# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 48 Menius und Flacius im Streite über Amt und Priesterthum. sollen Acht haben beides auf sich selbst und auf die ganze Heerde, unter welche sie der heilige Geist gesetzt habe zu Bischöfen.“ „Da siehest du klar, wie es nach der göttlichen Ordnung, die der HErr Christus durch seine Apostel aufgerichtet und eingesetzt hat, mit dem Beruf und Bestellung des Kirchenregiments soll gehalten werden, nämlich daß keiner soll unberufen, unverhört und ungeprüft zu solchem Amt gelassen werden, das ist eines. Zum andern hörest du, daß eine jede Stadt und ein jedes Kirchspiel soll seine eigene besondere Diener haben. — —“ „Will also Illyricus nach Gottes Wort, Befehl und Ordnung, wie er in der Taufe geschworen, gehandelt haben und noch handeln, so gebühret ihm, daß er beweise, wer ihn berufen und wer ihm befohlen habe, sich des Kirchenregiments anzunehmen und insonderheit, sich über andere Kirchendiener zu erheben, die zu rechtfertigen und zu reformiren. Item, daß er beweise, wer ihn verhört und geprüft und tüchtig dazu erkannt habe.“ „So Illyricus von wegen seiner Taufe und der zehn Gebot pflichtig wäre, dermaßen, wie er thut, zu handeln, so müßte unwidersprechlich folgen, daß alle getaufte Christen dergleichen auch thun müßten. Wenn nun ein jeder Unberufene in allen Kirchen, über alle Diener richten und regieren, dieselben seines Gefallens recht sprechen oder verdammen wollte, lieber, was wollte doch daraus werden?“ „Er gibt für, es sei aus Gottes Wort genugsam beweiset, daß alle Christen Priester sein und die Schrift auslegen können, daß aber einer oder mehrere zum Amt erwählet werden, solches geschehe, Unordnung zu vermeiden. Damit zeiget er an seinen hohen Verstand in christlicher Lehre, damit er in diesem Stücke beinahe so meisterlich umzugehen weiß, als der Esel mit der Harfe. Daß alle Christen Priester sind, das ist wahr, also, daß sie an allen Orten, zu allen Zeiten geistliche Opfer thun mögen mit Beten, Danksagen und allerlei guten Werken, item mit Geduld in allerlei Trübsalen ꝛc. Daß sie aber alle die Schrift auslegen können, oder allesammt die Macht haben, sich Lehrens und Regierens in der Kirche zu unterstehen, das ist nicht. Denn die Schrift auslegen ist eine sonderliche Gabe des heil. Geistes, die Gott nicht Allen gibt, sondern denen allein, denen er's geben will, 1 Cor. 14. Denn wenn alle Christen diese Gabe hätten, was dürfte man dann des Predigtamts, welches fürnehmlich darum eingesetzt ist, daß diejenigen, so die Gabe, die Schrift auszulegen, haben, den Andern, die solche Gabe nicht haben, dienen und sie aus der Schrift lehren sollen. Also ist es auch nicht ein frei Ding mit den Diensten und Aemtern in der Kirche, daß ein Jeder derselbigen sich unterstehe und die zu verwalten habe, ob sich gleich einer dünken läßt, er könne und wolle es besser machen, denn ein Anderer, sondern es ist Gottes ernstes Gebot, Befehl und Ordnung, daß Niemand sich einiges Amts von ihm selbst aus eigenem Thurst und Frevel unterstehen soll, er werde denn dazu nach göttlicher Ordnung berufen und werde ihm befohlen, davon der Wende nicht viel Geschreies macht, sondern sagt allein, daß einer oder mehrere zu Aemtern erwäh⸗