# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 03 23_S83 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) fliegen und Arm und Bein zerbrechen, weshalb ſie ſich nun rächen wollen. Oder haben ſie vielleicht ſelbſt ihr Confirmations-Gelübde ge— brochen? Wer hilft uns aber weiter auf die Spur? Peter Schmucker ſagt, die Confirma⸗ tions-Maſchine ſei im heidniſchen und päbſtli— chen Nom erfunden und von da hätten die Re— formatoren ſie hergeholt. Er ſagt aber gar nicht, wie das Ding ausſieht, ob es eine Art Bekehrungs-Maſchine, oder Dampf-Maſchine u. ſ. w. ſei, und wie ſie die Reformatoren transportirt haben, ob zu Land oder zu Waſſer, auf Wagen oder Schiffen, u. ſ. w. Auch gibt er nicht an, wie viel Dutzend Reformatoren dabei geweſen ſind, während wir doch nur Einen kennen. Jedenfalls aber ſteht Peter Schmu— cker noch weit über den Reformatoren, denn er meiſtert ſie, daß ſie die Confirmations-Maſchine hätten in Rom laſſen ſollen. Nachher aber ſagt John Bier wieder, die Confirmations— Maſchine ſei noch immer in Rom, denn die Römiſch-katholiſchen Biſchöfe confirmirten noch immer und gäben dabei den armen Kindern Backenſtreiche!—Man muß in der That ein bekehrter Methodiſt ſein, um ſolchen Unſinn zu verſtehen. Wahrſcheinlich haben Andere unter John Biers und Peter Schmuckers Namen in der Faſtenzeit nur einen ſchlechten Faß nachts— Spaß machen wollen. Sollte Peter Schmu— cker aber wirklich eine Confirmations-Maſchine erfunden haben, ſo möge er ſein Geheimniß nicht der Welt vorenthalten, ſondern bald das Recept davon angeben. Nachdem Peter Schmucker ſo ritterlich das rieſige Ungeheuer der Confirmations-Maſchine, welche nirgends anders, als in ſeiner Einbil⸗— dung exiſtirt, beſtritten hat, ſo wagt er noch einen zweiten, eben ſo gefährlichen Kampf mit einem andern, wo möglich noch ſchauerlicherem Ungethüme. Streitluſtig ſpäht er in den Hal— len der lutheriſchen Kirche umher und — o Ent— ſetzen! — was erblickt der alte Peter da? Ver— nimm, o Chriſtenheit, das Unerhörte; Luthe— raner, ihr habt ſchon manche Proben ſeetireri⸗ ſchen Unverſtandes in dieſem Lande gehört, doch alles war noch lauter Gold und Edelſtein gegen die tiefe Weisheit des alten Methödiſten-Va— ters. Derſelbe erblickt nämlich in den Hallen der lutheriſchen Kirche außer der „unbibliſchen und mit Sünden befleckten Confirmations⸗ Maſchine“ einen zweiten „unbibliſchen“ Rieſen in der Geſtalt des „heidniſchen Sacramentes,“ der darin am hellen Tage ſein grauenvolles Spiel treibt. So Manche ſind doch ſeit 1800 Jahren ſchon in der chriſtlichen Kirche aus und eingegangen, aber Niemand hatte dieſes ent— ſetzliche Geſpenſt bis dahin geſehen: als Peter Schmucker erſchien, vor deſſen erleuchteten Au— gen es ſich natürlich vergebens zu verſtecken ſucht. Denn Peter ſieht nicht bloß Geſpenſter — das thun auch andere Narren — ſondern er bekämpft ſie auch mit den unüberwindlichen Waffen der methodiſtiſchen Rüſtkammer. Du kannſt dir daher leicht denken, daß er das heid— niſche Sacrament nicht ruhig mit anſehen kann, ſondern er geräth in heiligen Methodi— ſten-Eifer und unternimmt gegen daſſelbe einen jener furchtbaren, ſtets ſiegreichen An— 83 griffe, welche einſt ſein Lehrmeiſter, Don Quixote de la Mancha ruhmreichen Andenkens, gegen die Windmühlen ausführte. Angethan mit dem undurchdringlichen Panzer der Un-⸗ wiſſenheit und voll des glühendſten Haſſes ge— gen alle höhereschriſtliche Bildung und Wiſſen— ſchaft tummelt derſelbe ſein muthiges Schwarm— roß und ſprengt ſeinem ebenbürtigen Gegner auf den bodenloſen Wegen des Wahnwitzes entgegegen, indem er ihm mit dem Schwerte ſeiner unſinnigen Rede die empfindlichſten Luft⸗ ſtreiche verſetzt. Er ſagt: „Da das Wort Sacrament ein heidniſches iſt, welches nicht in der Bibel gefunden wird, ſo hätten die Refor— matoren es laſſen ſollen, wo ſie es gefunden haben, nämlich in dem heidniſchen und päbſt— lichen Rom.“ Du ſiehſt hier den alten Peter in ſeiner täglichen Arbeit, wie er die „Refor⸗— matoren“ reformirt, indem er ihnen gewiſſen— haft die Mittel angibt, wie ſie ſchon zu ihren Zeiten die Kirche hätten verderben müſſen, um ihm dieſe Arbeit zu erſparen. Das weiß na— türlich der „Reformator der Reformatoren“ nicht, daß das Wort „Sacrament“ ſeit uralter Zeit in der chriſtlichen Kirche von den beſten Lehrern,einem Auguſtinus, einem Ambroſius ꝛc., gebraucht worden iſt, um damit ſolche Gnaden— mittel, als Taufe und Abendmahl ſind, zum Unterſchiede von andern heiligen Handlungen zu bezeichnen, ſo daß alſo das Wort Sacra⸗ ment eine durchaus chriſtliche Bedeutung er— halten hat. Und doch hatte Herr Jacobi im Apologeten den ganz richtigen Satz ausgeſpro— chen, daß die chriſtlichejKirche gerade am Sa— cramente zu erkennen wäre, wodurch er in den offenbarſten Widerſpruch mit Schmucker tritt. Wie? iſt denn das Schwarmreich mit ihm ſelber uneins worden? iſt der Sohn wider den Vater, Jakob wider Peter und Peter wider Jakob? So iſt es; der Eine ſchwärmt hieher, der Andere daher, der Eine ſo, der Andere ſo; jeder hat das Recht, ſeine Einfälle und die Ein⸗ gebungen des Schwarmgeiſtes wie ein Evan— gelium zu verkündigen. Daher kommt es, daß der Apologet von Widerſprüchen wimmelt, daß er heute etwas heidniſch nennt, was er morgen chriſtlich heißt ꝛc., und daß er ſo jene gewürzi⸗ gen, wundervoll gemiſchten Gerichte von Sinn und Unſinn ſeinen Leſern liefert, welche auf das ausgezeichnetſte berechnet ſind, um den armen Deutſchen noch das letzte Bischen geſunder chriſtlicher Erkenntniß zu rauben und den „un— bekehrten“ Lutheranern den tiefſten Ekel gegen das ſchaale, ſeichte und kindiſche Gerede me— thodiſtiſcher Weisheit einzuflößen. — Doch es iſt wahr, man muß auch an ſeinen Gegnern die Vorzüge anerkennen und achten, die Schwär— mer ſind nicht ſo uneinig, als es ſcheint; ſit ſind einig in ihrem gemeinſamen Kampfe ge⸗ gen alle höhere Bildung und chriſtliche Wiſſen— ſchaft. Wie einſt zur Zeit der Reformation jene Dunkelmänner, jene blinden, papiſtiſchen Mönche gegen alles Licht uchriſtlicher Erkennt— niß eiferten, ſo ihre würdigen Nachfolger, die Methodiſten in unſeren Tagen, welche Alles aufbieten, um das Volk in methodiſtiſcher Un⸗ wiſſenheit zu erhalten. Daher findet jenes liebliche Zwillingspaar, Dummheit und Stolz, einen immer raſchern Eingang bei jener Secte und bildet bereits eine Hauptzierde derſelben. Beſonders ſchmückt dieſelbe den „alten Vater“ Schmucker, welcher deßhalb das Wort Sacra⸗ ment verwirft, weil es ein heidniſches iſt und nicht in der Bibel ſteht. Mit demſelben Rechte müßte der alte Peter auch das Wort Trinität, Teſtament, Glori, Apologet ꝛc. verwerfen, weil dieſelben der buchſtäblichen Abſtammung nach einer heidniſchen Sprache angehören. Will er überhaupt kein Wort gebrauchen, welches nicht in der Bibel ſteht, ſo darf er ſo wenig die Deutſche als die Engliſche Sprache benutzen, weil beide urſprünglich heidniſch ſind. Es iſt demnach zu vermuthen, daß der alte Vater Schmucker griechiſch und hebräiſch predigt, wenn er überhaupt weiß, daß es ſolche Spra⸗ chen gibt. Zu ſolchen Schlüſſen nöthigen die ungereimten Behauptungen Schmuckers. Um ſo widerwärtiger nimmt ſich bei ihm die ſtete Berufung auf die Bibel aus, da er ſelbſt ſie mit Füßen tritt und offen verhöhnt. Wo ſind die ſchandbaren Gräuel der Bußbank-Maſchine geboten? Offenbar verboten ſind ſie in den Worten 1 Cor. 14, 40.: Laßt alles ehrlich und ordentlich zugehen. Wo iſt es geboten, daß der alte Peter Schmucker ſich wie der Pabſt in Rom „Vater“ nennen läßt? Offenbar ver— boten iſt es Matth. 23, 9.: Ihr ſollt Niemand Vater nennen auf Erden, denn Einer iſt euer Vater, der im Himmel iſt. Und doch ſtellt ſich der alte Schmucker, als eiferte er gegen den Pabſt, während er ganz daſſelbe thut, wie der „allerheiligſte Vater.“ Doch es ekelt uns, über die Narrheiten jener Secte noch mehr Worte zu verlieren. Der geneigte Leſer weiß, daß es nichts hilft, in verſtändiger Sprache den Methodiſten die Wahrheit vorzuhalten, um ſie zu beſſern; ſie wollen einmal nicht hören, ſondern ſchwärmen; ſo laß ſie denn ſchwär— men, es wird ſich am Ende doch wohl finden. Was ſie gegen Gottes Wort, gegen ihr eigenes Gewiſſen und gegen die entſchiedene Proteſta— tion der lutheriſchen Kirche thun, das thun ſie auf ihre eigne Seelengefahr hin. Daher ſei jeder Aufrichtige unter ihnen treulich und herz— lich gewarnt. Gegen Schmucker gilt aber die Regel der heil. Schrift: Spr. Sal. 26, 5.: Antworte dem Narren nach ſeiner Narrheit, daß er ſich nicht weiſe laſſe dünken. H. Fick. Subſcription auf Dr. Martin Luther's Kirchenpoſtille, unveränderten Abdruck nach der Walch'ſchen Ausg. von 1737. Das Werk erſcheint in einemgroßen Bande von circa 1300 bis 1400 Seiten, gut gebun⸗ den, zu $5.00 und ſoll wo möglich bis zum 1. Nov. 1847 beendigt ſein. Der Druck wird beginnen, ſobald 1000 reelle Subſcribenten vorhanden ſind. Bei Ankündigung der Hauspoſtille verſpra⸗ chen wir, wenn das Unternehmen eine günſtige Aufnahme finden ſollte, auch den Abdruck der Kirchenpoſtille Dr. Luther's folgen zu laſſen. 38