# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „Luther oder Arndt!“ 39 Goliaths⸗Costüme durch seine 5 Schleudersteine doch vielleicht ein größeres Gewicht in die Wagschaale legt, als wenn einer der Beßten hervor und auf den Plan treten müßte. In Kurzem, wer es nicht weiß, der wisse es nun: „ein schlechter, einfältiger Prediger“ des Evangeliums ist es (mit Luther zu reden), der da schreibt, „erklärt“, opponirt. Das sei genug zu meiner persönlichen Rechtfertigung; nun zu der der Sache. Ströbel's Angriff ist scharf, und soll ich's genau sagen: beißend „mit schonender Rücksicht“, oder soll ich's auf's gelindeste ausdrücken: etwas ungerecht in Folge der scharfsichtigen Kurzsichtigkeit. Wer kann es aber auch verlangen, daß das lutherisch⸗scharfsichtige Auge eines Elias⸗Eiferers bis über den Ocean Alles am Kirchenhimmel, die Sterne, die Wolken und Wölkchen bis aufs Kleinste haarscharf distinguire? Darum nur — Geduld, wenn auch die Waffen ernstlich klirren. Doch wohl verstanden! wir gedenken nicht peccavi zu sagen, wenn wir versuchen, einem solchen Gegner entgegen zu gehen. Mit einem Solchen ist nicht viel zu scherzen. Darum gelte es! Frisch und frank zur ersten Schlacht wider den Str.'schen Angriff. Wir sagen: die specifisch Arndt'sche Richtung ist so wenig die unserige, daß wir vielmehr Str. im sachlichen Urtheil über dieselbe von Herzen beistimmen. Kurz und gut: Das sind auch unsere Sätze, unsere Bekenntnisse — mit Str. —: „Arndt ist kein Lehrer im Sinn und Geist der Reformation.“ Der Artikel von der Rechtfertigung des Glaubens, „diese gewaltige, evangelische Hauptlehre, durchdringt und regiert den ganzen übrigen Inhalt des „„wahren Christenthums““ nicht so, wie es sein sollte.“ Ja, um auf's Strengste und Schärfste mit Str. zu reden: „Gesetz und Mystik führen da das Regiment.“ Das sind auch unsere Sätze — mit Neumeister —: „unvorsichtige und ungesunde Redensarten haben sich“ in dies Buch „eingeschlichen, die mit der Aehnlichkeit des Glaubens und dem Fürbild der heilsamen Lehre nicht bestehen“; „er baut das wahre Christenthum in dem Buch meistens und fast durchgehends auf ein unsträfliches Leben.“ — Und mit Pastor Grabau: „Den Mangel trägt leider auch Arndt's „„wahres Christenthum“ “, daß es „wenig oder nichts von den h. Sacramenten und der heiligen Absolution und dem Amt der Schlüssel lehrt.“ Weiter bekennen wir: 1.) daß die specifisch Arndt'sche Richtung, sonderlich nach den 6 Büchern vom wahren Christenthum, die hier um mehrerer Gründe willen vor Allem in Betracht kommen, eine ungesunde ist, das heißt: So einfältige Christenleute, um in gottseliger Erkenntniß zu wachsen, im Glauben stark und im Leben frömmer zu werden, ausschließlich Arndt's 6 Bücher vom wahren Christenthum studieren und zu ihrer Erbauung lesen würden, so würden sie dadurch keineswegs kerngesunde, fröhlich⸗gläubige und ächt kirchlich⸗lutherischgesinnte Bekenner der Wahrheit werden. 2.) Die Arndt'sche Richtung ist nach unserm geringen Dafürhalten in der That die Wurzel des Pietismus. In ihr sind darum dem Keime nach alle die verderblichen Früchte derselben verborgen und verschlossen. 3) Praktisch