte Dr. Luthers anzuführen, der, ob er ja freilich nicht in Amerika geboren ist, dennoch wohl werth sein möchte von den „Lutheranern“ gehört zu werden. (VIII, 2652, ff.) „Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. (Gal. 5, 9.) Ist eine Warnung, die St. Paulus groß achtet, davon wir billig auch viel halten sollen, sonderlich zu unserer Zeit. Denn die Rotten, so da fürgeben, daß Christi Leib und Blut im Abendmahl nicht gegenwärtig sind, verweisen und sprechen uns übel, daß wir zänkisch, hartsinnig und unfreundlich sein, und