# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1858_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 74 Von den Spaltungen in den hiesigen lutherischen Gemeinden. den reformirt und unirt bleiben wollen, und der „lutherische“ Herr Pfarrer damit keine Unruhe, Spaltung, Trennung giebt, einen jeden auch bei seiner Meinung fein bleiben läßt, und darüber auch bei Leibe nicht auf der Kanzel oder sonst öffentlich die Reformirten oder Unirten bei Namen nennt, zwar nennen diese sich selbst so und wollen auch ferner so heißen, aber der Prediger darf es nicht wagen, sie so zu nennen, von dem wollen sie es nicht leiden, und der fügt sich dann auch der bescheidenen Zumuthung, damit nur ja der große Hause sich nicht trenne und kleiner werde. — Solche „lutherische“ Prediger halten es für eine große Weisheit, so zu wirken, als ob Paulus statt zu sagen: „weichet von denselben!“, befohlen habe: weichet nicht von denselben. Das Wort Gottes sagt aber von solchen luth. Predigern: „sie dienen nicht dem HErrn Jesu Christo, sondern ihrem Bauch, und durch süße Worte und prächtige Rede verführen sie die unschuldigen Herzen.“ Dieselbe apostolische Vermahnung haben auch die lutherischen Prediger in den lutherischen Synoden wohl zu beherzigen, es ist ihre heilige, göttliche Pflicht „aufzusehen auf die, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten, neben der Lehre, die sie gelernt, und von denselben zu weichen und sich auch nicht durch süße Worte und prächtige Rede von Einigkeit und Friede und Liebe und Brüderlichkeit und guter Hoffnung und amerikanischen großartigen Verhältnissen, und neuem amerikanischen Lutherthum verführen zu lassen. In unsern Bekenntnißschriften, Schmalk. Art. Anhang, heißt es: „Paulus gebeut, daß man falsche Prediger meiden, und als ein Gräuel verfluchen soll. Und 2 Cor. 6. spricht er: „„Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen, denn was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsterniß““ ꝛc. Schwer ist es, daß man von so viel Landen und Leuten sich trennen, und eine besondere Lehre führen will. Aber hie stehet Gottes Befehl, daß Jedermann sich soll hüten, und nicht mit denen einhellig sein, so unrechte Lehre führen.““ Luther sagt (Gespräch mit Dr. Georg Major XVII. 4477.): „Wer seine Lehre, Glauben und Bekenntniß für wahr, recht und gewiß hält, der kann mit andern, so falsche Lehre führen, oder derselben zugethan sind, nicht in einem Stalle stehen, noch immerdar gute Worte dem Teufel und seinen Schuppen geben. Ein Lehrer, der zu den Irrthümern stille schweigt, und will gleichwohl ein rechter Lehrer sein, der ist ärger, denn ein öffentlicher Schwärmer, und thut mit seiner Heuchelei größern Schaden, denn ein Ketzer, und ist ihm nicht zu vertrauen; er ist ein Wolf und ein Fuchs, ein Miethling und ein Bauchdiener .. er liegt entweder mit den Feinden heimlich unter einer Decke, oder ist ein Zweifler und Windfaher, und will sehen, wo es hinaus wolle, ob Christus oder der Teufel obsiegen werde, oder ist ganz und gar bei sich selbst ungewiß, und nicht würdig daß er ein Schüler, will geschweigen ein Lehrer heißen solle, und will Niemand erzürnen, noch Christ sein Wort reden, noch dem Teufel und der Welt wehe thun.“ Matth. 7, 15.: „Sehet euch vor vor den falschen Propheten