# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „Luther oder Arndt!“ 43 hellsamen Rückschritt predigten, nicht etwa zu Arndt, sondern zu Luther, daß wir nach dem Maaß des Glaubens, das uns Gott verliehen, uns stets befleißigten, allen ungesunden, lutherisch⸗seinwollenden Richtungen zu widerstreben und uns nicht scheuten vor aller Welt als treue Kämpfer wider den Pietismus dazustehen (nach seiner Wurzel, seinem Wesen und seinem Umfang). Darum ist, darum war, darum bleibt mit unsers Gottes Hülfe — troß alles Personificirens — unsere Parole nicht etwa: Luther und Arndt! (wenn es hierin auch in der Praxis fehlen sollte), sondern einmüthigen Geistes: „Nur Luther!“ oder schärfer ausgedrückt: „Nicht Arndt, sondern Luther!“ — Es kann ja nichts schaden, so wir unsere Bollwerke in dieser Hinsicht selbst immer besser erkennen, um auch darin „stark zu werden in dem HErrn und in der Macht seiner Stärke“ und treulich „ob dem Glauben zu kämpfen,“ der uns vorgegeben ist.“ Das erste ist die selige Gewißheit — mit Dr. Nic. Selneccer zu reden — „daß, so lange“ wir „in diesem Lande, in unsern Kirchen und Schulen, über diesem Bekenntniß und Erklärung, so in dem christlichen Concordien⸗Buch verfasset, halten, so lange wird auch Richtigkeit in Gottes Wort oder in der Lehre, ohne Schwärmerei, neben anderem Segen Gottes bei uns sein und bleiben.“ Das ist es: Von nahezu 200 Kanzeln erschallt bei uns in unserm Kreis das liebe Evangelium sonntäglich, das reine, das volle Evangelium ohne pietistisch verklausulirte Darreichung des himmlischen Trostes, ohne die leidigen dem Evangelischen: „Es ist Alles bereit!“ oder dem Apostolischen: „Alles ist Euer!“ nachhinkenden Wenn's und Aber's. — Nein, die Applicatio bleibt voll, kräftig, ganz und unverkümmert nach dem lutherischen General⸗Applicationssatz: „Wer da glaubt, der hat's.“ „Durchdringt und regiert“ solche Lehre des Wortes, „durchdringt und regiert“ die gesunde Theilung des Wortes in Gesetz und Evangelium, nicht nach Arndt und Spener's Anleitung, sondern nach der, die der theuere Reformator uns in seinen Postillen und sonstigen Schriften gibt — das sind aber die rechten kaum erschöpflichen Fundgruben und lutherischen Bergwerksstollen, dazu jeder Prediger bei uns nicht bloß privatim, sondern von Amtswegen, und dazu durch mehrfach wiederholte öffentliche Synodalbeschlüsse gewiesen wird —, durchdringt und regiert Solches eine jede unserer Predigten, was gilt es?! — unsere Parole erweist sich siegreich. So ist es auch hinsichtlich unseres Katechismusunterrichts. Dr. Luthers Katechismus ist unser Handbuch. (Hier wäre auch des ausführlichen Katechismus P. Keyls zu gedenken als einer ächt⸗antipietistischen Frucht aus der Mitte unserer Synode.) Dr. Luthers Lieder füllen unsere Kirchen; nicht die süßen, vom subjektiven Gefühlswesen überfließenden Mach⸗ und Backwerke späterer Zeiten, die der guten, nahrhaften, und kräftig⸗lutherischen Hausmannskost doch so weit nachstehen, als der im Gefühl verschwimmende, schwammartige Individualitätsglaube unserer Zeit dem kernigen, tapferen und mannhaften Kirchen⸗ und Bekenntnißglauben der hehren