# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1858_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 „Luther oder Arndt!“ aufsteigt. Hüten wir uns aber, das allerdings schon unter der Asche glimmende Feuer vor der Zeit anzufachen; die leichte Decke, die es gegenwärtig noch für viele Augen verhüllt, wird ohnehin rasch genug von den in unserm Jahrhundert so scharf wehenden kirchlichen Winden hinweggeblasen sein. Auf diesen Ausgang schon in Zeiten aufmerksam zu machen, nicht aber ihn herbeiführen zu helfen, dürfte mehr als manches Andere die Pflicht der aufrichtigen, wohlmeinenden evangelischen Theologie sein.“ — So weit Ströbel. Das ist sein Judicium — nach seiner Art. Wer ihn kennt, wird sagen: Es ist der Alte. Jedes Wort ein Pfund. Andere möchten vielleicht in etwas anderer Weise ihren Herzen Luft machen, etwa also: „Was fragt ihr viel nach dem Urtheil eines Solchen, der mit Worten drein wirft, als wären und müßten es lauter reformatorische Felsklötze sein?“ „Laßt den Eiferer doch eifern!“ „Laßt ihn den Propheten spielen; es wird doch bald ausgespielt sein und wer zuletzt lacht, lacht am Besten.“ „Wenn das Zeichen nicht kommt, das er weissagt, wenn zur Zeit „„des Risses““ es auch von ihm heißt: „„Ich habe mir lassen überbleiben““ — auch über'm Ocean — „„sieben tausend Mann, die nicht haben ihre Knie gebeuget!““ dann werden ihm die Augen wohl aufgehen!“ Doch offen und ehrlich — wir gehören nicht zu Solchen. Uns lacht das Herz im Leibe, so oft wir's lutherisch rauschen und sausen hören, wenn es auch zu Zeiten scharf bläst und Windstöße gibt. Wir wollen jenen, wir können ihnen nicht folgen. „Den Geist dämpfet nicht.“ Jeder handle und zeuge „nach dem Gott ausgetheilt hat das Maaß des Glaubens.“ Wer zum Eiferer berufen ist, der eifere — — ja, eifere heilig und recht. Wir wollen uns aber doch rechtfertigen; freilich nur kurz. Viele Worte sind hier nicht Noth. Hat doch unser verehrter Kritiker deren genug vor uns gesprochen. Und noch mehr: wir sind nicht von denen, die da meinen, „erklärende Worte sollten den Lauf der Dinge aufhalten oder — ändern.“ Ist das arme Amerika, das nach einer deutschen, gelehrten Vision vom dominirenden calvinischen Geist gänzlich und hoffnungs⸗ und rettungslos verschlungen ist, auch sonst übel genug bestellt, so mangelt ihm doch noch unseres Wissens der zweideutige Ruhm, im Produciren großer Wort⸗ und Maulhelden besonders fruchtbar zu sein. Darum geschehe die Rechtfertigung nur — kurz; statt der Worte — Thaten. „Wer fordert solches von deinen Händen?“ — Zu dieser kurzen Rechtfertigung und thatkräftigen „Erklärung“, die gar nicht intendirt ins Rad der flüchtigen Zeit operirend eingreifen zu wollen, sondern nur in tiefster Bescheidenheit, obwohl mit lutherischer Ehrlichkeit und Gradheit Thaten wider Worte will auftreten lassen, hat der Unterzeichnete desto mehr Lust, weil es sich hiebei nicht um eine Schlacht auf dem Feld der Wissenschaft handelt, sondern nur um Darstellung gewisser Facta und zweitens, weil der Geringste aus dem entgegengesetzten Feldlager in seiner heiligen Waffenrüstung wider einen Helden lutherischer Kernhaftigkeit, wider einen Elias⸗Eiferer im Go⸗