# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „Luther oder Arndt!“ 45 nach unsers Meisters Art etwas derbe und „unschonender“, d. h. lutherisch⸗grob zu verfahren. Denn das wird man uns doch wohl erlauben, daß wir den kühnen, großartigen Ausfall auf die Mission „als den Gaukelsack des frommen Zeitgeistes“ (was wir, beiläufig gesagt, in gut lutherischer Weise als „das Kind mit dem Bade ausschütten“ uns zu bezeichnen verstatten) nicht als eine hinreichende Basis zu einer solchen Beschuldigung anzuerkennen vermögen. Darum bleiben wir noch getrost in Lehre und Praxis bei unsers Luther's Generalproclamation über den Zusammenhang von Glauben und Werken, der es klärlich so ausspricht: Der aus eigenen Kräften gemachte Glaube „thut auch nichts und folgt keine Besserung hernach. Aber Glaube ist ein göttlich Werk in uns, das uns wandelt und neu gebieret aus Gott, Joh. 1, 13., und tödtet den alten Adam, machet uns ganz andere Menschen, von Herzen, Muth, Sinn und Kräften und bringt den heiligen Geist mit sich. O es ist ein lebendig, schäftig, thätig, mächtig Ding um den Glauben, daß unmöglich ist, daß er nicht ohne Unterlaß sollte Gutes wirken. Er fraget auch nicht, ob gute Werke zu thun sind; sondern ehe man fraget, hat er sie gethan, und ist immer im Thun. Wer aber nicht solche Werke thut, der ist ein glaubloser Mensch, tappet und siehet um sich nach dem Glauben und guten Werken, und weiß weder was Glauben und gute Werke sind, wäschet und schwatzet doch viel Worte vom Glauben und guten Werken. Glaube ist eine lebendige, erwegene Zuversicht auf Gottes Gnade, so gewiß, daß er tausendmal darüber erstürbe. Und solche Zuversicht und Erkenntniß göttlicher Gnaden macht fröhlich, trotzig und lustig gegen Gott und alle Creaturen: welches der heilige Geist thut im Glauben. Daher der Mensch ohne Zwang willig und lustig wird, Jedermann Gutes zu thun, Jedermann zu dienen, allerlei zu leiden, Gott zu Liebe und zu Lob, der ihm solche Gnade erzeiget hat. Also: daß unmöglich ist, Werke vom Glauben zu scheiden, ja so unmöglich, als Brennen und Leuchten vom Feuer mag geschieden werden.“ — Wird dies Bollwerk später vielleicht etwas ernster und scharfsichtiger angefochten, dann soll es an uns nicht fehlen, unser Panier: nicht Arndt, sondern: nur Luther! auch in dieser Beziehung ernstlicher zu vertheidigen. Jetzt würden wir uns deß schämen, unnöthigerweise hier Facta paradiren zu lassen. Auf daß der Worte aber nicht zu viele werden, so will ich zum guten Schluß nur ein wenig von ferne auf unsere übrigen Bollwerke wider den Pietismus — sei er nun Spenerisch oder Arndtisch — hinweisen. Sehet auf unsere Kriege, die wir im Namen des Herrn führen. Wahr ist es bei uns, was Str. sagt, „unter harten Kämpfen hat sich das Evangelium Bahn gemacht.“ Oder sollen wir ein wenig aufzählen? Unser Kämpfen und Streiten drehte sich um Hauptartikel unseres theueren Bekenntnisses. Man betrachte nur ein wenig die 14 Jahrgänge des „Lutheraners“ und die 3 Jahrgänge „von Lehre und Wehre.“ Es galt den Artikel von der Rechtfertigung wider die Methodisten, Jesuiten und Grabau; den von der Kirche und Amt