# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „Luther oder Arndt!“ 41 bekennen: Sächlich hat Str., N. und Gr. Recht — NB. mit uns. Wir stimmen ihm bei. Aber merke, nicht bloß das ist's! — Die zweite Schlacht? Wir thun dies nicht bloß jetzt; das war unsere Richtung längst, ja immer, seit dem Bestand unserer Synode von Missouri, Ohio u. a. St., seit 12 Jahren; wir zeugten in solcher Weise schon vor Jahren in dem von Str. später angegriffenen „Lutheraner“. Redet daher Str. auch etwas hart: er sähe hier „eine principielle Differenz“, oder „an mehreren Stellen“ im Lutheraner „sei der Unterschied“, der da zwischen uns und „unsern lutherischen Vorfahren“ Statt fände, „personificirt anzutreffen“, und er, nämlich Str., „wolle die principielle Differenz aus schonender Rücksicht bloß personificirend darlegen“ — warum, mein theurer Eiferer, nach der Liebe, die da aufrichtig straft, nicht detaillirend? oder wäre wirklich das Erstere weniger gravirend?*) — muß uns solches auch „etwas ungerecht“ erscheinen, da unser verehrter Kritiker den Grund der im Lutheraner angeführten Stellen wenigstens zum Theil erkennt, daß sie nämlich „zunächst bloß gegen die Buffaloer Cryptopapisterei gerichtet sein sollen“, so können wir doch solches wohl ertragen. Psalm 141, 5. Unser „Lutheraner“ ist kein wissenschaftlich⸗theologisches Blatt, sondern hat durchweg eine praktische Tendenz. Da galt es nach des theuren Redakteurs Opinion wohl „nicht mit der Thür ins Haus zu fallen“ oder, in Ströbel'scher Weise zu reden, „uns zu hüten, das allerdings (auch hier) schon unter der Asche glimmende Feuer vor der Zeit anzufachen.“ Darin besteht das ganze Mysterium contradictionis nach unserm Dafürhalten. Würde uns aber entgegnet: „Nicht also! so leichten Kaufs entgeht ihr mir nicht! In Principienfragen handelt man anders!“ so antworten wir: Der „Lutheraner“ ist das öffentliche Organ unserer Synode. Wir kennen ihn auch nach dem, wie er die Lehre und Praxis vertritt, wohl *) Hier seien uns nur folgende kurze Bemerkungen erlaubt. 1) Wir begehren, wenn es sich nicht um Leben, sondern um Lehre handelt, so wenig „Schonung“ für uns, so wenig wir hierin Schonung haben für Andere und diesen gewähren. 2) Nichts kann schonungsloser und darum widersprechender sein, als wenn der Kritiker selbst sagt, er wolle aus „„Schonung“ das Schlimmste nicht sagen! Gegen einen solchen verdeckten unlutherischen Angriff kann man keinen ehrlichen Kampf eröffnen, und das ist auch die Ursache gewesen, warum wir uns bisher nicht haben überwinden und entschließen können, auf Hrn. Lic. Ströbels Kritik auch nur ein Wort zu erwidern. 3) Wüßte derselbe, wie gerade darin die Führung besteht, damit wir hier unverdient begnadet und zu unseren hiesigen Kämpfen gewappnet worden sind, daß wir nach jahrelangen unaussprechlich schweren Erfahrungen des Jammers und der Noth eines gesetzlichen Pietismus das Kleinod eines wahrhaft evangelischen Lutherthums erlangt haben: so würde er aus einzelnen mißdeutbaren Aeußerungen κατ' ἄνθρωπον sich und Andern das Bild nicht entworfen haben, das er von uns hat und in der besprochenen Kritik zeichnet. 4) Wenn endlich Hr. Lic. Ströbel in Arndt den Abfall vom wahren Lutherthum, hingegen in einem Neumeister, Schelwig, Corvinus u. A. die „echt lutherische Vorzeit“ und nicht auf beiden Seiten das Sinken und Weichen sieht, und wenn er im Ernste die Missio dem gotteslästerlichen Greuel der Missa an die Seite stellt: so findet zwischen uns und ihm allerdings eine bisher ungeahnte principielle Differenz statt, die nur von seiner Seite ausgeglichen werden kann. Die Red.