# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1858_S75 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. 75 Joh. 10, 5. „einem Fremdling aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm.“ Luther (XVII, 2440): „Wer seinen Seelsorger weiß, daß er Zwinglisch lehrt, den soll er meiden, und ehe sein Lebenlang das Sacrament entbehren, ehe ers von ihm empfahen sollte, ja auch ehe drüber sterben und alles leiden.“ (Seite 2446): „Und in Summa, daß ich von diesen Stücken komme, ist mirs erschrecklich zu hören, daß in einerlei Kirchen oder bei einerlei Altar sollten beider Theil einerlei Sacrament holen und empfahen, und ein Theil sollte gläuben, es empfahe eitel Brod und Wein; das andere aber gläuben, es empfahe den wahren Leib und Blut Christi. Und oft zweifele ich, obs zu gläuben sei, daß ein Prediger oder Seelsorger so verstockt und boshaftig sein könnte, und hiezu stillschweigen, und beide Theil also lasse gehen, ein jeglichs in seinem Wahn, daß sie einerlei Sacrament empfahen, ein jegliches nach seinem Glauben ꝛc. Ist etwa einer, der muß ein Herz haben, das da härter ist, als ein Stein, Stahl und Demant, der muß ein Apostel des Zorns sein. Denn Türken und Jüden sind viel besser, die unser Sacrament leugnen und frei bekennen; denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Abgötterei. Aber diese Gesellen müßten die rechten hohen Erzteufel sein, die mir eitel Brod und Wein geben, und ließen michs halten für den Leib und Blut Christi, und so jämmerlich betrögen. Das wäre zu heiß und zu hart; da wird Gott zuschmeißen in kurzem. Darum wer solche Prediger hat, oder sich deß zu ihnen versieht, der sei gewarnt vor ihnen, als vor dem leibhaftigen Teufel selbst.“ Ferner, 2 Joh. 10, 11: „So Jemand zu euch kommt, und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause, und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßt, der macht sich theilhaftig seiner bösen Werke.“ Wir ersehen, daß der heil. Apostel, der sonst so dringend zur brüderlichen Liebe ermahnt: „Ihr Lieben lasset uns unter einander lieb haben, ... wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht ... Meine Lieben, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit“ —, daß derselbe Apostel, dem wohl Niemand wagen wird, hartes, rücksichtsloses, altlutherisches Wesen vorzuwerfen, auf das allerentschiedenste alle brüderliche Gemeinschaft mit denen verbietet, die keine reine Lehre haben; nicht „zu Hause nehmen,“ nicht „grüßen“ soll man solche Leute. O, was giebt es in der lutherischen Kirche für Liebeshelden, wie wissen sie mit „süßen Worten und prächtigen Reden“ einher zu stolziren, solche Bibelstellen wie die unsrige wissen sie nicht, kennen sie nicht, achten sie nicht, das ist ihnen zu roh, den amerikanischen Verhältnissen durchaus nicht angemessen, das ist nur etwas für die Altlutheraner, für die grünen Deutschen, sie hingegen sind mit ihrer Bruderliebe weit über den Apostel Johannes hinaus, wenn auch Jemand kommt, und die reine Lehre nicht bringt, er ist ihnen doch ein „lieber, lieber Bruder.“ Luther sagt (IX, 455): „Etliche unverständige Geister fürgeben