# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 „Luther oder Arndt!“ wider Grabau und Consorten, sowie wider die Unirten; von den heiligen Sacramenten, von der Taufe wider die Wiedertäufer, vom h. Abendmahl wider die Pseudolutheraner und alle Sacramentsschwärmer; den Artikel von der h. Absolution wider die Methodisten, Reformirten ꝛc.; den Artikel von der Privatbeichte wider die unkirchlichen Lutheraner; den Artikel vom Ansehen des Wortes wider grobe und feine Rationalisten; den Artikel von den letzten Dingen wider die leidigen Chiliasten; den Artikel von der christlichen Freiheit wider die falschgeistlichen Ceremonienhasser, die Kirchenregiments⸗Geiferer und den freiweltlichen Pöbel. Wer solches etliche Jahre mit durchlebt und das Pulverriechen dadurch gewöhnt hat, daß ihm oft dabei nicht anders zu Muthe war, als sei der „Lutheraner“ wider Alle und Alle wider ihn, der richtet ihm das nicht an, er liebe pietistisch die Ruhe oder stecke nach dem in Arndt'scher Richtung. Da höre nur Einer, welch' ein Wetter entbrennt, wenn der tapfere „Lutheraner“ (oder auch unsere sonstigen Organe) ein wenig die Flügel lüftet und die wider stolze, hartnäckige Feinde der Wahrheit biblisch berechtigte, und im reformatorischen so mächtig erprobte, heilige Waffe der Ironie ein klein wenig gebraucht. Da gibt's Jammerlieder, ein Geheul und Geklage von hüben und drüben, daß einem das Herz entfallen könnte — wenn's nicht fest wäre. Ebräer 13, 8. Sollte es noch Noth sein, nach Solchem auf noch sonderliche Specialia hinzuweisen? z. B. auf unsern Kampf wider das Conventikelwesen, unsere Beschlüsse wider „das Vorbeten und Herzensgebet“ durch Laien im öffentlichen Gottesdienst (siehe 4ten Synodalbericht von 1850.); auf unser Bestreben, der Privatbeichte allhier zu ihrem rechten kirchlichen Ansehen, sowie zu allgemeinerem Gebrauch zu verhelfen; auf unsere frei-evangelische Weise, der altkirchlichen Gottesdienstordnung je mehr und mehr Eingang zu verschaffen; auf unser lediglich auf Gottes Befehl sich gründendes, in dem Gebot der Nächstenliebe gefordertes Betreiben der Mission unter denen, in deren Erbsitzen wir wohnen, dabei wir ganz und gar nicht in heut zu Tage beliebter Weise eine Ecclesiola in ecclesia bauen, sondern als Kirche handeln, viel weniger dem allgemeinen marktschreierischen Herauspuffen der kleinsten Kleinigkeiten huldigen; oder auf den Geist, der in unsern Katechismusschulen, in unsern Lehranstalten oder bei den Versammlungen unserer Prediger und Lehrer auf Synoden und bei Conferenzen herrscht; oder auf das Unbehagen, das deutsche Pietisten oder Arndtisten in allen unsern Gemeinden fühlen; auf unsere gut lutherische Saumseligkeit hinsichtlich der Ausbreitung unserer Kirche u. s. w. — Das stärkste Zeugniß wider jene erdichtete „erbauliche Vielgeschäftigkeit“, welche aber größtentheils von dem entschiedenen Festhalten an der Lehre „vom Beruf“ herrührt und im Lande der unmäßigsten Speculation, des unsinnigsten Jagens und Haschens oft keine geringe Anfechtung hat, um dem Strudel der Zeit zu widerstehen; oder auf das Zeugniß unserer Feinde, das uns freispricht von der Beschuldigung unserer Freunde? Ob darum „der noch nicht ausgefochtene Amts⸗ und Kirchenstreit“ wirk⸗