# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S61 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „Stellung der Synode Jowa zu den Symbolen der evangel.⸗luth. Kirche. 61 der HErr, und zwar als ein Herzenskündiger; die Hohenpriester wußten es zwar auch, aber sie waren nicht aus den Schäflein Christi. 3. Die That des Verraths war noch nicht zu Werk verrichtet, sondern er hat es im Sinn und den Pharisäern zugesagt und versprochen. 4. Da er darüber zu Rede gesetzt wird, ist er es im Geringsten nicht geständig. 5. Darum wird er nicht blos alsbald zugelassen, sondern ernstlich ermahnt, Buße zu thun und davon abzustehen. 6. Darauf stellt er sich ein neben den andern Aposteln und wird von dem HErrn zur Communion gelassen. Wo nun in einem Individuum solche Verhältnisse sich finden, achte ich dafür, daß ein Prediger mit gutem Gewissen wissentlich einem Unwürdigen das Nachtmahl reichen könne und für Gott entschuldigt sei. Und solches desto mehr, weil ein Prediger über die Buße, welche folgen oder ausbleiben wird, ungewiß ist. Und dem Erbieten der Menschen trauen muß, das Uebrige aber Gott befehlen. Er reicht es ihm aber nicht als einem Unwürdigen, sondern als einem, der zum Schein Unschuld vorgibt. So geht nun dies Exempel Judä nicht an: 1. die Ketzer, die sich von dem Bekenntniß unserer Kirche öffentlich absondern. 2. Auch nicht notorische Sünder, deren Sünde der Kirche oder doch den Meisten darinnen wissend und bekannt sind. 3. Auch nicht diejenigen, welche eine böse That völlig zu Werke gerichtet haben. 4. Auch nicht, die ihrer Mißhandlung keine Scheu tragen, öffentlich es gestehen und wohl dazu sich rühmen. Solche soll man nicht allein strafen, sondern auch gar abweisen. Sondern es läßt sich dieses Exempel nur auf die ziehen, die 1. im äußerlichen und öffentlichen Bekenntniß sich zu der Gemeine Christi halten. 2. Vor der Welt ein ehrbares Leben führen und nicht böser Thaten berüchtigt seind. 3. Welche mit Bösem schwanger gehen, dem Nächsten dräuen oder sich Schaden zu thun rühmen. 4. Wenn sie ernstlich zu Rede gesetzt werden, es verneinen und nicht geständig sein wollen. 5. Wenn solche nach ernster Vermahnung und Erinnerung, daß sie vom Bösen abstehen und wahre Buße thun sollen, 6. sich neben andern Christen zur Communion einstellen. Obwohl ein Prediger an wahrer Bekehrung und Besserung zweifelt, auch aus den Werken ein Widriges geschlossen möchte werden; so soll doch ein Prediger seines Oberherrn Christi Sanftmuth und Gedult folgen, solche zulassen und das Uebrige Gott, dem Herzenskündiger, befehlen. Wer aber dieses Exempel weiter ausdehnen will, der nehme wohl in Acht das allgemeine Verbot Christi und die Analogie des Glaubens, damit er nicht auf einen sandigen Boden baue und in den Versuchungen mit solcher Entschuldigung sein Gewissen mehr beunruhige als aufrichte. Welches ich dem Herrn auf vorgelegte Frage kürzlich antworten wollen, von Herzen wünschend, daß Gott mit seinem heiligen Geist alle Communicanten wolle regieren, damit sie sich recht prüfen und würdige Gäste am Tische des HErrn sein mögen zu seines Namens Lob und Preis und der Communicanten ewigen Seligkeit, und das wolle er thun um Jesu Christi willen, Amen. (Siehe: Thesauri Consiliorum Vol. I. Part. 2. In Druck gegeben durch M. Georgium Dedekennum, F. 351—354.) „Stellung der Synode Jowa zu den Symbolen der evangelisch⸗lutherischen Kirche.“ Unter dieser Ueberschrift legt die Gemeinschaft derjenigen, welche nicht nur durch Vermittlung Herrn Pfarrer Löhe's nach Amerika gekommen sind,