# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1858_S70 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 70 Wo die Lehre falsch ist, ist das Leben auch nicht recht. bahren sich zeigt, indem sie viel lieber glauben will, was schwerer zu glauben ist, nämlich, daß Gott die Wiedergeburt der kleinen Kinder ohne Mittel wirkt, als daß er sie durch das Mittel der Taufe wirkt, was leichter ist zu glauben, da wir ja bereits dafür halten, daß Gott in allen andern Fällen durch Mittel mit den Menschen handelt und ihnen seine Gnade zu Theil werden läßt, und indem die Vernunft diese Verkehrtheit nur begeht, weil sie an ihrem eigenen Fündlein mehr Gefallen hat, als an dem, was von Gott geoffenbart ist. Ferner vermißt Schreiber dieses in der Erörterung der Fähigkeit der kleinen Kinder, wiedergeboren zu werden, Pag. 25 u. f., allerdings die Berücksichtigung, daß, wenn der Mensch gläubig und selig stirbt, er auch alsbald von dem Leibe dieses Todes, d. i. dem Ueberbleibsel der Erbsünde, mit dem er sich während dieses Lebens hat tragen und plagen müssen, erlöst wird. Ebenso sind ihm die auf denselben Gegenstand bezüglichen Worte — Pag. 61 — nicht deutlich: „Dr. Schmucker wußte wohl, daß die Schriftsteller, die er anführt (Luther, Quenstedt u. s. w.) von der völligen Heiligung oder gänzlichen Befreiung von aller Sünde der bereits Wiedergebornen reden.“ Auch kann Schreiber dieses es nicht gut heißen, daß Hr. Past. Brown, nachdem er gegen Prof. Schmucker die Zeugnisse Chemnitzens, Gerhards und Hollazens für die Wiedergeburt kleiner Kinder durch die Taufe angeführt hat, äußert, er halte es nicht für nöthig zu sagen, wie weit er mit diesen Autoritäten übereinstimme; denn wenn Past. Brown nicht mit ihnen übereinstimmt, was ja nicht der Fall sein wird, wie würde es sich für ihn schicken, sie Prof. Schmucker, gegen den er für die lutherische Kirche in die Schranken tritt, als Zeugen für etwas vorzuhalten, das er, Prof. Schmucker, glauben sollte? Stimmt er aber mit ihnen überein, was ja der Fall sein wird, so war hier gewiß der Ort zu bekennen, und des Worts des HErrn zu gedenken: Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Uebrigens kann Schreiber dieses Hrn. Past. Brown nur von Herzen beifallen und wünscht ernstlich, daß der HErr der Kirche Hrn. Past. Brown im Glauben erhalten und stärken, in der Erkenntniß immer mehr fördern und als ein hochbegnadigtes Rüstzeug in dieser armen und betrübten Zeit seiner Kirche ferner zu vielem Segen setzen möge. In Absicht auf Hrn. Prof. Schmucker aber ist zu wünschen, daß er endlich einsehe, wie er bei seiner bisherigen Weise nicht zum Segen, sondern zum Schaden der Kirche wirkt, (denn der Segen, den ein Lehrer in der Kirche stiftet, ist nicht zu ermessen nach der Menge Schüler, die er hat, oder der Menge Bücher, die er schreibt, sondern darnach, ob er jene und in diesen die göttliche Wahrheit lehrt, und ob er die reine Lehre mit rechtem Wandel, und zwar auch in den Stücken, die insonderheit bei einem Lehrer und Schriftsteller in Betracht kommen, ziert,) und daß er einen andern Weg einschlage, oder wenn dies nicht geschähe, der Theil der Kirche, dem das theologische Seminar zu Gettysburg anvertraut ist, ein Einsehen thue.