# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Correspondenz. — Alte und neue Theologie. 63 und antithetischen Entscheidungen sein, welche jeder Artikel der Lüge und dem Irrthum gegenüber ausspricht und feststellt. Dagegen kann nicht jede Beweisführung, jede Erläuterung ꝛc., die eigentlich in einer Bekenntnißschrift Accidens ist, zu einem die Gewissen bindenden Glaubenssatz gemacht werden. Symbolische Geltung hat, was die Symbole symbolisch feststellen wollen, und das liegt in jedem Artikel für den, der ihn im Lichte der Historie liest, auf platter Hand. 6. Wir glauben allerdings nicht, daß mit der Reformationszeit die Lehrentwicklung der Kirche zu ihrem Ende gekommen sei; wir glauben, daß noch Lehrkämpfe aufkommen können und vielleicht auch werden, die ihre Entscheidung in der Reformationszeit noch nicht finden konnten. Darauf gründet sich mit der Satz in unserer Kirchenordnung, daß wir uns „zu derjenigen Richtung der luth. Kirche bekennen, welche auf dem Wege der Symbole an der Hand des Wortes Gottes einer größeren Vollendung der evan.⸗luth. Kirche entgegenstrebt.“ Wir sind der festen Ueberzeugung, daß auch die Lehre von der Kirche und dem Amte, so weit sie in Symbolen (dem römischen Gegensatz gegenüber) ihre Bestimmungen gefunden hat, dem Worte Gottes entsprechend ist und erkennen die Symbole auch in diesem Stück, wie in allen andern, von welchen sie handeln, für unsere norma docendi. Correspondenz. Birmingham, den 5. Februar 1858. Geehrtester Herr Professor! Die Empfehlung von Augustins Bekenntnissen für die luth. theol. Pfarrersbibliothek im Decemberheft der „Lehre und Wehre“ veranlaßt mich zu der Anfrage, ob Sie nicht nachträglich eine ganz vorzügliche Ausgabe dieser trefflichen Schrift nennen wollen; ich meine: Sancti Augustini Confessionum libri tredecim, herausgegeben und erläutert von Karl von Raumer. Stuttgart bei S. G. Liesching, 1856. Zu Grunde gelegt ist die Oxforder Edition; die sprachlich schwierigen Stellen, und deren giebt es ja bei Augustin auch für einen geübten Lateiner nicht wenige, sind gut erklärt, der Inhalt selbst aber ist durch Parallelstellen aus den andern Schriften Augustins erläutert. Erst seit ich diese Ausgabe gebrauche, ist mir das köstliche Buch vollständig klar geworden und ich wünsche recht vielen Amtsbrüdern den gleichen Segen. Mit herzlichem Gruß und Segenswunsch Ihr Herm. Gilbert. (Eingesandt.) Alte und neue Theologie. Ein neuer Theologe meint von seinem Katheder aus in das Innere der hl. Dreieinigkeit geschaut und die persönlichen Eigenschaften derselben begriffen zu haben, und sagt, daß er „zu figürlicher Versinnbildung des trinitarischen Processes würde einen feurigen Kreis malen als Sinnbild des feurigen Liebeswillens des Vaters, und in diesem Kreise ein sonnenlichtes Centrum als Sinnbild des Sohnes, das die ganze unendliche Tiefe des göttlichen Liebeswesens lichtenden Liebeszieles, und von diesem sonnenlichten Centrum ausgehend bis zur Peripherie des feurigen Kreises eine Strahlenfülle als Sinnbild des vom Vater durch den Sohn hindurch ausgehenden und